Verfasst von: Manuel | 23.02.2014

Computerspiele

Wer sich noch an den Zivilschein-Podcast “Lost Technology” erinnert, dem wird auch Pierre noch bekannt sein. Dieser traf mich in Berlin-Mitte, und gemeinsam besuchten wir das Computerspielemuseum. Über dieses und über Computerspiele allgemein unterhielten wir uns daraufhin in der Feinbäckerei am Rosa-Luxemburg-Platz bei Backwaren und authentischen Berliner Straßengeräuschen.

Um Computerspiele ging es hier bei Zivilschein schon so einigemale, das Computerspielemuseum ist sogar im “Lost Technology”-Artikel schon verlinkt. Was Pierre und ich dazu zu sagen haben, liegt hiermit als Podcast vor.

Als Stütze bei der Frage, ob sich eine mp3 von 90 Megabyte voller Kühlschrankbrummen und Autogeräuschen lohnt, empfehlen sich vier Teaser aus dem Podcast: “Flutschfinger (Cornetto-Langnese-Consolewar)”, “Hornbrille”, “Qualität (nur noch mit dir)” und “Foursquare-Mayor der Citytoilette (Gamification des Alltags)” deuten schon an, wo wir beide überall hinassoziieren.

Interessante Links zu den besprochenen Themen:


Für Ergänzungen, Korrekturen, Anmerkungen und Diskussionsbeiträge bitte wie üblich die Kommentare aufsuchen.

Heute wird endlich formalisiert, was seit Wochen in Stein gemeißelt steht: Die SPD stimmt der Großen Koalition (“GroKo”) zu. Danach heißt es wieder “Durch die Nacht mit mit Union und SPD”, vier Jahre lang. Die mit knapp 80% größte Koalition aller Zeiten lässt sich dabei aber nicht zu unüberlegten Schnellschüssen hinreißen, sondern findet als die Koalition der klugen Kompromisse mit Augenmaß immer den richtigen Mittelweg als gemeinsame Lösung.
Zivilschein wirft einen Blick darauf, wie die kommenden vier Jahre als Konsens zwischen den verschiedenen Ausgangspositionen aussehen:

  • Zwar gibt es keine Mietpreisbremse, aber immerhin auch kein Mietpreisgaspedal.
  • Einerseits wird kein richtiger Mindestlohn eingeführt, andererseits aber eben auch kein Höchstlohn.
  • Deutschland wird sich zwar verstärkt an Kriegen beteiligen, dabei jedoch strengstens auf deutsche Wirtschaftsinteressen achten.
  • Es gibt doch keine doppelte Staatsbürgerschaft. Aber wenigstens können die in Deutschland lebenden Türken ihren Türkenpass behalten.
  • Zwar gehts jetzt wieder mit “Autobahn” und “Ausländer” los, dafür aber erstmal nur in Form einer PKW-Maut.
  • Natürlich kommt die Vorratsdatenspeicherung wieder. Allerdings diesmal mit besserer PR. So wird die Einführung unter einem schöneren Namen stattfinden (z.B. “Freiheitsdatenliebe”).
  • Zugegeben, Nahles und Gabriel als Minister sind schlimm. Dafür setzt aber diesmal auch die Union nur Dreckfressen ein.
  • Die Energiewende wird endgültig begraben. Zum Ausgleich allerdings auch jeder andere politische Richtungswechsel.
  • Direkte Demokratie wird wegen verfassungsrechtlicher Bedenken Sigmar Gabriels stärker ab- als aufgebaut. Im Gegenzug wird mit indirekter Demokratie ebenso verfahren.
  • Auf der einen Seite wird keine Reichensteuer eingeführt. Auf der anderen Seite bleibt auch Armsein weiterhin steuerfrei.1
  • Über das bedingungslose Grundeinkommen wird die nächsten Jahre nicht nachgedacht. Aber eben auch nicht über bedingungslose Grundausgaben.
  • Die absehbaren Lohnkürzungen werden ausgeglichen durch unabsehbare Sozialkürzungen.
  • Zwar gibt es weiterhin keine Ehe für Homosexuelle. Dafür werden reiche Homosexuelle aber auch nicht durch das Ehegattensplitting bevorteilt.
  • Zügig wird das Urheberrecht weiter verschärft. Allerdings werden auch Industrie und Verlage stärker an den Gewinnen beteiligt.
  • Noch vor Ablauf der Legislaturperiode kommt es zu einer verbindlichen Frauenquote – wenn auch zunächst nur für das Regierungsoberhaupt.
  • Wenn der Spitzensteuersatz abgesenkt wird, tritt im Gegenzug eine Garantie ein, dass noch mindestens bis zum Ende der Legislaturperiode “Wer wird Millionär?” im Fernsehen läuft.
  • Im Gesundheitssystem kommt es zwar zu keiner Ablösung der Unterscheidung zwischen Privat- und Kassenpatienten, dafür wird aber auch die Praxisgebühr nicht wieder eingeführt.
  • Die Regierung wird gleich ab 2017 zusätzliches Geld in die Bildung investieren. Und zwar in die von Marietta Slomka.

  1. Diese Vorhersage hatte der Gurkenkaiser schon vor Wochen mal getwittert. []
Verfasst von: Manuel | 09.12.2013

Der 30c3: Die sind Helden

Vom 27. bis zum 30. Dezember findet der 30c3 statt, der 30. durch den Chaos Computer Club ausgerichtete Kongress. Seit kurzem ist der “Fahrplan” dazu online, also die vorläufige Aufstellung der geplanten Veranstaltungen.

Bereits der 29c3 im letzten Jahr verlief alles andere als unproblematisch. Das wäre Anlass genug, bei der diesjährigen Organisation etwas mehr Verantwortungsbewusstsein an den Tag zu legen. Stattdessen enthält bereits der “Fahrplan” einen Vortrag von Jacob Appebaum und Julian Assange, der wohl per Skype (!?) aus der ecuadorianischen Botschaft in London zugeschaltet werden soll. Julian Assange ist nicht nur das Gesicht von Wikileaks und sitzt seit Jahren auf tausenden geleakten, aber unveröffentlichten Dokumenten, die er als Druckmittel einfach zurückhält, bis ihm etwas zustößter hat auch mehrere Vergewaltigungen begangen, vor deren Ahndung er sich seit einiger Zeit drückt.

Auf die bereits aufkommende Kritik schon im Vorfeld der Veranstaltung erkärt CCC-Sprachrohr Frank Rieger, Julian Assange sei ein Held, seine Taten “böse Facetten”.
Auch anderswo wird der Diskurs mit dem Heldenbegriff geführt. Der erscheint immer in Zusammenhang mit der ersten Person Plural: “Wir” “brauchen” “Helden”. Wer in diesem “Wir” eingeschlossen wird, bleibt genauso unhinterfragt wie wozu Helden überhaupt gut sind, wenn man nicht gerade 12 und auf der Suche nach einer Orientierung im Leben ist.

Eine Auseinandersetzung mit Assanges Taten wird gern unter dem Verweis auf rechtsstaatliche Prinzipien verweigert: Er ist ja nicht verurteilt, daher muss er als unschuldig gelten. Das wäre interessant, würde der Prozess gerade laufen und das Urteil leider erst ganz kurz nach dem Kongress fallen. Der Rechtsstaat, der Anklage erhebt, den Beschuldigten vor ein Gericht stellt und Pro und Contra abwägt, um zuletzt ein Urteil im Namen des Volkes zu sprechen, ist aber gerade etwas, das Julian Assange ablehnt. Er floh aus Schweden, wo genau das geschehen würde, und er entzog sich mit seiner Flucht in die Londoner Botschaft von Ecuador auch dem Zugriff der britischen Behörden, die ihn zu diesem Zweck (und nur diesem) nach Schweden (und nur dorthin) überantwortet hätten. Man kann diese Darstellung – ebenso wie ein Ernstnehmen der eigentlichen Vergewaltigungsvorwürfe – für naiv halten und wie Julian Assange selbst eine Verschwörung vermuten, deretwegen dieser in die USA verschleppt und dort unfair behandelt werden würde. Dann gibt man die Legitimation über rechtsstaatliche Argumente aber gänzlich auf.
Wer hier das Verfahren nach prinzipiellen rechtsstaatlichen Grundsätze fordert, sollte sich zudem überlegen, auf welcher Seite beispielsweise der “Free Pussy Riot!”-Aufrufe er damit gestanden hätte: Diese Gruppe wurde 2012 für Taten, die auch in Deutschland strafbar wären, auf Anklage der Staatsanwaltschaft nach längst erlassenen Gesetzen durch ein legitimiertes Gericht verurteilt. Natürlich sind die Haftstrafen für die Frauen falsch, aber nach rechtsstaatlichem Ermessen sind sie ebenso “schuldig” wie Julian Assange “unschuldig” ist.

Tatsächlich geht es gar nicht um Rechtsstaat, weil der CCC keine Behörde ist und selbst oft genug mit dem rechtsstaatlichen Gesetz in Konflikt war. Bei keinem anderen Speaker wird gefordert, dass irgendeine Institution zuerst ihr Ermessen abgeben müsste, bevor eine Zulassung erfolgen könnte (wobei das die lange Leitung bei der Veröffentlichung des 30c3-Programms erklären würde), der CCC ist da souverän. Worum es geht, ist Verantwortung.
Seiner gesellschaftlichen Verantwortung könnte der CCC sich stellen, indem er sich mit Julian Assange angesichts seines Hintergrundes in irgendeiner Art auseinandersetzt. Ihn über die Verklärung zum “Helden” unangreifbar zu machen, ist eine Verweigerung dieser Verantwortung. Ihn unter Verweis auf einen noch nicht erfolgten Schuldspruch, dessen Ermöglichung er ja noch dazu mit allen Mitteln zu verhindern versucht, als “unschuldig” zu deklarieren, bedeutet ein Abwälzen dieser Verantwortung. Beides fällt dem CCC aktuell leichter als das Integrieren von feministischen Hackerinnen.

Eine tiefergehende Diskussionen zum Thema liefert Sanczny:

Das Fandom dieses Helden spinnt Verschwörungstheorien und investiert eine Menge Energie ins Ignorieren von Fakten.

