Verfasst von: Manuel | 03.11.2010

DSA: More Men at Work

Im September wurde ich gefragt, ob ich nicht mal meine „Gedanken bezüglich Feminismus und Gender“ verbloggen möchte, und in der Tat finde ich dieses Themenfeld hier im Blog etwas unterrepräsentiert.

Das Feedback, das ich dazu hier im Blog bekomme, spricht allerdings eine andere Sprache: Folgt man den Bewertungen, die mittels dieser kleinen Sternchen unter hiesigen Blogartikeln abgegeben werden können, zählen meine ersten beiden genderthematischen Artikel zu den schlechtesten hier im Blog, der dritte und bislang letzte ist in zwei Monaten gar nicht bewertet worden. Der erste wurde kaum gelesen und gar nicht kommentiert, der zweite erhielt ausschließlich Gegenwind von Männern in der Kommentarsektioneinzig der eigentlich wenig ergiebige über Computerspiele und Sexismus hat noch etwas anderes als Kritik in den Kommentaren gesehen.

Insofern sind meine Beiträge zur Genderdebatte vielleicht tatsächlich einfach verdammt schlecht, und wenn das so ist, bitte ich meine Geschlechtsgenossen um Verständnis, wenn ich an den „Sexismus in der DSA-Redaktion“-Artikel nochmal anknüpfe.


Damals bemerkte ich, dass nicht nur alle Chefredakteure und „Kernredakteure“ in 26 Jahren des Rollenspiels DSA Männer waren (Update: was so nicht ganz stimmt, siehe hier), sondern dass auch die weitere Redaktion stark männerdominiert war:

Der ursprüngliche Chefredakteur für DSA war Ulrich Kiesow. Seine beiden Nachfolger waren Thomas Römer und Florian Don-Schauen. Die von Ulisses 2009 gebildete „Kernredaktion“ besteht aus Thomas Römer, Patric Götz, Chris Gosse, Daniel Richter und Uli Lindner.

Das sind alles Männer.

Die weitere Redaktion besteht zur Zeit aus Lena Falkenhagen, Momo Evers, Britta Neigel, Stefan Küppers, Thomas Finn, Anton Weste, Frank Bartels und Ulrich Kneiphof.

Drei Frauen. Fünf Männer.

Zuliefern dürfen Frauen DSA also schon, aber nicht mehr als Männer. Und Mitbestimmen geht gar nicht.

„Wenn DSA ein Männer-Rollenspiel ist“, schloss ich, „dann setzt Ulisses sehr viel daran, dass das auch so bleibt.“

Nun fiel jene Beobachtung in eine Zeit des Wandelns für DSA, und schon tags darauf schrieb ich:

Womöglich werden keine weiteren Abschiede folgen, obwohl das nicht auszuschließen ist. Spannender wird jedoch sein, wie Ulisses auf die Austritte weiter reagiert – etwa durch die ausgleichenden Ergänzungen des Redaktionsteams.
Die Ratcon vom 10. bis 12. August 2010 wird auch deshalb sehr interessant sein, weil die Aktionen der kommenden Wochen erkennen lassen werden, wie Ulisses in den nächsten Monaten verfährt.

Tatsächlich gab es seither einen weiteren Abschied aus der Redaktion, auch wenn dieser nichts mit den anderen zu tun hatte: Nach Florian Don-Schauen (der einst neben Thomas Römer Chefredakteur der DSA-Redaktion war) im April, und Mark Wachholz, Tyll Zybura, Michelle Schwefel sowie Katharina Pietsch im August verließ im Oktober mit Frank Bartels der fünfte Redakteur 2010 die DSA-Redaktion.

Auch die „ausgleichenden Ergänzungen“ sind in der Tat jetzt eingetreten: Am 30. Oktober verkündete Ulisses im hauseigenen Blog den Beitritt von Lars Reißig und Stefan Unteregger zur DSA-Redaktion.

Nun kann ich sagen, dass sich einige Unkenrufe im August als unbegründet erwiesen haben und es DSA besser zu ergehen scheint, als auch ich zuletzt angenommen habe.
Auch freut es mich für die beiden Neuredakteure (und wirklich auch für DSA), dass sie nun offiziell zur Redaktion gehören.
Allein, die Sache mit den Frauen unter den DSA-Entscheidern wirkt heute nicht unbedingt ausgeglichener als zuvor.

