Verfasst von: Manuel | 03.05.2011

Flix sucks: Netzmaskulismus 2011 mit Beetlebum

Gestern hat Beetlebum beschlossen, dass es nicht mehr ausreicht, ziemlich schlechte Comics ins Web zu stellen und hat zur Ergänzung noch eine dicke Schippe Maskulismus draufgelegt: Frauen, erklärt er, werden ebenso wie Schwarze im Internet gar nicht diskriminiert, dafür haben die männlichen weißen Nerds, als sie es gebaut haben, schon gesorgt.
Die Probleme, mit denen Feministinnen sich befassen, sind also nur eingebildet, Feministinnen daher sexistisch.

Seitdem hat Beetlebum dazugelernt,

@ “mansplaining” ? Da gibts sogar ein Wort dafür? Aber vielleicht gibts ja irgendwo mal ein man-verständliches “womansplaining”?

findet den Vergleich der Diskriminierung von “Nerds” mit der von Frauen aber immer noch super:

@ Warum genau? Ich finde das eine tolle Analogie – insbesonders weil sich die Geschlechterrolle umdreht…

@ Tut mir leid. Aber das ist die einzige Diskriminierung, die ich erlebt habe. Wo genau liegt der PERSÖHNLICHE Unterschied?

Immerhin hat er erstmals feministische Blogs gelesen,

Gestern abend noch feministische Blogs gelesen. Völlig neue Welten! Wieso hat mir @ nie davon erzählt?!

was aber nicht schlimm ist, denn wie seine Freundin n4d1d1 erklärt, ist Feminismus eh nur Gejammer und Nichtstun:

@ weil ich keine Feministin bin! Karriere durch Taten, Schweiß und Anstrengung nicht durch quatschen und jammern (allein) :D!

Eigentlich ist das aber natürlich alles nur Humor, denn Beetlebums Blog ist ja ein witziger Webcomic:

@ oh… man kann/darf/soll keine ernste Fragestellung humorvoll aufbereiten? Das wusste ich nicht!!!

Inhaltlich ging es schließlich um Kritik an einem ganz bestimmten Vorgehen:

@ und falls du die Frage nicht erkennst: Es ging mir maßgeblich darum inwiefern die bloße Organisation gegen Trolle helfen soll

Damit ist alles klar: Beetlebum kennt sich mit dem Erleben von Diskriminierten bestens aus, sein Comic ist kein bisschen sexistisch und jeder, der Kritik am Feminismus an sich herausliest, hat keinen Humor und (womöglich mit böser Absicht!) alles falsch verstanden.

Das beweisen auch die Kommentare von Beetlebums aufgeklärten, humorvollen Fans zum Comic:


Danke! :)

Auch auf die Gefahr hin, gleich ganz fuerchterlich gebashed zu werden – auf mich macht diese ganze Netzfeminismusdebatte eher den Eindruck von “Buhuuu, wir sind arme Maedchen, wir stellen uns selbst ins Abseits, mimimimimimi”.

Eben: Geschlecht/Alter/Status/Herkunft sind voellig egal. Und wer der Meinung ist, dass sie anders behandelt wird, weil sie das falsche Geschlecht hat, solls mal testweise mit nem neutralen oder “maennlichem” Nick versuchen. Wer weiss, wenn man jetzt immer noch Gegenwind bekommt, vielleicht liegts ja doch eher an dem was man schreibt, statt wer es schrebt ;)

:)


*nick*

Geschlecht ist irrelevant, KnowHow ist viel wichtiger!


Alice Schwarzer goes web2.0?

Langsam wird es Zeit für einen Männerbeauftragten bei soviel Feminismus in der Welt xD


Ich verstehe diese Debatte sowieso nicht. Wenn Frauen ins Netz wollen – Dann bitte! Nich Quatschen – Machen!!!


Danke! Auf den Punkt gebracht, so was von! ;-)


Netzfeminismus? Hab ich noch nicht mitgekriegt O_o Aber mir ist Feminismus an sich schon suspekt…


gnhihihihihi … der Jojo ist ein Sexist!