Ich sehe selber, dass sich Leute auf diese Verschwörungstheorien beziehen und sich darüber lustig machen, als könnte sowas nicht sein. Und ich finde es naiv, zu glauben, dass die USA sowas nicht aufsetzen könnten. Die exportieren verkürzte Vorstellungen von Demokratie und Freiheit mittels Krieg. Klar könnten die jemandem eine Vergewaltigung anhängen. ABER SIE MUSSTEN ES NICHT. Julian Assange hat Dinge eingeräumt, die sich als Vergewaltigung qualifizieren [Quelle]. Penetration ohne Zustimmung. Penetration einer schlafenden Frau. Jetzt erklärt mir mal bitte, wieso Penetration von schlafenden Menschen keine Vergewaltigung ist? Was stimmt mit euch nicht?

Vergewaltigung ist keine Ansichtssache. Penetration einer schlafenden Frau ist Vergewaltigung. Das sollte euch unabhängig vom jeweiligen Rechtssystem einleuchten. Nachträgliche Zustimmung macht nicht wieder gut, dass er sie schlafend penetriert hat. Und dass eine Frau, der gerade droht, ohne Zustimmung und ohne Kondom penetriert zu werden, den Typen, der auf ihr drauf liegt auffordert, ein Kondom zu benutzen, ist keine Zustimmung zu Sex. Das ist Geistesgegenwart. Das ist Selbstschutz. Man kann von Leuten nicht erwarten, in einer gefährlichen Situation “Nein” zu sagen oder sich “angemessen” zu wehren. Der Frau die Verantwortung aufzuerlegen, nicht ohne ihre Zustimmung penetriert zu werden, ist Rape Culture. Männer könnten einfach respektieren, dass Frauen nicht einfach anfickbar sind.

Man braucht keine Feminist*innen zu mögen, um zu merken, dass das scheiße ist. Da muss man nur für 5 Cent nachdenken.

Auch Hans’ Überlegungen sind sehr lesenswert:

Die öffentliche Reaktion des CCC-Spitzenpersonal ist Abschottung. Anstatt sich dem Diskurs zu stellen, wird Assange banal als “hero” verklärt. Ein bisschen, wie man als 15-jährigens Kid sich nicht den linken “Helden” Che Guevara durch die Debatte um seine Kriegsverbrechen, zu denen auch Vergewaltigungen gehörten, kaputt machen lassen wollte. Aus Trotz hat man das T-Shirt auch zur nächsten Demo angezogen, bevor man drüber nachgedacht hat. Aber hier sind erwachsene Leute am Werk, die gesellschaftliche Rahmenbedingungen mitbestimmen. Wenn die solche Trotzreaktionen bringen, dann ist das nicht entschuldbar, sondern einfach nur gefährlich. Einen Personenkult um Menschen zu fahren, die Vertreter_innen ihrer Strukturen im Rampenlicht waren, verschließt den Blick auf Diskursgegenstände, die wir uns dringend vornehmen müssen, nämlich eine strukturorientierte netzrevoltierende Arbeit.

Aber dann bleibt noch die Frage, warum eine Organisation einer emanzipatorischen und gesellschaftskritischen Veranstaltung überhaupt jemanden wie Assange die Bühne gibt. Die Antwort ist einfach: der 30C3 ist keine emanzipatorische Veranstaltung, genauso wie die geselllschaftskritische Komponente eine staatstragende, reformistische ist. Der ehrwürdige Chor, der “Zensur! Meinungsfreiheit! Rechtsstaat!” singt, hat da seine Jahreshauptversammlung. Assange ist die Garantie dafür, dass der Kongress in den Medien landet und einen gesamtgesellschaftlich bekannten Namen präsentieren kann. Er ist nur die logische Konsequenz dessen, was der Chaos Computer Club seit Jahren als Strategie verfolgt.

Verfasst von: Manuel | 27.01.2013

Re: Aufschrei

Seit Donnerstagnachmittag werden auf Twitter sehr viele Tweets mit dem Hashtag #aufschrei verfasst. Dieser Hashtag ist für Schilderungen von Frauen, wie sie Belästigungen, Übergriffe, Sexismen etc. alltäglich erleben oder von ihnen geprägt wurden.
Begonnen hatte das mit einer Unterhaltung zwischen @vonhorst und @marthadear. Seither sind bereits einige Sammlungen und eine sehr lebhafte Debatte um die Tweets entstanden. Andernorten werden Erlebnisse auf mehr als 140 Zeichen verarbeitet.
Auch die Presse berichtet mittlerweile über die Aktion.

Für Männer sind solche geballten Entladungen unangenehmer Erfahrungen oft sehr überraschend, denn zu ihnen ist die Welt, die sie erleben, ganz anders als zu den betroffenen Frauen. Die häufigsten Reaktionen sind basses Erstauenen darüber, womit Frauen täglich konfrontiert sind (oft verbunden mit Aufrufen, die Schilderungen ebenfalls zu verfolgen) – und Kritik an der Aktion als solcher.

