Verfasst von: Manuel | 27.05.2012

Raus aus Aserbaidschan, raus aus den Köpfen?

Eurovision Song Contest in Baku vorbei, Schweden hat gewonnen, die Karawane zieht weiter.

Ist schon recht so. Das ist Unterhaltung. Unabhängig davon, was man vom ESC halten mag, ist es ein legitimes Anliegen, mit einem internationalen Musikwettbewerb Spaß haben zu wollen.

Ich habe aber eine ganz große Bitte an die europäische Presse, insbesondere an die deutschen Leitmedien: Bitte, bitte, bitte zieht nicht weiter. Ihr habt in den letzten Wochen zum Teil beachtliche Aufklärungsarbeit geleistet und das verbrecherische Terrorregime Aserbaidschans journalistisch beleuchtet, wie es eure Pflicht ist. Der Polizeistaat hat gehofft, sich trotz seiner menschenfeindlichen Unterdrückung während des ESC als fortschrittlich und angenehm inszenieren und seine Gewalttaten sogar noch mit dem Song Contest leigitimieren zu können, und er kommt damit durch.
Bitte, liebe Presse, bitte, liebe Leitmedien, lasst euch davon, dass das Schlaglicht der Aufmerksamkeit mit dem Zentrum der Unterhaltung jetzt in andere Länder abwandert, nicht davon abhalten, die Untaten in Aserbaidschan weiter als Topthema zu behandeln. Eure Berichte werden nichts ändern. Aber sie können aufklären. Und ändern kann nur, wer später nicht sagen kann, er habe von alldem nichts gewusst.
Bitte bleibt da dran.

(Oh, und: Bitte hört auf, Anke Engelke als Ikone der Menschenrechte zu feiern, weil sie in Hamburg vor einem deutschen Publikum “Aserbaidschan, viel Glück auf deinem Weg, Europa schaut auf dich” in ein Mikrofon gesagt hat. Das ist mordspeinlich.)

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Responses

  1. Well done, well said. Unter anderem ein grund, warum sich die kasse4 das thema dieses jahr NICHT auf das Band gelegt hat – nach der doch ausführlichen ESC-Berichterstattung aus den Jahren zuvor.

  2. @www.kasse4.de
    Das kann ich gut verstehen. Mich interessiert das schon als Rezipient nur am Rande. Aber bei der Art, in der der ESC-Ausricher das Event hat instrumentalisieren lassen, lässt sich wohl schon sagen: Die Eurovision unterstützt Verbrechen in Aserbaidschan. Nach einigem Überlegen, ob ich den Contest selbst kommentieren würde (falls ich daran nicht eh desinteressiert wäre), muss ich sagen: Ich kann vollkommen nachvollziehen, dass du das lieber gelassen hast.


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