Verfasst von: Manuel | 07.09.2010

Polizeigewalt bei Baumhausabriss (Updates)

Ja, die Überschrift ist lächerlich. Aber wenn lächerliche Worte eine korrekte Beschreibung tatsächlicher Ereignisse darstellen, sollte man sich nicht über die Worte Gedanken machen, sondern über die Umstände, unter denen solche Ereignisse stattfinden.

In Stuttgart finden derzeit Bauarbeiten für einen neuen Bahnhof namens s21 statt. Große Bevölkerungsteile stehen diesem Projekt skeptisch gegenüber und artikulieren bereits seit Monaten ihre Ablehnung in Demonstrationen und Protestaktionen. Bislang liefen diese friedlich ab.

Zu den derzeit stattfindenden Abrissarbeiten gehört auch der Ausriss von Bäumen im bahnhofsnahen Schloßpark. Um diesen aufzuhalten, hatten Protestierende ein Baumhaus in einem Baum gebaut und bekletterten in der Nacht von Montag auf Dienstag dieser Woche mehrere Bäume.
Die Räumung des Parks wurde durch ein Sondereinsatzkommando der Polizei (!) durchgeführt, wie zahlreiche Nachrichtenmedien berichten.

Dabei kam es zu Gewalt seitens der Polizisten. Das Video eines Nachrichtenbeitrags, der unter Anderem zeigt, wie ein Polizist einer Aktivistin ins Gesicht schlägt, folgt nach dem Klick.

Indessen werfe ich – wie schon bei den ähnlichen Vorfällen auf der “Freiheit statt Angst”-Demo letztes Jahr – die Frage in den Raum, warum eigentlich Staatsbürger zur Feststellung ihrer Personalien auf eine Polizeiwache gezwungen werden können, die von ihnen bezahlten Polizisten sich jedoch nicht einmal auf Aufforderung hin klar ausweisen müssen.
Ein Gegenüberstehen auf Augenhöhe sähe anders aus.

Mehr zu den s21-Protesten findet sich auf Bei Abriss Aufstand, mehr zu den Schloßpark-Aktionen bei Robin Wood.

Update: RP-online hat das Video in voller Länge und besserer Qualität, versehen mit einem verständnisfördernden Kommentar.

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Responses

  1. Danke fürs Verbreiten.

  2. Soviel zum Thema Demokratie!

  3. Hinweis: In diesem Artikel stand zuletzt ein Nachtrag mit Informationen, die aus der Kommentarsektion übernommen wurden. Dieser wurde mittlerweile auf Betreiben der Betroffenen wieder entfernt.
    Ich entschuldige mich für entstandene Unnannehmlichkeiten.

  4. [...] werden grundsätzlich belächelt oder, wenn sie zu groß dafür werden, mit roher Gewalt durch Staatsorgane beantwortet, um dem Bürger seinen Platz im System zu [...]


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