Verfasst von: Manuel | 20.07.2009

Stauffenberg Crisis: Heavy Metal Foray 2 Teaser

Heute vor 65 Jahren hat Claus Schenk von Stauffenberg versucht, Hitler umzubringen.
Tom Cruise hat da neulich irgendeinen Film drüber gemacht. Der war dumm, aber nicht dumm genug.
Ich hab mich in den letzten Monaten an einen eigenen Versuch gewagt, und hier ist der Anfang davon in Rohfassung.

Frohen Stauffenberg-Tag, allerseits!


Intro

Vor schwarzem Hintergrund werden verschwommen weiße Schemen sichtbar, die sehr langsam an Schärfe gewinnen. Mit starkem Hall ertönen zwei Stimmen, die wir erst später werden zuordnen können: Zunächst die von HENNING VON TRESCKOW, dann die von STAUFFENBERG.

TRESCKOW: Schließen Sie sich uns an! Jeder lädt Mitschuld an den Verbrechen, die um uns geschehen, auf sich, der nichts gegen sie unternimmt!
STAUFFENBERG: Tut mir leid, ich bin an einen Eid gebunden.

Aus den weißen Schemen wird mit zunehmender Schärfe eine Büste Solons von Athen. Das Bild bleibt leicht verwaschen und unscharf. Dann wird darunter eingeblendet: Solon 640 – 560 v. Chr.
Die Büste wird übergeblendet in den Kopf einer Statue Catos des Jüngeren. Es ist deutlich klarer erkennbar als Solons Kopf. Darunter erscheint eine Schrift: Marcus Porcius Catō der Jüngere 95 – 46 v. Chr.
Dieses Bild geht nun über in ein Schwarzweißporträt Benjamin Franklins hüftaufwärts vor verschwommenem Hintergrund, unter dem erscheint: Benjamin Franklin 1706 – 1790
Abgelöst wird das von einem Schwarzweißfoto von Bismarck, nur Oberkörper. Unterschrift: Otto von Bismarck 1815 – 1898
Nun erscheint ein koloriertes, deutliches Foto Friedrich Eberts am Schreibtisch mit der Schrift: Friedrich Ebert 1871 – 1925
Übergeblendet wird nun in ein Bild der Stauffenberg-Figur des Films im Profil, gestochen scharf und in voller Farbe. Wir sehen ihn von der Brust aufwärts im Hemd seiner Armeeuniform, ohne Augenbinde. Im Hintergrund sind ein sandiger Horizont unter blauem Himmel erkennbar. Die Bildunterschrift lautet: Claus Schenk Graf von Stauffenberg 15.11.1907 – 20.06.1944
Mit etwas Aufmerksamkeit ist erkennbar, dass es sich nicht um ein Stillbild handelt, sondern um extreme Zeitlupe bei jedoch normaler Bildfrequenz. Mit den vergehenden Sekunden nähert sich die Zeitlupe immer stärker der Echtzeit an. Stauffenberg neigt den Kopf leicht zur Seite und bewegt die zuvor starr geradeaus gerichteten Augen ein wenig in Richtung Kamera. Das Geräusch von Wind kommt allmählich auf, leise Rufe im Hintergrund werden hörbar
Als Stauffenberg zu laufen beginnt, folgt ihm die Kamera kurz, dann gibt es einen Schnitt in die Totale, in der das Lager eines Militärkonvois mit Zelten, Jeeps, Transportern und zwei Panzern zu sehen ist. Stauffenberg trägt von seiner Uniform lediglich ein Hemd, dessen Ärmel hochgekrempelt sind, eine von Hosenträgern gehaltene Hose und seine Stiefel. Er läuft zu einem vor einen Unterstand gestellten Tisch, vor dem ein Soldat sitzt. Damit gehen wir über zu

Szene 1

Eine Einblendung informiert uns über Ort und Zeit der Handlung: 7. April 1943, Tunis
Stauffenberg spricht den Soldaten, der gerade ein Funkgerät bedient, an.

STAUFFENBERG: Wie weit sind sie noch?
FUNKER: Ein paar Minuten, höchstens.
STAUFFENBERG: Packen Sie zusammen.
FUNKER: Aber der Kontakt zum Hauptquartier…
STAUFFENBERG: Der ist jetzt nicht so wichtig. Bringen Sie das Funkgerät rein und gehen Sie in Deckung!
Der Funker folgt Stauffenbergs Befehl, während dieser sich umdreht und im Laufschritt die Gegenrichtung einschlägt. Ein Schnitt bringt uns
zu einem anderen Offizier in noch lockererer Uniform als Stauffenberg, der eben eine Feldflasche absetzt und zuschraubt. Ein Soldat spricht ihn an.
SOLDAT: Generalfeldmarschall Rommel, die Briten sind uns deutlich überlegen. Aufklärungsberichten zufolge sind wir bereits beinahe eingekesselt!
ROMMEL: Dann müssen wir uns eben dahin zurückziehen, wo sie uns noch nicht eingekesselt haben.
SOLDAT: Herr Generalfeldmarschall! Die Lage ist aussichtslos, wir müssen uns ergeben.
ROMMEL: Aussichtslos ist gar nichts, Soldat. Man muss nur an sich glauben. viel leiser, mehr zu sich selbst Außerdem lässt Hitler uns alle umbringen, wenn wir uns ergeben.
Stauffenberg trifft ein. Er unterbricht das Gespräch.
STAUFFENBERG: Der britische Tieffliegerangriff steht unmittelbar bevor. Nehmen Sie Ihre Männer und fahren Sie.
ROMMEL: Und Sie hier zurücklassen, mein Bester? Sie werden unsere Panzergeschütze gut gebrauchen können.
STAUFFENBERG: Diesmal nicht. Ich habe Befehl, Ihren Abzug zu decken; ich werde nicht zusehen, wie bei einem Fliegerangriff ums Leben kommen. Sie sind zu wichtig!
ROMMEL denkt kurz nach, nickt dann aber: Na schön, meinetwegen.
Rommel setzt seine Mütze auf den Kopf.
ROMMEL zu dem Soldaten von eben: Wir brechen auf. Sagen Sie allen, dass wir uns sofort in Bewegung setzen!
SOLDAT, mit Hackenschlag salutierend: Jawohl Herr Generalfeldmarschall!
Der Soldat dreht sich um und läuft. Rommel wendet sich nun vertrauensvoll an Stauffenberg.
ROMMEL: Strategisch ist hier sowieso alles im Eimer. Der Führer will mich in den nächsten Tagen hier rausfliegen lassen. Mir behagt das gar nicht.
STAUFFENBERG: Sie sind zu wichtig, um hier draufzugehen.
ROMMEL: Mir stinkt aber, dass meine Soldaten hier sterben sollen. Ich wünschte, ich müsste sie nicht so verheizen!
STAUFFENBERG: Sie können nicht bleiben. Die Männer brauchen jemanden wie Sie, zu dem sie aufschauen können!
ROMMEL: Aber was wird dann aus den Männern? Wenn die so eingesetzt werden wie meine Division hier, wär’s für jeden besser, der lieber desertiert als noch länger zu jemandem aufzusehen.
Im Hintergrund werden Rufe laut, Fahrzeuge rollen an und Kisten und Packen werden auf Ladeflächen geworfen.
STAUFFENBERG: Wie meinen Sie das?
ROMMEL: Ach, hören Sie nicht auf mich. lacht Ein alter Mann wie ich redet manchmal zu viel. Hoffen wir einfach, dass der Krieg noch gut für uns ausgeht.
Rommel reicht Stauffenberg die Hand, Stauffenberg nimmt sie an.
ROMMEL: Leben Sie Wohl, Stauffenberg! Mir war es eine Ehre, mit Ihnen zu dienen!
STAUFFENBERG: Und mir ist es eine Ehre, dem Wüstenfuchs Deckung zu geben!
Beiden salutieren einander, dann geht die Kamera in die Totale. Während die ersten Credits laufen, sehen wir, wie Stauffenberg davonmarschiert, während Rommel beifahrerseitig in einen LKW einsteigt. Sofort setzt sich das Gefährt in Bewegung und fügt sich in einen Konvoi ein. Eine leichte Kamerabewegung enthüllt, dass dieser aus einem Großteil des zuvor gesehenen Lagers, inklusive der schwereren Fahrzeuge, besteht und sich bereits weit über das Lager hinaus hinzieht.
Schnitt zu Stauffenberg, der gerade im Kommandozelt seine Uniformjacke aufnimmt und anzuziehen beginnt. Sein Blick verfinstert sich, als er auf das ein Bild Hitlers an einer Wand fällt.
STAUFFENBERG vor sich hin, mit Blick auf das Bild: Was für eine Katastrophe…
Der Funker von eben betritt sein Zelt. Stauffenberg fährt fort, sich anzukleiden.
FUNKER: Herr Oberst, wir sind für eine solche Attacke nicht vorbereitet. Wir haben nur…
STAUFFENBERG: Wir werden dem Angriff standhalten. Sind alle auf Ihren Posten?
FUNKER: Oberst… die Engländer sind uns haushoch überlegen!
Stauffenberg, dessen Uniform nun vollständig ist, nimmt eine Maschinenpistole in die Hand und lädt sie.
STAUFFENBERG: Im alten Griechenland gab es mal eine Schlacht bei den Thermopylen. Dreihundert tapfere Griechen wehrten sich gegen eine Million Perser. Das schaffen wir auch!
FUNKER: Aber das ist Wahnsinn!