Unter den sehr vielen kritischen Einwänden gibt es vereinzelt auch legitime und der Sache angemessene, die auch entsprechend diskutiert werden.
Die meisten ergießen sich aber in demselben Unsinn, der bereits genau so im Rahmen der Übergriffe auf dem 29C3 gegen die “Creeper Move Cards” vom Thema ablenkte.
Ein klassisches Beispiel dafür ist “Das Schreien der Lämmer”, das auch immer noch eifriger weitergereicht wird als die längst vorhandenen Antworten.

Auf zwei klassische Abwehrmuster möchte ich noch einmal eingehen: Das eine ist “Aber Männern passieren doch auch…”, mit dem die Erlebnisse von Frauen delegitimiert werden, weil auch Männer unangenehme Erfahrungen machen. Das andere ist “Wenn so ein bisschen Busengrapschen schon Belästigung ist, kann man ja bald gar keine Frau mehr ansprechen, ohne gleich als Sexist zu gelten!” – gern wird auch unter Verweis auf die ganz unterschiedlichen Wahrnehmungen auch unter Frauen hiermit eine Überempfindlichkeit der Betroffenen attestiert, die somit ja auch dem ganzen Kampf gegen Vergewaltigungen (oder gleich dem ganzen Feminismus) schadeten.

“Aber auch Männer werden belästigt!”

Zunächst einmal: An #aufschrei nehmen tausende von Frauen teil. Vielen der Tweets und vor allem Blogeinträgen lässt sich entnehmen, dass die Verfasserin mehrere Erlebnisse zur Sache schildern kann und viele erzählen auch mehreres.
Ich habe darüber nachgedacht, ob ich sexualisierte Belästigungen gegen mich erfahren habe, von denen ich erzählen könnte. Mir fallen nur zwei Vorfälle ein, vergleichsweise wenig. Ich möchte vom ersten davon, als Einzelfall, berichten, um eine männliche Perspektive beizutragen.

Ich war 18 Jahre alt, als ich eines Sommerabends ein Konzert auf der Hutbergbühne in Kamenz besuchte. Nach dem Konzertschluss ging ich dort wieder hinaus, wo ich in den Publikumsbereich reingekommen war. Natürlich nicht alleine, ich war in Begleitung, aber wie das in Menschenmengen oft ist, kam nach ein paar Metern ein gewisse Abstand zwischen uns. Das Auto war wie viele andere auf einem Dreckplatz geparkt, zu dem der Weg durch ein Stück Wald führte und weitestgehend unbeleuchtet war. Einige hundert nur schemenhaft erkennbare Menschen latschten also – keineswegs dichtgedrängt, sondern eher lose – über Gras und Staub. Als ich gerade wieder auf offenes Gelände kam, hörte ich jemanden von hinten näherkommen, der unverständlich vor sich hin nuschelte. Ich habe das nicht auf mich bezogen und mich demnach auch nicht bedroht gefühlt, deswegen war ich sehr erschrocken, als ich von hinten am Arm gepackt wurde. Sein Gebrabbel endete mit “…du kleiner Käfer!” (vielleicht euch “…geiler…”, sehr undeutliche Aussprache) und er hielt mich auf der Stelle und drehte mich zu sich um. Ich trug damals meine Haare relativ lang und blond gefärbt, und das war zu jener Zeit nicht das erste oder das letzte Mal, dass mich jemand bei schlechten Sichtverhältnissen für eine Frau hielt. Ich war nicht sonderlich kräftig und konnte weit und breit niemanden sehen, den ich kannte. Ratlos, was eigentlich gerade passiert, sah ich in das überraschte Gesicht eines etwa vierzigjährigen Mannes, schlank, aber deutlich stärker als ich. Sein Gesicht war narbig und er selbst offenbar rotzeblau. Kurz kniff er die Augen zusammen, begriff, was für einen Fehler er gemacht hatte, und trollte sich dann wortlos. Mein Schreck legte sich erst am Auto, verarbeitet hab ich das alles erst später.
Ich hatte Glück, dass der Mann sofort abließ und ging, mit anderen Wildfremden im Alkoholrausch hatte ich schon schlimmere Straßenbegegnungen – allerdings nie mit sexuellen Absichten. Was genau passiert wäre, wenn er statt mir tatsächlich eine jugendliche Frau erwischt hätte (die womöglich genauso – oder noch mehr – verblüfft gewesen wäre als ich), male ich mir lieber nicht aus.

Dass ich so etwas nur erlebt habe, weil ein Mann mich kurz für eine Frau gehalten hat, zeigt: Entweder bin ich eine Ausnahme, der solche Übergriffe ganz besonders selten passieren und dieser war ein spezieller Zufall – oder ich habe einfach als Mann weniger zu befürchten als die Frauen, die jeweils mehrere deutlich krassere solche Vorfälle erlebt haben.

“Da werden aber auch ganz harmlose Komplimente überbewertet!”

Auch gern “Ist jetzt jede dumme Anmache gleich sexistisch?” oder “Wie soll man sich denn dann überhaupt Frauen nähern, ohne gleich als Sexist zu gelten?”. Besser als andere zeigt diese Art Argument, dass es immer noch als schlimmer empfunden wird, als übergriffig benannt zu werden, als übergriffig zu handeln: Problematisch sei nicht, was passiert, sondern wer als was “gilt”.

Was die Bewertung dessen angeht, was Belästigung ist und was nicht, möchte ich folgende vier Punkte klären:

1. Jeder Mensch hat seine eigenen Grenzen.
Manche suchen gern körperliche Nähe anderer, auch wenn sie ihnen noch nicht sehr gut bekannt sind. Anderen sind selbst kurze Berührungen nahestehender Menschen schnell zuviel. Manche mögen anzügliche Witze und Doppeldeutigkeiten. Andere sind von Anspielungen schnell gekränkt.
Es gibt keine für alle funktionierenden Richtlinien, was mit anderen gemacht werden kann und was nicht. Nur weil man eine Bekannte hat, für die ein bestimmtes Verhalten in Ordnung geht, ist dieses Verhalten noch lange nicht anderen gegenüber akzeptabel.

2. Jeder Mensch bestimmt seine eigenen Grenzen. Anderen steht darüber kein Urteil zu.
Sicher gibt es viele, denen das Verhalten bestimmter Menschen sehr offen vorkommt, weil sie selbst sehr viel engere Grenzen um sich ziehen. Und auch viele, denen das Verhalten bestimmter Menschen sehr steif vorkommt, weil sie es als normal empfinden, andere näher an sich heran zu lassen.
Niemand ist aber ein besserer oder ein schlechterer Mensch als ein anderer, weil er seine Grenzen in bestimmter Art zieht. Kultur und Gesellschaft kennen bestimmte Normen, wie offen zu sein in Ordnung ist, aber diese legitmieren niemanden, über die Grenzen anderer zu urteilen. Wenn eine Person andere sehr nahe an sich heranlassen möchte, ist das ihre Entscheidung. Wenn eine Person großen Abstand halten will, ist das ihre Entscheidung. Über beides hat niemand sonst zu befinden.

3. Jeder Mensch reagiert auf Grenzüberschreitungen auf seine Art.
Manche Menschen werden sehr aggressiv, sobald ihre Grenzen überschritten werden. Andere erklären nüchtern, wo das Problem liegt. Wieder andere kommen erst später auf den Vorfall zurück. Manche artikulieren sich gar nicht.
Nichts davon ist schlecht oder falsch. Niemand kann anderen vorschreiben, sich “zu wehren” oder “nicht so aufzuregen”. Erst recht ist niemand wegen seiner Reaktion auf eine Grenzüberschreitung “selbst schuld” oder für das Verhalten anderer mitverantwortlich. Vorwürfe an Personen, denen “drüber reden” schwerfällt, sind daneben.

4. Anderer Menschen Grenzen zu überschreiten ist unangebracht.
Es kommt nicht darauf an, ob eine Grenzüberschreitung Absicht war oder nicht, welchen Zweck sie haben sollte oder wie sie gemeint war. Grenzen sind zu achten, wann eine Überschreitung vorliegt, hat nur zu entscheiden, wessen Grenzen es sind und niemand ist in der Pflicht, die eigenen Grenzen von sich aus zu kennzeichnen oder ihre Verletzung zu benennen.


Ebenfalls diesen Monat wurde der Begriff “Opfer-Abo” zum Unwort 2012 erklärt.

Nachtrag: Um Erziehungsfragen im Zusammenhang (In welcher Welt werden unsere Kinder groß?) machen sich Mama arbeitet, berlinmittemom und Das Nuf sehr lesenswerte Gedanken.

Wie auch netzpolitik.org berichtet, ruft der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung zu einem bundesweiten Aktionstag gegen die Vorratsdatenspeicherung am kommenden Samstag, den 13.10.2012 auf. Anlass ist die Petition gegen die VDS, die von 64.704 Bürgern gezeichnet wurde und am Montag vor dem Petitionsausschuss des Bundestages behandelt wird:

+++ Wir rufen dazu auf, am Samstag vor der Anhörung, also am 13.10., dezentral Aktionen gegen die Vorratsdatenspeicherung zu veranstalten! +++

64.704 Menschen haben die Petition gegen die Vorratsdatenspeicheung beim Bundestag mitgezeichnet. Am Montag, den 15. Oktober wird der Petitionsausschuss die Frage behandeln, ob die erneuten Vorstöße für die Vorratsdatenspeicherung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger sind. Wir wollen die Abgeordneten am Wochenende vor der Anhörung daran erinnern, dass eine breite Mehrheit der Bevölkerung die Vorratsdatenspeicherung nach wie vor ablehnt.

Vorratsdatenspeicherung – das  ist die verdachtsunabhängige und anlasslose Erfassung und Speicherung der Verbindungsdaten aller Menschen in Deutschland. Ein Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung würde dazu führen, dass IP-Adressen, Funkzellen und viele anderen sensiblen Kommunikationsdaten für einen Zeitraum von mehreren Monaten gespeichert werden. Da Technik und elektronische Kommunikation nicht mehr aus dem Alltag der meisten Menschen wegzudenken ist, hat Vorratsdatenspeicherung zwangsläufig die Erstellung von detaillierten Bewegungs- und Kommunikationsprofilen zur Folge. Obwohl das Bundesverfassungsgericht 2010 die Vorratsdatenspeicherung in Folge der damals größten Verfassungsbeschwerde gestoppt hat, vergeht kaum eine Woche ohne einen erneuten Vorstoß für die Wiedereinführung dieser Maßnahme.