Ich verstehe den Gedankengang auch nicht.Wenn Männer der Meinung sind Frauen im Web zu diskriminieren müssen,bitteschön,solln ses machen.Aber wenn Frauen der Meinung sind, etwas dagegen tun zu können, indem sie “Stammtische” bilden,kann ich nur den Kopf schütteln&fühle mich in die 6 Klasse zurück versetzt.Dieser Kleinkrieg der Geschlechter ist einfach nur nervend.Ich selbst liebe es auf diversen Seiten mitzumischen und habe bis jetzt keinerlei negatives von Seiten der Männer zu hören bekommen.Man sollte sich nicht drum kümmern müssen ob man jetzt Mann oder Frau ist,sondern einfach nur seinen Spaß haben.

oh man, einige hier haben aber echte probleme… das ist ein comic, kein soziologieseminar zur genderdiskussion.

dann lieber nen sexistischen jojo und spass dabei.

@Lammi: Gruppen sind nur dann voellig integriert, wenn man ohne schlechtes Gewissen Witze drueber machen darf, ohne dass jemand aus seiner Ecke gesprungen kommt und sich drueber beschwert. :)

Saucooler Comic! Weiter so!

Idiotisch finde ich allerdings die Diskussion hier. (führt aber exemplarsisch auf, warum in Feministinnengeflenne nicht leiden kann ^^)

Ach ja: Auch als Mann werde ich in unserer Gesellschaft immer wieder sexuell belästigt und aufgrund meines Geschlechts diskriminiert. Brauch ich deswegen Netzwerke und Quoten und muß ich mich deshalb als Opfer stilisieren? Nein. Ich steh einfach meinen Mann, und die meisten Frauen die ich kenne, sind selbstbewusst und kompetent genug, sich genauso zu behaupten.

Ich bin für Gleichbehandlung der Geschlechter und lebe das auch. (Und dazu gehört eben nicht nur Gleichberechtigung sondern auch Gleichverpflichtung!)

Ich wurde schon wegen meines Geschlechts diskriminiert und wenn ich boese argumentieren wollte, waere das auch hier der Fall (”Du bist ja ein Mann, du kannst das ja nicht nachvollziehen”). Dazu wurde mir online bereits aufgrund meiner politischen Einstellung, meiner Herkunft, meiner Statur und meines Berufes wegen desoefteren jegliche Kompetenz abgesprochen. Nicht nur Frauen werden online diskriminiert.

Wenn jemand erst lernen muss damit umzugehen und dies mit anderen betroffenen Tut: Go for it, auf jeden Fall! Dieses an sich wuerde ich nie kritisieren! Was ich kritisiere, ist die Tatsache, sich hinzustellen und zu sagen “ich werd aber viel schlechter behandelt als alle anderen, bitte lasst das”. Denn zum einen sind es eben nicht nur die Frauen, die gebashed werden – zum anderen ist sich hinstellen, mit dem Fuss aufstampfen und “Menno” sagen, eher kontraproduktiv.

hehe, traumhaft! hier würde ich einfach die diskussion abschalten, das gejammere war schon letztes jahr nicht zum aushalten…

Hm,
40 Kommentare. Und das alles nur wegen Sexismus? Wow.

Wenn Frauen diskriminiert werden (im Internet), dann sollte man vielleicht erst einmal Ursachenforschung betreiben. Und wenn man dann herausgefunden hat, warum das so ist, dann sollte man genau da ansetzen.

Wir kommen vom Thema ab. Wie war das noch mal mit der weiblichen Diskriminierung im Internet? Da höre ich zum ersten mal was davon! Übrigens, man(n) sagt doch DIE Diskriminierung, also ist doch Diskriminierung weiblich, ergo stimmt das doch mit dem der “weibliche Diskriminierung”.

Und Diskriminierung hat ja nicht zwangsweise was mit Sexismus zu tun? Also um was geht es hier eigentlich? Und wer soll denn den Lösungsansatz überzeugend finden, wenn das Problem nicht mal eindeutig klar ist? Gebt mal bitte ein Beispiel, wie man denn so als Frau im Internet diskriminiert wird. Ich bin gespannt. In meiner Blümchenwelt kann ich mir sowas nicht mal im Traum vorstellen :-)

So, nun mal fleißig weiter flamen, ich hol mir schnell ne Coke and Popcorn.

@michael(35): “Spannend, der gleiche Gesprächsverlauf wie vor 20 Jahren. Nur da natürlich nicht zum Thema Internet. ”

IMHO ist ganz genau *das* der Kritikpunkt des Comics: Dass es Leute gibt, die meinen, hier im Internet unbedingt jede gesellschaftliche Debatte wiederholen zu müssen, die man im normalen Offline-Alltag mal geführt hat.
Was im normalen Alltag wichtig war muss es eben im Internet nicht sein. All die Diskriminierung wegen Alter, Geschlecht, Aussehen, Rasse spielt hier erst einmal keine Rolle. Aber anstatt diesen Vorteil zu akzeptieren will man ihn künstlich herbeireden, nur um dann im nächsten Schritt die gleichen alten Debatten führen zu können.
Darauf hat ein Teil der Internetgesellschaft einfach keinen Bock.