Stauffenberg sieht den Funker nur von der Seite an und lächelt kalt. Dabei nimmt er seine Waffe hoch und entsichert sie. Leise ertönen die Geräusche von Flugzeugmotoren.
Schnitt nach draußen, wo in der Totalen der erste Angriff der britischen Tiefflieger zu sehen ist: Provisorisch im Lager aufgebaute und auf den Fahrzeugen montierte Abwehrgeschütze nehmen vergeblich das Feuer auf,
während die eintreffenden Einschüsse der Flugzeuggeschütze mehrere Explosionen verursachen. Im Verlauf der weiteren Kampfhandlungen sehen wir in mehreren Einstellungen, wie Fahrzeuge, Unterstände und Zelte zusammengeschossen werden und der Großteil der Soldaten blutig stirbt. Die schlecht ausgerüsteten Bodentruppen können lediglich einen der Flieger abschießen, der nach einem Sinkflug dicht über die Köpfe der Soldaten hinweg gefährlich nahe am Lager in den Sand stürzt.
Inmitten des Kampfgetümmels bringt uns ein Schnitt zu Stauffenberg, den wir halbnah sehen, wie er immer wieder mit seiner Maschinenpistole ein anderes der Flugzeuge beschießt. Als er eines auf sich zukommen sieht, das zwei Bahnen von Projektileinschlägen auf ihn zu zieht, gelingt ihm bei einem Kampfschrei ein Treffer mit einer Salve an dessen Pilotenkanzel. Der Flieger gerät daraufhin ins Abwärtstrudeln, verzieht seine Schussbahnen und lenkt damit eine davon direkt auf Stauffenberg. Blutwolken spritzen auf, Stauffenberg wird grotesk durchgeschüttelt, dann stürzt er wie tot zu Boden. Sobald er still liegt, blendet das Bild aus. Auf dem schwarzen Hintergrund erscheint zentriert der Titel des Films:

Stauffenberg Crisis:
Heavy Metal Foray 2

Nach einigen Sekunden verschwindet die Schrift und verschwommene Umrisse ersetzen die Schwärze. Damit kommen wir zu

Szene 2

Wir sehen, noch immer unscharf, an die Decke eines großen Zimmers mit hellen Lampen an der Decke.
EINE STIMME erklingt, wie aus der Ferne: Herr Doktor… er kommt zu sich.
Zwei Personen werden an den Bildrändern erkennbar, wir befinden uns in der Ichperspektive aus den Augen eines Liegenden.