Der Petent Kai-Uwe Steffens vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung fordert daher: Der Bundestag soll keine verdachtslose Speicherung von Telefon- oder Internetverbindungsdaten zulassen und die Bundesregierung auffordern, sich für eine Aufhebung der entsprechenden EU-Richtlinie sowie für ein europaweites Verbot der Vorratsdatenspeicherung einzusetzen. Vorratsdatenspeicherung ist nicht mit einer freien demokratischen Gesellschaft vereinbar.

Wir rufen dazu auf, am Samstag vor der Anhörung, also am 13.10., dezentral Aktionen zu veranstalten, die auf die Gefahren der  Vorratsdatenspeicherung aufmerksam machen. Mit den Aktionen fordern wir die Abgeordneten dazu auf:

  1. in Deutschland keinerlei verdachtslose Vorratsspeicherung von Informationen über jedes Telefonat, jede SMS, jede E-Mail oder jede Internetverbindung wieder anzuordnen,
  2. die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung aufzuheben und jede verdachtslose Vorratsspeicherung von Verbindungsdaten europaweit zu verbieten.

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung ruft alle Gruppen und Einzelpersonen, die sich gegen Vorratsdatenspeicherung aussprechen, zum kreativen Protest gegen die drohende Vollprotokollierung der Kommunikation auf. Ob Demo, Infostand, Flashmob oder Straßentheater – Lasst uns gemeinsam der Vorratsdatenspeicherung die Rote Karte zeigen und den Stimmen von 64.704 Mitzeichnern der Bundestags-Petition Nachdruck verleihen.

Das Finale unmittelbar vor der Petitionsausschusssitzung am Montagvormittag in Berlin ist auch bereits geplant:

Vor dem Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses in Berlin, in dem die Anhörung stattfinden wird, hat der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung für den 15. Oktober von 10:45 bis 11:45 Uhr zudem eine Kundgebung angemeldet. Aktivisten und Bürgerrechtler werden der anlasslosen Protokollierung des vollständigen Telekommunikationsverhaltens der gesamten Bevölkerung – der Vorratsdatenspeicherung – die Rote Karte zeigen.

Zivilschein schließt sich dem Aufruf vollumfänglich an: Zeigen wir der Vorratsdatenspeicherung die rote Karte!

Verfasst von: Manuel | 28.05.2012

Spremberger Antifaschismus

In der brandenburgischen Kleinstadt Spremberg gibt es eine bedenklich aktive Szene gewaltbereiter Neonazis. Bedrohungen und Übergriffe gehen bereits so weit, dass sich aufrichtige Bürger abends nicht mehr aus dem Haus trauen.

Bereits Ende der Neunziger konnte der Umgang der Stadt mit Rechtsextremismus nur mit sehr viel Wohlwollen noch als fahrlässig bezeichnet werden. So kommentierte der damalige spremberger Bürgermeister Egon Wochatz (CDU) die Hetzjagd in Guben 1999 in Bezug auf den Getöteten Farid Guendoul mit der Frage “Was hatte der nachts um diese Zeit auf der Straße zu suchen?”.

In Reaktion auf die gegenwärtigen Gewalttaten und Bedrohungen hat der heutige Bürgermeister Sprembergs Klaus-Peter Schulze (CDU) bereits eine Unterschriftenliste gegen Rechts eröffnet. Gegenüber der Tagesschau beschreibt er sein Vorgehen gegen die Willkür der Neonazis so:

Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten noch eine Reihe Gespräche dazu führen und ich gehe mal davon aus – oder ich hoffe zumindest -, dass die Leute, die sich damit hauptberuflich und dauerhaft beschäftigen, uns Erklärung geben können.

Eine Unterschriftenliste. Und eine Reihe Gespräche in den nächsten Wochen und Monaten. In denen die Polizei hoffentlich Erklärung geben kann.
Da ist das Neonaziproblem ja schon so gut wie gelöst.

Verfasst von: Manuel | 27.05.2012

Raus aus Aserbaidschan, raus aus den Köpfen?

Eurovision Song Contest in Baku vorbei, Schweden hat gewonnen, die Karawane zieht weiter.

Ist schon recht so. Das ist Unterhaltung. Unabhängig davon, was man vom ESC halten mag, ist es ein legitimes Anliegen, mit einem internationalen Musikwettbewerb Spaß haben zu wollen.

Ich habe aber eine ganz große Bitte an die europäische Presse, insbesondere an die deutschen Leitmedien: Bitte, bitte, bitte zieht nicht weiter. Ihr habt in den letzten Wochen zum Teil beachtliche Aufklärungsarbeit geleistet und das verbrecherische Terrorregime Aserbaidschans journalistisch beleuchtet, wie es eure Pflicht ist. Der Polizeistaat hat gehofft, sich trotz seiner menschenfeindlichen Unterdrückung während des ESC als fortschrittlich und angenehm inszenieren und seine Gewalttaten sogar noch mit dem Song Contest leigitimieren zu können, und er kommt damit durch.
Bitte, liebe Presse, bitte, liebe Leitmedien, lasst euch davon, dass das Schlaglicht der Aufmerksamkeit mit dem Zentrum der Unterhaltung jetzt in andere Länder abwandert, nicht davon abhalten, die Untaten in Aserbaidschan weiter als Topthema zu behandeln. Eure Berichte werden nichts ändern. Aber sie können aufklären. Und ändern kann nur, wer später nicht sagen kann, er habe von alldem nichts gewusst.
Bitte bleibt da dran.