Wer einen Hammer hat, für den besteht die Welt aus Nägeln.

Man hat eine Lösung. Jetzt muss man nur noch das passende Problem herbeireden.

Sehr geil! Wahre Worte!

Oh mein Gott! Beetlebums Blog ist viel viel erfolgreicher als meiner!!! Das liegt bestimmt daran, dass er ein Mann ist! (Nicht etwa daran, dass er besser zeichnen kann, länger und aktiver dabei ist und einfach witzige Ideen hat.) Frauen des Internets organisiert euch und wählt mich zum Online-Blog des Jahres, denn ich bin eine Frau! OMFG!
Kommt runter Leute…der Sinn der GLEICHBERECHTIGUNG ist meiner bescheidenen Meinung nach, dass es EGAL ist, welches Geschlecht wo wieviel macht, hauptsache jeder kann machen was er will. Und wer hindert die Frauen denn daran in Wiki zu schreiben…..sie wollen es doch scheinbar nicht.

Danke Jojo!
Es gibt eigentlich drei Geschlechter inzwischen: Männer, (selbstverständlich) emanzipierte Frauen und Feministinnen, die irgendwie die größten Feinde der Emanzipation sind weil sie nicht *machen* sondern nur reden. Und auf die Nerven gehen.

So sieht sie aus, die aufgeklärte Beetlebum-Zielgruppe.
Nicht, dass es nicht zum Thema informierte Kommentatoren gäbe. Aber die zeichnen sich dann leider wieder weitgehend dadurch aus, dass sie den Comic (absichtlich?) falsch verstehen oder keinen Humor haben.

Eine Kurzkritik liefert die aktuelle Blogschau der Mädchenmannschaft, eine differenziertere Auseinandersetzung gibt es bei zeitweilig.

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Responses

  1. Also ich finde der Kommentar

    “oh man, einige hier haben aber echte probleme… das ist ein comic, kein soziologieseminar zur genderdiskussion.”

    trifft voll ins Schwarze. Ein Comic ist ein Comic ist ein Comic. Und mit einer Prise Humor lebt es sich leichter. Wozu muss man das ganze denn jetzt endlos zerreden? Das ist ein WITZ. Nicht PC, okay. Aber sicher weder sexistisch noch “maskulinistisch” noch sonstwas. Einfach nur ein Gäg. Ich kapiere immer weniger, worum es eigentlich geht bei der ganzen Debatte…

  2. @daMax guck mal, damit geht es noch leichter: http://www.derailingfordummies.com/

  3. tja und wie bei jedem anderen medienerzeugnis gibt es eben auch kritik. wenn jemand einen schlechten comic mit schlechten witzen produziert, gibt es eben leute, die erklären, weshalb das jetzt eben schlecht war und man mit dem müll keine weitere zeit mehr verschwenden muss. wer hier die kritik nicht versteht, meint auch, Dan Brown schreibe doch nur bücher, warum muss der denn dafür so fertig gemacht werden?

  4. Hmm, wieso fragst du mich eigentlich nochmal extra wie ich das mit den Nerds vs Frauen gemeint habe um es dann wegzulassen? Genauso die aufklärenden Tweets mit @PatschBella? Ahja, das passt nicht ganz in deine Argumentationskette mich als selbstgerechten Sexist darzustellen. Alles klar, weitermachen!

  5. @daMax

    Ich kapiere immer weniger, worum es eigentlich geht bei der ganzen Debatte…

    Ja, das verstehe ich und das ist auch völlig legitim. Es gibt eine Menge komplexer Themen, auch viele sehr wichtige, und niemand von uns kann sie alle verstehen.
    Problematisch wird es aber, wenn – wie hier – jemand, der unterinformiert zu einem solchen Thema ist, bestimmte Bemühungen ins Lächerliche zieht.

  6. @Jojo
    Hallo Jojo und einmal mehr herzlich willkommen hier. Danke auch für deinen Beitrag. Ich bin froh, dass du dich hier an der Diskussion beteiligst und wir das nun in mehr als 140 Zeichen erörtern können.