DOKTOR, auf der der ersten Stimme gegenüberliegenden Seite: Hallo? Können Sie mich hören?
Stauffenberg: Wo bin ich?
DOKTOR: In München. Wir hatten Sie schon verloren gegeben, aber Sie haben einen starken Willen, mein Lieber.
Ein Schnitt bringt uns in eine Beobachterperspektive, aus der wir die beiden Herren an Stauffenbergs Bett stehen sehen. Der Patient ist am Kopf und am rechten Unterarm verbunden.
STAUFFENBERG: Was ist passiert?
DOKTOR: Sie wurden bei einem Fliegerangriff in Tunesien schwer verletzt. Wir können wirklich froh sein, dass sie noch leben… hier ist jemand, der Sie sprechen möchte.
Eine Frau im roten Kleid betritt das Zimmer und läuft sofort auf das Bett zu.
STAUFFENBERG: Nina!
NINA VON STAUFFENBERG: Oh Claus! wirft sich ihrem Mann an die Brust und beginnt zu weinen
Die beiden Herren sehen einander an, dann nicken sie Stauffenberg zu und verlassen den Raum.
STAUFFENBERG: Dieser Krieg ist ein Irrsinn, Nina. Die Nazis lassen eher Zivilisten in den eroberten Gebieten erschießen oder Juden in Vernichtungslager transportieren als Munition und Nachschub an die Front zu bringen. Und Hitler verheizt eine Kompanie nach der anderen mit seinen wahnwitzigen Plänen.
NINA, unter Tränen: Claus, ich will dich nicht verlieren!
STAUFFENBERG: Warum? Was ist denn passiert?
NINA: Dein Auge… du hast dein Auge verloren. schluchzend Und die rechte Hand.
STAUFFENBERG: Was sagst du da…
Stauffenbergs Blick fällt zunächst auf seinen Armverband, dann auf ein Bild Hitlers an der ihm gegenüberliegenden Wand.
STAUFFENBERG: Jetzt habe ich also auch noch mein Auge an diesen Verbrecher verloren…
NINA: Claus… Oberst von Tresckow ist hier, er wollte mit dir reden.
STAUFFENBERG: Tresckow?
NINA: Er wartet draußen…
Sie steht auf und öffnet die Tür. OBERST HENNING VON TRESCKOW betritt den Raum. Er nickt Stauffenbergs Frau zu, worauf diese geht und die Tür hinter sich schließt.
TRESCKOW: Willkommen unter den Lebenden. Wie geht es Ihnen?
STAUFFENBERG: Könnte nicht besser klagen…
TRESCKOW: Der Afrikafeldzug ist vorbei. Rommel wurde ausgeflogen und soll jetzt in Italien eingesetzt werden. Aber die meisten Ihrer Männer sind tot.
STAUFFENBERG: War nicht anders zu erwarten. Die Befehle waren lebensmüde! Ich hätte nicht gedacht, dass ich es überlebe.
TRESCKOW: Der ganze Krieg ist doch nur noch Vergeudung. Wir können nicht mehr gewinnen. Die Katastrophe von Stalingrad, die Deportationen, der gezielte Terror gegen Zivilisten – Sie wissen, dass wir an einer menschlichen Tragödie teilhaben!
STAUFFENBERG: Aber wir sind an unsere Loyalität gebunden. Wir sind Soldaten der Wehrmacht.
TRESCKOW: Wir sind auch Männer von Ehre. beschwörend Schließen Sie sich unserer Verschwörung an, Stauffenberg. Wir brauchen Männer wie Sie!
STAUFFENBERG: Das wäre Hochverrat!
TRESCKOW: Denken Sie jetzt wieder an Ihren Eid auf den Führer? Der selbst jedes Wort gebrochen hat, dass er den Menschen gegeben hat? Der für die grausamsten Verbrechen unserer Geschichte verantwortlich ist? Wenn Sie ihm treu bleiben, begehen Sie Landesverrat!

Die beiden Männer sehen sich einige Augenblicke an, dann folgt ein harter Schnitt, und wir kommen zu

Szene 3

Ein feudal eingerichtetes Zimmer in einem Privatanwesen in Berlin. Nur punktuelle Beleuchtung. Um einen Tisch sitzen bzw. stehen VON TRESCKOW, BECK, MERTZ, OLBRICHT und VON HAEFTEN. Laut Einblendung befinden wir uns im September 1943, Berlin-Grunewald.

MERTZ: Was machen wir hier, Tresckow? Diese heimlichen Treffen werden immer riskanter, irgendwann fallen wir auf!
TRESCKOW: Ich weiß, Mertz. Aber wir haben seit kurzem jemanden in unseren Reihen, von dem ich finde, dass wir ihn alle anhören sollten, weil er einen wirklich interessanten Vorschlag hat. Ich darf Ihnen vorstellen: Oberst Claus von Stauffenberg.
Die Kamera folgt Tresckows Geste ans andere Tischende, wo Stauffenberg, nun mit der bekannten Augenklappe und der Hakenprothese, vom Platz aufsteht. Er geht langsam, aber entschlossen auf die anderen zu.
STAUFFENBERG: Meine Herren!
OLBRICHT: Stauffenberg!
STAUFFENBERG: Tresckow hat mich über den Stand Ihrer Arbeiten in Kenntnis gesetzt. Wir sind uns einig: Der Krieg muss so bald wie möglich zum Wohle der Menschheit beendet werden.
MERTZ: Der Führer ist völlig taub auf diesem Ohr, und es gibt keinen Weg, ihn zu umgehen.
STAUFFENBERG: Dann müssen wir ihn aus dem Weg räumen!
BECK: Wie stellen Sie sich das vor?
STAUFFENBERG: Mit einem Attentat. Wir werden Hitler das Leben nehmen und in seinem Namen mit dem Gegner verhandeln.
OLBRICHT: Und was dann? Himmler und seine SS-Schergen werden uns festnehmen lassen! Wir landen alle vor einem Erschießungskommando, bevor irgendwer davon erfährt!
STAUFFENBERG: Nicht, wenn man uns für den legitimen Ersatz hält.
BECK: Was haben Sie vor?
STAUFFENBERG: Es gibt einen Notfallplan, den Hitler im Falle eines Anschlags auf seine Person erlassen hat. Einige von Ihnen sind vielleicht damit vertraut. Sein Name ist… Walküre.

[…]

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