Verfasst von: Manuel | 04.12.2009

Teuflisch einen im Tee

Liebe Tee-Hersteller,

seit kurzer Zeit bin ich ein gelegentlicher Teekonsument. Aus diesem Grund verbringe ich ab und zu etwas Zeit vor dem Teeregal des örtlichen Supermarktes. Dort bietet sich mir dann zum Beispiel folgendes Bild:

Als ich zum ersten Mal Tee getrunken habe, war dieses Getränk in den meisten Fällen noch tatsächlich ein Verarbeitungsprodukt der Teepflanze. Früchte- und Kräutertee führten mir aber bald vor Augen, dass man Tee auch aus anderen Dingen als Tee machen kann.
Seit ich vor einigen Monaten erstmals an einer Tasse „Sweet Kiss“ genippt habe, befinde ich mich jedoch in Zweifel darüber, ob ihr überhaupt noch wisst, was Tee eigentlich mal war, und wie lange ich mich tatsächlich noch darauf verlassen kann, unter dem Namen zumindest irgendwas trockenes in wasserdurchlässigen Beuteln zu bekommen.
Wirklich, Teeproduzenten: „Heiße Liebe“? Im Sinne von leidenschaftlicher Zuneigung? In einer Pappschachtel für zwofuffzich? Das bietet ihr ernsthaft erwachsenen Menschen zum Erwerb an?
Und, Teemenschen, „kleine Sünde“ ist etwas, das ihr mit einem Engel als Abbildung als angenehm und interessant unter die Leute bringen möchtet? Ungestört davon, dass das ein religiöser Begriff für eine verwerfliche Tat (die sich mit Engeln äußerst schwer in Verbindung bringen lässt) ist? Und das soll ein Aufgussgetränk sein, ja?

Ich weiß, ich weiß, verehrte Teemann-Brothers: Ich hätte mit der „Apfeltee macht man aus Apfel, aber woraus soll Blasen- und Nierentee sein?“-Empörung schon kommen sollen, als ihr „Kindertee“ in die Regale gestellt habt. Und die geistesgestörte Anpreisung des religiös Verwerflichen als genussvoll und erstrebenswert im Nahrungsmittelbereich ist dank Magnums „7 Sünden“ spätestens seit 2003 ein alter Hut.
Aber „süßer Teufel“ als entspannendes Heißgetränk? Der Teufel, das personifizierte Böse, süß? Habt ihr sie noch alle? Was glaubt ihr denn, wer so bescheu…

Oh.

Moment…

Liebe Teetrinker,

seit kurzer Zeit bin ich ein gelegentlicher Teekonsument. Ich trinke allerdings schon seit geraumer Zeit Bier. Bier, müsst ihr wissen, unterteilt man in übersichtliche und leichtverständliche Sorten wie „Schwarzbier“ und „Weizenbier“, „Bockbier“ und „Pils“. Vor einigen Jahren begann ich, an der geistigen Gesundheit meiner biertrinkenden Mitmenschen zu zweifeln, als ich Mischsorten wie „Lemon“ und „Orange“ aufkommen sah, welche ja bekanntlich ein Irrweg des Alkoholkonsums sind.
Nun aber, da ich weiß, mit was für abwegigen Sorten an „Tee“ man euch sehr erfolgreich zu ködern schafft, was für intransparente Bezeichnungen (Apfeltee macht man aus Apfel, aber woraus… ach, egal…) in den „Tee“-Regalen ihren Siegeszug unternehmen, ist mein Vertrauen in die Biertrinker relativ wiederhergestellt.

Die scheinen immerhin noch was zu haben, das sie sich wegzusaufen trauen.

Teuflisch sündige Liebesgrüße und Küsse,

cosmo

Advertisements

Responses

  1. Was Du da auf dem Bild siehst, sind ohnehin nur die aufgepeppten Abfälle, die beim Verladen/Verpacken von richtigem, offenen Tee anfallen. Ungenießbar für einen echten Teekenner.

  2. Das ist doch sehr beruhigend, danke. ;)

  3. :-)

  4. Ich finde die Überschrift „Teuflisch einen im Tee“ immer noch zum Kringeln und würde mir wünschen, auch mal solche Geistesblitze zu haben. #neid.

    • Okay, Bonustrack mit Outtakes: die Überschriften zum obigen Text, die es nicht zur Veröffentlichung geschafft haben

      • Der beruhigenstee Gedanke
      • Der Teufel steckt im Tee-Teil
      • Ästeetik
      • Wir graben einen Teeengel

Das muss kommentiert werden!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: