Verfasst von: Manuel | 25.02.2010

Für jeden Euro Sozialmissbrauch: 540 Euro Steuerhinterziehung

„Wir wissen, dass oftmals das Geld, das vom Steuerzahler für die bedürftigen Kinder gedacht ist, nicht bei diesen ankommt sondern in den Fernseher investiert wird“, sagt Guido Westerwelle, deutscher Vizekanzler.
Jawoll! Endlich sacht ma einer, wies is!

Sozialschmarotzer! Blutsauger! Liegen den Leistungsträgern nur auf der Tasche!

Auf seinem gerechten Kreuzzug zum weniger sozialen Sozialstaat ist Sir Westerwave auch bereit, kleinere Opfer zu bringen, wie z.B. einen sauberen Umgang mit den Fakten.

Das Portal MALZ für ein soziales Minden hat nun einen Zusammenhang gezogen, der die Sozialstaatsdebatte und das Verhältnis zwischen arm und reich in ein interessantes Licht bringt:

Die Sozialverband Caritas Deutschland hatte für das Jahr 2001 festgestellt, daß der Mißbrauch bei der Sozialhilfe 120 Mio. Euro betrug, Steuerhinterziehung dagegen den deutschen Staat um 65 Mrd. schädigte – ein Verhältnis von 1:540.

Laut einer Untersuchung der CARITAS Deutschland aus dem Jahr 2001 betrug der Sozialhilfemißbrauch 120 Mio. € – wobei gleichzeitig 2,2 Mrd. € im Staatshaushalt für die Ansprüche nach dem Sozialhilfegesetz eingespart wurden, die aus persönlichen Gründen nicht gestellt worden sind.

Im gleichen Zeitraum entgingen der Bundesrepublik Deutschland 65 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung.

Die Zahlen sind von 2001 und deshalb natürlich nicht ohne weiteres auf die aktuelle Debatten zu übersetzen, aber das Verhältnis ist doch nichts weniger als übermächtig: Auf einen Euro missbräuchlich in Anspruch genommener Sozialleistungen kamen 540 Euro, die den Steuern hinterzogen wurden.
Unter diesen Umständen gewinnt der Begriff „Sozialschmarotzer“ doch ganz neue Anwendungsmöglichkeiten…

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Responses

  1. Tchaka! Der hat gesessen. Ist klar, dass ich diesen Fakt auch nochmal weiter verbreiten muss, ne? Dank und Gruß.

  2. Im Übrigen sieht es so aus, dass in Österreich die reichsten 10 % des Landes rund 70 % des Gesamtvermögens besitzen. [Quelle: OeNB).

    Die Herren Politiker sprechen aber immer nur vom Einsparen bei den restlichen 90 %, die sich gerade einmal 30 % des Vermögens teilen (prügeln?).

    Die Fakten zu verzerren gehört ja zum „guten Ton“ in der Politik und in den unabhängig abhängigen Journaillen.


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