Verfasst von: Manuel | 20.04.2009

Gratis-Spiel der Woche (9): 6 Days a Sacrifice

Die leichtzüngige Chzo-Saga findet ihren würdigen Abschluss in „6 Days a Sacrifice“, dem Nachfolger von „5 Days a Stranger“, „7 Days a Skepic“ und „Trilby’s Notes“ und ist auch genau darauf ausgelegt: Das Spiel beschäftigt sich zum größten Teil damit, lose Fäden zusammenzuführen und bislang nicht erkennbare Zusammenhänge zu ziehen. Es ist daher ziemlich sinnlos, es auch nur anzufangen, ohne alle drei Vorgänger in Reihenfolge durchgespielt zu haben.

„6 Days“ greift spielerische Elemente der Vorgänger wieder auf, indem bekannte (und an Bekannte erinnernde) Charaktere wieder auftauchen, Horror vor allem subtil über das Zurückhalten von Informationen und die Perversion des gewohnten aufgebaut wird und Figurenwechsel uns einen erweiterten Einblick ins Geschehen geben.

Auf den „Haunted House“-Horror vor allem der ersten zwei Teile (der aber auch in „Notes“ noch erkennbar war) wird hingegen nur am Ende nochmal verwiesen, bis dahin ist man vor allem Gefangener einer eher weltlichen Gefahr in Form einer Sekte.
Dafür ist aber auch der Wechsel zwischen Lichtwelt und Dunkelwelt wieder mit von der Partie, ebenso wie der Besuch schon bekannter Orte.

Der grafische Stil orientiert sich stark an „Notes“, ist dabei sogar noch stärker von Comic-Anleihen durchzogen. Das funktioniert wieder einmal sehr gut, ebenso wie der Sound und die Musik, die, wiederum von Mark Lovegrove erstellt, sauber an die Geschicktheit des Vorgängers anknüpfen kann.

Da das Spiel exakt zwischen „5 Days“ und „7 Days“ spielt (also im Abstand von 196 Jahren zu beiden), ist das eine (über weite Strecken allerdings als solche unauffällige) Sci-Fi-Geschichte, in der wir als Sicherheitsinspektor zur Überprüfung ein Gebäude betreten, das wir so schnell nicht wieder verlassen können, während äußerst beunruhigende Dinge vor sich gehen.
Kausal allerdings folgt die hiesige Handlung allen anderen Teilen, also auch der in der Zukunft liegenden.

Bis auf ein paar logische Macken (oder vielleicht eher: große Unwahrscheinlichkeiten) ist wenig an dem Spiel auszusetzen, wenn man damit zurechtkommt, dass aus dem kurzweiligen Freddy-Krueger-Horror in „5 Days“ inzwischen ein monströser Clusterfuck an komplizierten Figuren, Motivationen und Vorgängen geworden ist. Und gegen Ende sogar für ein paar Szenen reichlich unsubtiler Zombietrash wird, der die eigentlich sehr lässige Figur des Trilby leider ein wenig entzaubert.

Ebenfalls etwas ungünstig ist, dass man über die Perspektivwechsel (die diesmal eben keine Visionen sind, ergo nicht vom Protagonisten geteilt werden) etwas den Fokus auf die Hauptfigur verliert, die ja noch dazu erst in diesem Spiel eingeführt wird.
Aber was muss, das muss – anders hätte sich die Geschichte wohl nicht so richtig erzählen lassen.

„6 Days a Sacrifice“ schafft damit nur die Marke von 7/10 Klonkriegern, bringt die Reihe aber dennoch besser zu Ende als etwa „Revolutions“ die Matrix-Trilogie.
Den Download gibts hier, ebenso wie den offiziellen Bonuscontent von Yahtzee in Form von drei kurzen Textadventures, die kurz vor „6 Days“ spielen.

Bleiben Sie dran für die in Bälde folgende Rezension der Tetralogie als Ganzes.

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Responses

  1. […] wird ein Gratis-Spiel rezensiert und in gewissen Abständen gibt es ein Gratis-Spiel des Monats? Demnächst wird die Chzo-Tetralogie als Ganzes besprochen? Deine […]


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