    Deine Erklärung zum Nerd-/Frauen-Vergleich habe ich nicht einbezogen, weil ich nicht sicher bin, ob ich die richtig hätte darstellen können.
    Wenn ich dich richtig verstehe, dann ist das ein prima Vergleich, weil ja beide diskriminiert werden, aber verschiedenen Geschlechts sind und damit auch anders umgehen – jedenfalls, solange man zustimmt. Sobald man sich damit inhaltlich auseinandersetzt, ist es dann ein humorvoll gemeinter Spaßvergleich und der Kritiker eine Spaßbremse.
    Wenn du mich da berichtigen kannst, wäre ich sehr dankbar.

    Am Rande: Hast du meinen Trackback gelöscht oder ist der in deinem Spamfilter hängengeblieben? Ich frage das nicht als Vorwurf; ich hatte nur kürzlich mehrmals Probleme beim Trackbacken.

  7. Es ist kein Spaßvergleich. Schau dir den Comic an und du wirst feststellen, dass die Nerddiskriminierung in einem völlig anderem Kontext erwähnt wird. Sie ist nur eine Vorstellung, wie das Internet “erfunden” wurde – Nimmst du das tatsächlich ernst? Und ja, die sprechen wirklich alle klingonisch und ASCII & TCP/IP ist das Blackjack&Nutten des Internets *facepalm*.
    Auf der anderen Seite das Netz als Ort, indem sich jeder frei von Rollen entfalten kann – da Merkmale wie Geschlecht/Hautfarbe etc vorerst hinter einem Nutzername oder Avatar verschwinden. Hier wurde auch nicht gesagt, dass sich Frauen als Mann ausgeben sollen – sondern User primär als geschlechtslos gelten. Es ist mir klar, dass das natürlich nicht die perfekte Lösung ist, die alles plötzlich verändern wird und wir nackig über virtuelle Blumenwiesen hüpfen. Allerdings ist es eine Möglichkeit, rollenunspezifische Vorbilder zu schaffen. Desweiteren sorgt eine vermehrte Diversität (zB MMPORG: Frauen spielen Männer, Männer spielen Frauen) für eine “Unentscheidbarkeit” über den Nutzer, was Trollen und Diskriminierung schwierig und uninteressant macht. Sein Geschlecht zu “verstecken” oder gar zu ändern, ist in den Augen des Feminismus natürlich provokativ – aber diskussionswürdig, da so Vorbilder etabliert werden können.
    Der Zusammenhang zwischen den beiden besteht lediglich darin, wie man aus einem durch “Diskriminierung” geschaffenen Raum (der höchstwahrscheinlich NICHT so entstanden ist), wiederrum Diskriminierung bekämpfen kann (ernst gemeint). Ein rethorisch hübscher Rahmen im großen Kontext (Der Frage, ob eine Organisation/Stammtisch gegen Diskriminierung hilft)
    Das rethorisch hübsche Figuren bei dem oder der einen oder anderen auf Ablehnung bei solchen ernsten Themen stoßen, ist mir bewusst. Allerdings habe ich wenig Lust meine Ideen und Gedanken als soziologisch fundiertes Paper zu schreiben. Man muss es ja nicht gut finden, aber einmal den Kopf einschalten bevor man losschreit schadet nie.

  8. Trackback kam bei mir keiner an. Ich bezweifle auch, das er drin bleiben würde so unreflektiert, wie du hier zusammenfasst ;)

  9. Auf der anderen Seite das Netz als Ort, indem sich jeder frei von Rollen entfalten kann – da Merkmale wie Geschlecht/Hautfarbe etc vorerst hinter einem Nutzername oder Avatar verschwinden. Hier wurde auch nicht gesagt, dass sich Frauen als Mann ausgeben sollen – sondern User primär als geschlechtslos gelten.

    So geht das aber nicht. Von technischen Idealvorstellungen mal abgesehen ist das Netz eine soziale Sphäre, und in dieser werden Geschlechtervorstellungen aus dem Meatspace weitgehend übernommen. Heißt: Selbst wenn man es schafft, konsequent anonym zu bleiben (was ohne Authentizität aufzugeben auf die Dauer extrem schwierig ist), dann gilt man als männlich. Die Geschlechtslosigkeit im Internet ist ein Phantom: Das Primat ist männnlich, und das Weibliche ist etwas markiertes.

    Sexistisch ist dein Comic aber nicht wegen dieser Ansichten, sondern wegen seiner väterlich-erklärenden Attitüde: Wir weißen männlichen Nerds haben doch das Internet schon so gebaut, dass alle anonym sein können und wenn ihr Frauen jetzt Probleme wegen eures Geschlechts bekommt, benutzt ihr es falsch.
    Netzfeministinnen darfst du gewöhnlich schon zutrauen, über die Entwicklung des Internets ein bisschen was zu wissen und eine Weile Praxiserfahrung gesammelt und Diskurs betrieben zu haben, bevor sie ihre Thesen raushauen (die dann immer noch falsch sein können – ich beziehe hier gar keine konkrete Stellung). Dein Comic lässt durchblicken, dass du zum Themenkomplex da einerseits nicht gut informiert bist, erklärt den Feministinnen aber, was sie falsch verstehen und falsch machen.
    Daher wird dir der Vorwurf des “Mansplaining” gemacht: Das Sentiment “Ich bin ein Mann und weiß es daher besser als du, auch ohne große Bildung zur Sache” ist von dir bestimmt nicht beabsichtigt, aber es lässt sich aus deinem Comic herauslesen.

    Trackback kam bei mir keiner an. Ich bezweifle auch, das er drin bleiben würde so unreflektiert, wie du hier zusammenfasst ;)

    Ja, das passt du den Vorstellungen von “Diskussionskultur”, die du generell demonstrierst.
    Danke für das technische Feedback jedenfalls.

    Für jemanden, der darauf besteht, dass ich ihn ständig absichtlich missverstehe und seinen Comic nicht richtig gelesen habe, machst du übrigens erstaunlich viele (auch persönlich verächtliche) Unterstellungen, zu denen meine Anmerkungen gar keinen Anlass geben.

  10. Natürlich gilt der Nutzer heute noch als männlich. Wenn du aber nach einiger Zeit feststellst, das hinter dem (angenommen männlichen) coolen Blogger, kriegerischen Kampfzwerg, sonstwie Netzbürger eine Frau steckt, ändert das dein Rollenbild ganz schnell und nachhaltig und zwar allgemein. Nicht nur für den Nutzer Frau sondern für den Nutzer allgemein, der primär ungeschlechtlich wahrgenommen wird. So hat diese “Netzerfahrung” auch Auswirkungen auf die reale soziale Welt.

    Natürlich kenn ich mich nicht aus. Das habe ich auch nirgends behauptet. Alles was ich bringen wollte, war ein Diskussionspunkt den ich bis jetzt NIRGENDS gefunden habe (und ja, ich habe vorher gegooglt und mich insbesonders mit Kathrins These und Alternativen auseinander gesetzt, worüber ich nichts fundiertes gefunden habe). Wenn dieser Ansatz schon diskutiert wurde, darf man mir gerne einen oder mehrere Links oder Literatur schicken bzw setze ich mich damit auseinander und werte es dementsprechend einfließen lassen und mich korrigieren. So funktionieren Diskussionen ja normalerweise…

    “Mansplaining” ist in dieser Hinsicht natürlich immer ein schönes Argument, weil man dem als Mann gar nicht entgehen kann. Ich könnte natürlich (wahrheitsgemäß) behaupten, dass ich den Blogeintrag so und genau so über jedes andere Thema gezeichnet hätte. Mansplaining halte ich für eine sexistische Unterstellung, die Männer alle über den “Ich erklär dir mal wie das läuft, mein Fräulein”-Kamm schert. Ich wüsste nicht, inwiefern ich irgendwas kontrovers zu dem Thema beitragen könnte, ohne als “mansplainer” dazustehen…

    Ich meine du diskutierst ja selbst viel lieber darüber wie antifeministisch man meinen Blogeintrag interpretieren kann und wieviel unerkannter Sexismus in mir schlummert. Aber was sagst du zu dem Kernthema? Inwiefern glaubst du, dass die Organisation von Frauen gegen die unorganisiert (Troll)Diskriminierung im Netz hilft?

  11. Mansplaining halte ich für eine sexistische Unterstellung, die Männer alle über den „Ich erklär dir mal wie das läuft, mein Fräulein“-Kamm schert. Ich wüsste nicht, inwiefern ich irgendwas kontrovers zu dem Thema beitragen könnte, ohne als „mansplainer“ dazustehen…

    Ich würde sagen, das geht. Indem man eine weniger von oben herab blickend erklärbärige Position gegenüber Frauen einnimmt und den Beitrag etwas geschickter gendert (in deinem Comic sind die Männer auf der richtigen und die Frauen auf der falschen Seite).
    Den Vorwurf an sich kann man (wie jeden Vorwurf) natürlich nicht komplett ausschließen, und wahrscheinlich wird der hin und wieder auch unberechtigt abgeschossen. Aber ich kann verstehen, warum er dir in diesem Fall gemacht wurde.

