Verfasst von: Manuel | 09.06.2009

Online-Petition gegen Netzsperren auf der Zielgeraden

Daniel Fischer hat es bewiesen: Frauen haben keine Ahnung von Politik.

Laut seiner Auswertung der Unterzeichnerliste der Onlinepetition gegen das Netzzensurgesetz sind über 90% der Unterzeichner männlich.
Die Gründe liegen auf der Hand: Frauen sind von technischen Themen heillos überfordert, interessieren sich nicht für Bürgerrechte, arrangieren sich selbstverständlich mit Unterdrückung und verstehen generell sowieso nichts von Politik.

Ach, du siehst das anders? Warum? Kennst du etwa eine Frau, die als Gegenbeispiel brauchbar wäre? Warum hat sie dann noch nicht mitgezeichnet? Ein kurzes Gespräch müsste genügen, denn die Argumente sind offenkundig.

Die Zeit dazu ist wirklich reif, denn heute in einer Woche endet die Mitzeichnungsfrist und man liegt noch gut 14000 Mitzeichner hinter dem endgültigen Ziel, die größte Onlinepetition zu werden.

HIER gehts zur Zielgeraden.

Grafiken zum Thema gibts bei Sejmwatch, Hochrechnungen auf leyenhaft.de.

Update: Markus schlägt auf netzpolitik.org ein vielleicht wirksameres Vorgehen vor: SPD-Bundestagspolitiker über die Probleme der Netzsperren informieren.

usw…

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Responses

  1. […] Das hier ist prima. So prima, dass ich es 1:1 übernehme, das Recht dazu wurde mir hier erteilt. Also: […]

  2. Wenn du denkst, dass du Frauen zum Unterzeichnen anspornst, indem du sie beleidigst und haltlose Behauptungen aufstellst, dann irrst du dich gewaltig.

    So etwas dumm dreistes ist mir schon lange nicht untergekommen.

  3. Ich weiss nicht, ob ich mich jetzt beleidigt fühlen soll?
    Ob ich als Gegenbeispiel “ brauchbar“ sein möchte, wage ich zu bezweifeln. Mit Betonung auf brauchbar. Aber als Frau pauschal in einem großen Topf zu landen, nichts von Politik zu verstehen, mich im Unterdrüchten-Status absolut wohl zu befinden, mich nicht für Bürgerrechte zu interessieren und dann auch noch Ursula zu heißen. Ich glaube ich stelle mich wieder in meine Küche, gehe brav zur Kirche und erziehe meine Kinder zu weiblichen Untertanen. Und Technik, ja, die hat mich nicht zu interessieren, dafür gibt es ja die Männer.
    Schade, finde ich selbst etwas traurig mit der Unterbesetzung der Frauen bei der Petition, insbesondere auch, nicht zu vergessen, eine Frau hat sie eingereicht. Allerdings haben alle weiblichen Mitglieder meiner Familie diese Petition unterschrieben, genau wie die Freundinnen meiner Töchter auch. Und ich musste sie auch nicht überreden, ein paar Links haben genügt.

  4. […] Die Ausnahmefrau… …versteht etwas von Technik, interessiert sich für Bürgerrechte, unterzeichnet Online-Petiti… […]

  5. @cindylooia
    Du fühlst dich von diesem kurzen Text ernsthaft beleidigt?
    Ohne dir zu nahe treten zu wollen: Ist dir der Gedanke durch den Kopf gegangen, dass ich obenstehende Worte vielleicht nicht ganz genau so meine?

    Die Lage ist doch die: Nicht einmal jede zehnte Mitzeichnung dieser doch recht wichtigen Petition wurde von einer Frau geleistet und ich frage mich und hiermit auch dich, woran das liegt.

    Und nun bin ich gespannt, wie du auf dieses ernsthafte Diskussionsangebot reagierst, nachdem wir schon gesehen haben, dass du auf „dummdreiste“ Provokation sehr stark reagierst.

  6. Tja cosmo, mit Ironie hatte man es noch nie leicht. Die meisten Menschen können oder wollen Ironie einfach nicht verstehen. Mach dir nichts draus, das wird dir bestimmt noch öfters passieren (wenn es dir nocht sowieso täglich passiert).

    Unter uns: 90% aller Internetgeeks sind Männer, vielleicht hat das Ergebnis damit was zu tun? ;)

    Mir persönlich ist es schon gelungen, mindestens 3 Frauen zum Unterzeichnen zu bewegen, das verbuche ich mal als Totalerfolg :-D

  7. […] Na das passt ja, Danke Urs!  Frauen, hier werden sie geholfen! […]

  8. Woran das liegt ist doch offenkundig.
    Die 90 % der Männer sollten vielleicht mal darüber nachdenken MIT Frauen zu reden anstatt dumme Witze ÜBER sie zu machen und zu denken, sie würden sie dadurch aus der Reserve locken.

    Allein schon die Formulierung: „Kennst du etwa eine Frau, die als Gegenbeispiel brauchbar wäre?“ suggeriert, dass du mit diesem Artikel keine Frau ansprichst. Du forderst nicht die Frauen auf aktiv zu werden, sondern du willst, dass die männliche Internetgemeinde ein paar Exemplare der seltsamen Art Frau dazu bewegt (als könnten Frauen nicht selbst entscheiden) eine Petition zu unterschreiben.

    Es geht nicht darum Frauen in die (angeblich) männliche Internetgemeinde einzubeziehen, sondern sie für deren Ziele zu benutzen.
    Der Ton macht die Musik.

    Keine Frau wird durch deinen Artikel dazu angespornt werden, die Petition zu unterschreiben.

    Das wollte ich damit eigentlich nur sagen… war vielleicht etwas unfreundlich….

  9. @cindylooia
    Na das ist doch ein schöner Kommentar. Willkommen in der Diskussion.

    Also verstehe ich dich richtig, dass in deinen Augen „die Männer“ für die geringe Frauenquote verantwortlich sind?
    Dann wärst du doch gar nicht so anderer Ansicht als ich, der ich sie doch dafür in die Verantwortung nehme, die Frauenquote zu erhöhen.

    Ich habe den Eindruck, dass die „Digital Natives“ (beiderlei Geschlechts) mittlerweile praktisch alle von der Petition wissen und sie nunmal gezeichnet haben oder das nie tun werden.
    Und dass – daMax hat das über dir schon erkannt – diese wohl größtenteils Männer sind.
    Frauen oder Männer, die den obigen Text lesen, würden also ohnehin nicht mehr mitzeichnen.

    Frauen, mit denen Frauen oder Männer reden, die ihn gelesen haben, vielleicht schon.

    Siehst du das anders?

  10. Nein. Ich bin nicht deiner Meinung, dass Männer für die geringe Frauenquote verantwortlich sind.
    Deswegen sage ich ja, in einem Artikel mit dem du dafür wirbst, dass mehr Frauen unterschreiben sollen, musst du FRAUEN ansprechen und nicht Männer.
    Frauen sind nämlich für sich selbst verantwortlich (und sie können auch lesen).

    Wahrscheinlich stimmt es, dass alle die hier lesen eh schon unterzeichnet haben, aber wer weiß…

    Und zum Schluss noch eine universell gültige Weisheit über den Umgang mit dem anderen Geschlecht, die sich auf alles andere übertragen lässt: „Wer ficken will, muss freundlich sein.“

  11. Ich verspreche, deine Weisheit zu beherzigen, wenn ich das nächste mal jemanden ficken möchte.

    Bis dahin nehme ich erstaunt zur Kenntnis, dass in zwei Monaten Geblogge die erste interessante Diskussion mit einen klugen Mädchen wie dir aus dem Anlass entsteht, dass ich stark provoziert habe.

  12. Nix gelernt ;-)

  13. Och, ein bißchen mehr Humor bewirkt Wunder oder ein besseres Miteinander. Mißverständnisse oder gewollte Provokationen lassen sich dann viel schneller beheben. Was, oder wem nützt es, wenn Blogger mit dem Messer auf sich los gehen.“ Das Internet ist ja schließlich kein rechtsfreier Raum“.
    Ich habe mal versucht rauszufinden, warum so wenige Frauen die Petition unterschrieben haben. Die meisten, welche ich darauf aufmerksam gemacht habe, hatten es nicht mitbekommen, sprich nicht gewusst. Vielleicht auch ein ganz anderes Surfverhalten mit anderen Interessen, in anderen Netzkreisen…Aber Aufmerksam machen hilft.v
    Vielleicht gibt es auch einfach weniger weibliche “ Internetjunkies“, bitte jetzt nicht mißverstehen. Surfen kostet eine Menge Zeit. Und danke an cosmo für die Bilderidee.

