Verfasst von: Manuel | 31.08.2009

Super Wahltag

Vergangenen Mittwoch ist meine Wahlbenachrichtigung gekommen. Am 27. September ist nicht nur Bundestagswahl, sondern auch Landtagswahl in Brandenburg. Was ich bis Mittwoch nicht wusste: zugleich ist auch (Zitat Wahlbehörde)

[x] Wahl und evtl. Stichwahl der Bürgermeisterin / des Bürgermeisters

Das überrascht mich zwar, aber andererseits wurde das auch Zeit: Nach meiner Erinnerung wurde der jetzige Bürgermeister vor mindestens sieben Jahren gewählt und in meinen Augen ist das eine ziemlich lange Spanne, in der die Bürger nicht gefragt wurden, ob sie mit der Regierung durch den Bürgermeister einverstanden sind.

Nun war mein (und nicht nur mein) Dilemma aber dieses: Während ich eine gewisse Vorstellung habe, wo ich meine Kreuze bei der Bundes- und bei der Landtagswahl machen werde, hatte ich keine Ahnung, wer zur Bürgermeisterwahl überhaupt antritt. Zur letzten Bürgermeisterwahl sind aber immerhin drei verschiedene Kandidaten angetreten, die als illustre Persönlichkeiten auftraten und teilweise recht markige Slogans ins Rennen warfen – mit dem letztlichen Sieger hatten als solchen viele nicht gerechnet, denn den meisten war er bis dahin nur als Autoverkäufer bekannt gewesen.

Eine kurze Recherche brachte mich aber nun darauf, dass diesmal nicht drei, nicht zwei, nein, sondern nur ein einziger Kandidat zur Wahl steht: Der bisherige Bürgermeister.
Quoth the local Käseblatt:

„Es lag nur eine Bewerbung von Herold Quick vor, die der SPD-Ortsverein eingereicht hatte“, so Wahlleiterin Hannelore Lenhart.
„Der Ausschuss hat die Unterlagen geprüft und hatte nichts zu beanstanden. Herr Quick ist für die Wahl am 27. September zugelassen.“

Auf diesem Wahlzettel steht in Falkenberg also nur ein Name. Der Wähler kann sein Kreuz entweder bei „ja“ oder bei „nein“ machen. Laut Brandenburgischem Kommunalwahlgesetz ist gewählt, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten hat, sofern diese Mehrheit mindestens 15 von 100 der wahlberechtigten Personen umfasst.

Ich darf also als wahlberechtigter Bürger nach sieben Jahren SPD-Regierung entweder „ja“ oder „nein“ ankreuzen. Vielen Dank liebe Demokratie, dass ich das noch erleben darf.
Wenn ich das geahnt hätte, hätte ich ja noch versucht, mich zumindest selbst als Kandidat zu bewerben. Das wäre zwar politisch unsinnig gewesen, aber wenigstens könnte dann nachher keiner sagen, es hätte keine Alternativen gegeben.

Immerhin werde ich am 27. September insgesamt fünf Stimmen abgeben können, mehr als die meisten anderen Deutschen an diesem Tag.
Eventuell – siehe obiges Zitat aus der Wahlbenachrichtigung – ja sogar noch mehr.

Na da bin ich doch mal gespannt, obs für den Bürgermeister eine Stichwahl gibt!

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Responses

  1. […] ist Bundestagswahl. Ich selbst darf heute fünf Stimmen abgeben. Das werde ich auch tun. Und ich verrate keinem, wer sie bekommt.1 Ebenso wird es hier keine […]

  2. […] ist ja an sich schön, aber diese Bürgermeisterwahl war keine echte Wahl, sie war eine Posse. Ein Wahlzettel, der lediglich einen Kandidaten und die Felder „Ja“ und […]


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