Verfasst von: Manuel | 07.02.2010

„Ist meine Schlägerpfanne nicht das Allergrößte?“

Jugendsprache – wer kennt das nicht? – ist schon eine schwierige Angelegenheit. Sehr oft versteht man ja als Außenseiter überhaupt nicht mehr, worüber die jungen Leute eigentlich gerade reden!

Zur Beruhigung lässt sich sagen: Das war auch schon früher so! Das Lehrwerk „Arbeitstexte für den Unterricht Fach- und Sondersprachen“ von 19741 etwa gibt uns folgenden Beispieldialog, an dem wir erkennen können, wie sich die Jugendlichen jener Zeit im natürlichen Umgang miteinander unterhielten:

-”Hallo Zahn!”
-”Hallo Typ!”
-”Ist meine Schlägerpfanne nicht das Allergrößte?”
-”Ich finde sie ein bißchen krank. Aber für dein vergammeltes Pennerkissen ist sie vielleicht nicht so undufte.”
-”Willste was auf meinem Feuerstuhl gefahren werden?”
-”Steh ich nicht drauf. Außerdem habe ich die kanischen Röhren nicht dabei.”
-”Wollen wir ne Menage nehmen?”
-”Ne, lieber ein Rohr brechen.”
-”Willste nicht mit in die Scheune gehen? Es gibt da den letzen Heuler mit Gary Cooper. Die Kohlen kommen von mir. Ich bin zwar noch die Miete für den Stall scharf, aber ich werde wegen der Mäuse sowieso noch mit meiner Regierung sprechen.”

Ganz schön verwirrend! Zum Glück bietet dasselbe Buch uns für diese Unterredung eine Übersetzung in das Deutsch, das wir alle im alltäglichen Umgang miteinander pflegen:

-”Guten Tag, mein Fräulein.”
-”Guten Tag, mein Herr.”
-”Ist mein Sturzhelm nicht schön?”
-”Ich finde ihn ein bißchen blöd. Aber für Ihren unordentlichen langen Haarschnitt ist er vielleicht nicht so unpassend.”
-”Darf ich Sie zu einer Fahrt auf meinem Motorrad einladen?”
-”Das bereitet mir keine Freude. Außerdem habe ich meine amerikanischen langen Hosen nicht angezogen.”
-”Wollen wir etwas essen?”
-”Nein, lieber eine Flasche trinken.”
-”Wollen Sie nicht mit mir ins Kino gehen? Es gibt dort eine großartige Sache mit Gary Cooper. Ich werde auch bezahlen. Ich bin zwar schon im Rückstand mit der Wohnungsmiete, aber ich werde wegen des Geldes sowieso noch mit meinen Eltern sprechen.”


  1. Zitiert nach: Wederhake, Björn: Knorke Sprache, alter Verwalter! Rattenscharf! (2006). Erschienen in agitpopblog.org. []
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Responses

  1. Meh, LOL!


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