  14. Also meine Frau entwickelt sich langsam aber sicher auch zum Internetjunkie. Und ihre Freundinnen auch. Allerdings ist das Surfverhalten tatsächlich ein total anderes als z.B. bei mir. Ich weiß, das klingt jetzt wieder chauvinistisch, entspricht aber Erfahrungswerten: die meistbesuchten Seiten sind Ebay, Amazon und Schuhgeschäfte. Und dass man dort nichts von der Petition erfährt, verwundert nur mäßig ;)

    Faierweise möchte ich wiederholen, dass ich mit meinem Blog mindestens 3 Frauen zum Unterzeichnen gebracht habe. Wenn man die Mädels mal auf das himmelschreiende Unrecht aufmerksam macht, das unsere Politiker hier nach und nach duchboxen, dann bewegt sich schon was. Nur von alleine kommen zumindest die Frauen die ich so kenne nicht auf die Idee, mal auf politischen Websites herumzusurfen.

    Wie gesagt: das soll jetzt kein chauvinistischer Ausbruch sein, sondern zeigt nur meine bisherigen Beobachtungen. Das war genau der Grund für mich, meinen Blog mit einer gehörigen Portion Politik zu würzen. So kommen wenigstens aus meinem Bekanntenkreis mal ein paar Leute und Leutinnen an Infos, die ihnen im TV vorenthalten werden.

  15. @urs1798, @daMax
    Das wundert mich schon ein bisschen. So kommunikativ und sozialisierend, wie ich Frauen kenne, müssten gerade für die politisch weniger interessierten doch Foren, Twitter und Social Networks der Reißer sein – scheinbar ist das aber nicht der Fall, denn gerade dort wurde über die Petition doch informiert wie blöde.

    (Und natürlich ist das ganz falsch. Das Internet wurde von Männern erfunden und aufgebaut, das www wurde von Männern erfunden und aufgebaut, der Browser wurde von Männern erfunden und entwickelt. Das Frauen in all das nicht gerade natürlich hineinwachsen wirkt da konsequent. Aber wie kann man das ändern?)

  16. Also ich kann das an meiner Frau ganz gut beobachten. Sie quasselt lieber am Telefon als per Chat. Alleine schon deshalb, weil sie mit dem Tippen nicht so schnell ist wie mit dem Mund. Außerdem trifft sie sich lieber mit den Leuten anstatt ihnen lange Kommentare zu schicken.

    Darüberhinaus sitzt sie eben nicht (wie ich) berufsbedingt den lieben langen Tag am Rechner. Und da ist glaube ich der Knackpunkt: wenn ich nach 8h Arbeit nach Hause komme und KEIN Computerfreak bin, komme ich überhaupt nicht auf die Idee, den Rest des Abends vorm Rechner zu verbringen. Da ist Telefon und TV einfach entspannter. Das ändert sich nach und nach dank Apple allerdings gewaltig. So ein hübsches Macbook verleitet halt doch eher mal dazu, ein paar Stunden in Netz zu verbringen.

    Was wir daran ändern können? Interessante Blogs schreiben und ab und zu mal den einen oder anderen Artikel per Massenmail unters Volk bringen.

  17. […] reichlich diskutabel hat sich mein letzter Hinweis auf die Onlinepetition gegen die Netzzensur herausgestellt. Das hatte ich so nicht erwartet und ich war verblüfft, dass die erste richtige […]

  18. […] würde. Um dem abzuhelfen, möchte ich, in Anlehnung an die Geschlechterdebatte im Diskussionsteil dieses Artikels zunächst mal wissen, wie weiblich meine Leserschaft eigentlich ist. Bitte beehrt doch daher diese […]

  19. […] zunehmend ausführlich und durchdacht werden und sich manchmal Diskussionen ergeben wie etwa hier oder […]

  20. […] Mein teilweise missverstandener letzter Hinweis auf die Petition gegen die Internetzensur […]


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