(Oh, und: Bitte hört auf, Anke Engelke als Ikone der Menschenrechte zu feiern, weil sie in Hamburg vor einem deutschen Publikum “Aserbaidschan, viel Glück auf deinem Weg, Europa schaut auf dich” in ein Mikrofon gesagt hat. Das ist mordspeinlich.)

Am heutigen 5. April vor genau 32 Jahren, also 1980, hatte eine Band ihren ersten Auftritt, die sich damals “Twisted Kites” nannte. Ihre Besetzung aus Michael Stipe, Mike Mills, Peter Buck und Bill Berry sollte sich bis zu ihrer Auflösung – abgesehen vom Austritt Bill Berrys aus gesundheitlichen Gründen – nicht mehr ändern, ihr Name hingegen sehr bald darauf schon: R.E.M. sollten eine der definierenden Bands der Rockgeschichte werden – für den Alternative Rock woben sie praktisch den Leitfaden – und bildeten dabei mit ihrem Engagement für humanitäre Zwecke, ihren alternativen Lebensstilen und eben ihrer Stabilität einen ständigen Gegenpol zu den gemeinen Sentiments des Rockertums.

Am 21. September 2011 gab die Band ihre Trennung bekannt, anlässlich derer sie am 11. November 2011 die Compilation “Part Lies, Part Heart, Part Truth, Part Garbage: 1982-2011″ veröffentlichte.

Was Blogger und langjährige R.E.M.-Fans Björn und ich über R.E.M., ihre Musik, ihre Trennung und ihre Retrospektive zu sagen haben, liegt nun als Podcast vor:

DOWNLOAD: Zivilschein-Podcast 04 als mp3

Ergänzende Links zum Besprochenen:

Verfasst von: Manuel | 04.04.2012

3 Jahre Zivilschein

Heute vor drei Jahren, am 04. April 2009, eröffnete ich auf WordPress mein erstes Blog: Zivilschein. Damals fand ich:

Wir müssen reden.

Das legte sich mit der Zeit. Veröffentlichte ich im April 2009 noch 67 Blogartikel (davon allein drei am ersten Tag) und im April 2010 immerhin noch 31, waren es im April 2011 schon nur noch 4, im ganzen Jahr 2011 kamen nur 28 insgesamt zusammen. Wenn wir im April 2012 auf 3 Artikel kommen, wird das schon viel.

Was angesichts meiner früheren Erkenntnisse schon wieder erstaunlich wirkt, ist, dass das die Besucherzahlen keineswegs bis in den Boden stampft: Selbst in den äußerst artikelarmen Monaten seit Anfang 2011 blieben die durchschnittlichen Besucherzsahlen bei knapp 30 pro Tag – eine Marke, die in den ersten paar Monaten an Tagen ohne neuen Artikel unknackbar war.

WordPress fertigt selbstständig Jahreszusammenfassungen für jedes vollendete Kalenderjahr an. Für 2011 sagt diese, dass fast 16000 Visits für Zivilschein registriert wurden, die meisten davon in der ersten Jahreshälfte. Durchschnittlich für das ganze Jahr also gut 1300 pro Monat. Bei 27 Blogartikeln, die sich im Mittel auf gut zwei pro Monat umrechnen.
Zum Vergleich: 2010 waren es noch knapp 30000 Visits bei 184 Artikeln, 2009 (wo es allerdings eben erst im April losging) gut 15000 Visits bei 268 Artikeln.

Die fünf im Jahr 2011 meistbesuchten Artikel waren in dieser Reihenfolge:
Flix sucks: Netzmaskulismus 2011 mit Beetlebum
Paperblog: Du bist etwas ganz besonderes, wie alle anderen auch
Das Schwarze Auge – Der Film
Flix sucks: Lutsch meinen stinkenden Schwanz
Liebling des Monats Januar: Die Abwrackprämie

Wie man sieht, sind nur zwei davon von 2011, ebenso sind zwei von 2010. Der fünfte ist sogar noch aus dem allerersten Monat dieses Blogs.

Zwei dieser Artikel sind bissige Comickritiken, eine ein Bericht über einen angekündigten Film. Gemessen an den Besucherzahlen sind tagesaktuelle – oder überhaupt jedwede – Politthemen also nicht eben das Zugpferd dieses Blogs gewesen, sondern eher subkulturelle Reflexionen.

Das trifft sich mit meinem Mission Statement, in dem der Schwerpunkt eigentlich viel stärker auf dem Kulturellen lag, und mit all dem Politgedöns hier war ich eigentlich noch nie so richtig zufrieden. Blognachbar Max kriegt pünktlich zu seinem Dreijährigen (Glückwunsch an dieser Stelle!) den Blogblues, ich hatte eigentlich schon Ende vorletzten Jahres die Schnauze voll von all dem Aktivismus (auch wenn es damals nicht ganz so übel kam, wie ich vermutete).

Ob es in den kommenden Monaten endlich zur Veröffentlichung einiger der vielen Kulturartikel kommt, die ich schon eine Weile in der Schublade habe und Zivilschein damit den Themenschwenk schafft, bleibt abzuwarten. Bloggen gehört einfach nicht mehr zu meinen großen Hobbies und zu den veröffentlichungsreichen Monaten von 2009 gibt es sicher kein zurück. Sterben wird Zivilschein trotzdem nicht so bald (auch wenn es immerhin auf seinem Grabstein stehen haben könnte, ein Mem miterschaffen zu haben), inhaltlich wird es nur beim Tröpfeln der letzten Zeit bleiben.

Insgesamt schafften es in den letzten drei Jahren etwa 63500 Visits auf dieses Blog. 10500 davon allein auf die Startseite.
Die besucherreichsten Artikel und ihre Besucherzahlen waren:
Theodor Reppe schießt Wikileaks ins Knie 1625 – weil der Name theodor reppe der mit großem Abstand häufigste Suchbegriff ist, der Besucher auf Zivilschein geführt hat
Wandeln in den Zeiten von DSA 1440 – und das, obwohl gerade Rollenspiel eigentlich eines der ganz marginalen Randthemen hier ist (wobei mich freut, dass gleich hier eine hohe Artikelbeliebtheit auf hohen Recherche- und Schreibaufwand folgt)
Liebling des Monats Januar: Die Abwrackprämie 1428
Paperblog: Du bist etwas ganz besonderes, wie alle anderen auch 1393
Flix sucks: Lutsch meinen stinkenden Schwanz 1368
Zivilschein-Interview (3): Florian Don-Schauen 851
GMX spammt für De-Mail 840
Gratis-Spiel der Woche (5): Icy Tower 776
Die re:publica 2010: Trolliert 744
Hackers Gonna Hack 695

Mit fast 300 Malen am häufigsten angeklickt wurde der Link auf meinen Twitteraccount; die beiden anderen Links, die mehr als 100 Klicks akkumuliert haben, sind aus den weiterführenden im Paperblog-Artikel.

Andersherum ist Twitter auch mit gut 1200 Aufrufen die zweithäufigste Quelle, von der Besucher auf Zivilschein fanden. Platz eins nehmen hier selbstverständlich Suchmaschinenreferrer ein (allen voran natürlich Google), der dritte Platz geht an mein-parteibuch.com, in deren Ticker Zivilschein dankenswerterweise immer noch vertreten ist.

Insgesamt sind 480 Artikel auf Zivilschein in 23 eingestellt und mit 1766 verschiedenen Tags versehen worden.
Dazu gingen 1300 Kommentare ein (wobei da wohl Pingbacks mitgezählt sind).

Vor zwei Jahren schon hatte ich das Bewertungsfeature eingeführt, mit dem man seither jeden Artikel hier mit bis zu fünf Sternen bewerten kann. Die seitdem bestbewerteten Artikel sind:
Mit siebenmal fünf Sternen:
Paperblog: Du bist etwas ganz besonderes, wie alle anderen auch
Mit fünfmal fünf Sternen:
Der "Stern TV Spiele Scanner": Ein Kinderspiel
"Was die Kernkraftgegner da machen ist abartig."
Medienausschusssitzung zum 14. Jugendmedienschutzstaatsvertrag im Abgeordnetenhaus Berlin
Mit viermal fünf Sternen:
Die FDP verkauft die Bürgerrechte
Wie man Charaktergruppen erstellt
Das ist nicht mein Kreuz!

Wegen der wenigen abgegebenen Stimmen ist das aber vielleicht nicht richtig aussagekräftig. Der einzige Artikel, der mehr als sieben Stimmen und dennoch überwiegend positive erhalten hat, ist aber Wandeln in den Zeiten von DSA, der mit 24 Stimmen immer noch viereinhalb Sternchen verbuchen kann.

Soviel zum Rückblick. Vorausschauend sei angekündigt, dass es gleich morgen hier weiter geht, und zwar ebenfalls mit einem Jubiläum, und zugleich mit dem schon angesprochenen Thema Kultur.

Ich bedanke mich für die drei zurückliegenden Jahre bei allen treuen und untreuen Lesern, hauptsächlich bei allen Kommentatoren für die anregenden Diskussionen und da vor allem bei meinen beiden Hauptkommentatoren Max und Sebastian.
Und: Ich freue mich auf das, was hier noch kommt!


Blogautoren, die auf drei Jahre Zivilschein zurückblickten, blickten auch zurück auf:
Ein Jahr Zivilschein
2 Jahre Zivilschein

Verfasst von: Manuel | 09.03.2012

Bessie Smith – Send me to the ‘Lectric Chair

Einen Tag zu spät zum Weltfrauentag hören wir nun: Die Kaiserin

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Bessie Smith – Send me to the ‘Lectric Chair

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