    Ich meine du diskutierst ja selbst viel lieber darüber wie antifeministisch man meinen Blogeintrag interpretieren kann und wieviel unerkannter Sexismus in mir schlummert.

    Letzteres interessiert mich eher nebenbei – obwohl ich zugebe, dass ich gern sähe, wenn du dir dazu mal Gedanken machst. Ersteres ist aber nun mal mein Thema. Mein Blog befasst sich sehr stark damit, wie man Texte, Filme etc. “lesen” kann und Gendering ist da ein für mich ziemlich leicht greifbarer Aspekt.

    Aber was sagst du zu dem Kernthema? Inwiefern glaubst du, dass die Organisation von Frauen gegen die unorganisiert (Troll)Diskriminierung im Netz hilft?

    Das hingegen ist nicht so meine Sache. Ich verstehe nicht sonderlich viel von Feminismus, beteilige mich kaum an entsprechenden Diskussionen, habe mir noch keinen einzigen Feminismus-Vortrag angehört, habe Katrins Vortrag nicht gesehen (und offengestanden interessiert er mich auch gar nicht) und kenne ihre Thesen gar nicht.
    Deshalb erlaube ich mir auch keine Meinung – schon gar keine kontroverse – zu deinem “Kernthema”. Ich halte bestimmte Organisierungsbemühungen von Netzfeministinnen für großartig (beispielsweise habe ich vor der Mädchenmannschaft einigen Respekt und finde hatr.org eine echte Errungenschaft); was Wikipedianerinnenstammtische und analoge Ideen angeht, bin ich wieder nur verhalten optimistisch. Aber ich kann dazu nun mal nichts genaues sagen.

    Ich hoffe, du verstehst, dass es mir nicht um Kritik um der Kritik willen geht (und dass du nicht ernsthaft meinst, das hier wäre Kritik um der Klicks willen). Ich interessiere mich aber nun mal dafür, wie bestimmte Beiträge funktionieren und wie ein Diskurs verläuft und bin deshalb auch gut dafür gerüstet, das zu diskutieren. Daher wirst du mich auch eher weniger die Aussage z.B. eines Comics kritisieren sehen als seine Machart.

  12. Achso, hierzu noch:

    Natürlich gilt der Nutzer heute noch als männlich. Wenn du aber nach einiger Zeit feststellst, das hinter dem (angenommen männlichen) coolen Blogger, kriegerischen Kampfzwerg, sonstwie Netzbürger eine Frau steckt, ändert das dein Rollenbild ganz schnell und nachhaltig und zwar allgemein. Nicht nur für den Nutzer Frau sondern für den Nutzer allgemein, der primär ungeschlechtlich wahrgenommen wird. So hat diese „Netzerfahrung“ auch Auswirkungen auf die reale soziale Welt.

    Da machst du es dir immer noch zu einfach. Dafür verweise ich aber mal an zeitweilig, dem ich mich da anschließen würde und der da besser argumentiert, als ich das in der begrenzten Zeit, die ich momentan online verbringen kann, machen könnte.

  13. @daMax:

    danke für die blumen.

    @denAutor (ja, mir ist es wurscht, ob du männchen oder weibchen bist. oder umgekehrt.)
    ist ja nett, dass ich hier als beispiel für sexismus und maskulinismus (cool, ein neues wort gelernt.) zitiert werde. endlich hat mich mal einer richtig einsortiert, mich alten frauenunterdrücker und genderproblematikignoranten. für dich gilt der erste satz meines kommentars ganz besonders, erlaube mir, ihn dir persönlich zu widmen. danke.

    btw: der unterschied zwischen flix und beetlebum ist dir bekannt? nö? du weisst, was ein comic (puh, das ist ja schon wieder so ein männlich besetztes wort) ist? auch nö? meine güte.

  14. @Lammi
    Du bist hier falsch. Das hier ist eine feministische Comickritik, kein Workshop zur Selbstdemontage.

    Für weiteres Mimimi bitte hier lang.

  15. @manuel

    ah, dr. bunsenbrenner. ja das passt, der hatte auch immer so nützliche und sinnreiche themen.

  16. […] Flix sucks: Netzmaskulismus 2011 mit Beetlebum 15 Kommentare Mai […]


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