Folgt man dem Eintrag „DSA-Redaktion“ im Wiki Aventurica, bestand diese zu Anfang 2010 einschließlich der Kernredakteure aus insgesamt zwölf Männern und vier Frauen. Das entspräche einer Frauenquote von 25%. Im April schied Florian Don-Schauen aus, im August dann Mark Wachholz, Tyll Zybura und Katharina Pietsch – drei Männer, zwei Frauen. Damit waren in der nun dreizehnköpfigen Redaktion noch drei Frauen, eine Quote von 23%. Nur für ein paar Tage sank durch den Weggang von Frank Bartels die Mitgliederzahl auf zwölf. Der Zugang von Lars Reißig und Stefan Unteregger stärkt nun die Gesamtzahl auf vierzehn, die drei Frauen machen jetzt also eine Quote von 21% aus.

Dass unter Aussteigern die Geschlechter einigermaßen gleich verteilt sind, aber ausgerechnet zwei Männer zur Verstärkung herangeholt werden, könnte Zufall sein. Dass die ohnehin schon schwache Frauenquote von nicht mal 30% damit unter ein Viertel absackt aber nicht.
Das hat Struktur.

DSA, das Flaggschiff der deutschen Fantasy und wichtigstes deutsches Tischrollenspiel, wird seit 26 Jahren von einem Redaktionsteam gemacht, das immer von Männern geführt und immer vorrangig von Männern besetzt war.
Ulisses‚ Personalpolitik arbeitet effektiv daran, diese Situation weiter auszubauen.

Wenn DSA ein Männerrollenspiel ist, liegt das sicher nicht zuletzt daran, dass vor Allem Männer darüber entscheiden. Und das jedenfalls wird noch für Jahre so bleiben. Dafür setzt sich Ulisses sehr aktiv ein.


Responses

  1. »Das hat Struktur.«, sagst du, und vielleicht müsste genau diese tatsächlich mal genauer auseinander genommen werden. Aber ohne einen (vergleichenden) Bezug zu anderen Spielen, der Verlagswelt insgesamt oder meinetwegen auch der Gesamtengesellschaft, fällt es mir schwer, mit deiner Einschätzung etwas anzufangen.

    Wenn die Redaktion sexistischer als der Rest der Gesellschaft sein sollte, müsste das irgendwie belegt werden. Wenn sie aber nur genauso furchtbar wie der Rest sein sollte, müsste man erklären, warum gerade an diesem Beispiel über ein grundsätzliches Problem gesprochen werden soll. Oder nicht? Es spricht natürlich nichts dagegen, Sexismus an irgendeinem beliebigen Beispiel zu erörtern, aber ich kann schon verstehen, dass die Reaktionen ohne eine extreme Situation oder rollenspielerische Spezifika eher verhalten sind. (Wenn _ich_ eine Grundsatzdiskussion führen möchte, mache ich das sicher auch nicht mit den Rollenspielnerds von nebenan.)

    Das Einsternklicken finde ich allerdings auch spannend! Fast lustig, sich eines Themas so mit *Wusch* zu entledigen.

  2. Herrje, „könnte Zufall sein [aber ist es gewiss nicht]“ und „das hat Struktur“. Dein Text suggeriert, dass die Frauenquote bei DSA absichtlich klein gehalten würde. Das trifft aber nicht zu. Ich kenne die Beteiligten und die Rahmenbedingungen recht gut, und kann Deinen Mutmaßungen nicht beipflichten.

  3. @paule

    Das Einsternklicken finde ich allerdings auch spannend! Fast lustig, sich eines Themas so mit *Wusch* zu entledigen.

    Das geht mir ähnlich (man kann das hier ja reproduziert sehen). Aber dieses Feedback ist mir immer noch lieber als gar kein Feedback.

    Mit dem Rest deines Kommentars machst du allerdings einen guten Punkt: Natürlich ist das kein großer Skandal, und wahrscheinlich ist das nicht mal etwas besonderes.
    Ich habe aber den Eindruck, dass die meisten Rollenspieler diese Sache gar nicht wahrhaben wollen und sie in ihrer Wahrnehmung darum nicht existiert.

    Ich denke nicht, dass die DSA-Redaktion viel sexistischer als die Gesellschaft generell ist, aber ich halte sie für ein gutes Beispiel dafür, wie die Subkultur Rollenspiel Frauen/Mädchen marginalisiert.

    So wie ich das Hobby Rollenspiel verstehe, ist das schlicht nicht machbar, ohne dass sich Leute, die sich gut verstehen, zusammensetzen und gemeinsam eine Geschichte entwickeln – das ist höchst kommunikativ und etwas sehr soziales. Für mich wirkt das wie eine Beschäftigung, die weibliche Interessenten scharenweise begeistern müsste.
    Mir ist noch keine verlässliche Erhebung über den Weg gelaufen, aber allen meinen Eindrücken zufolge, widerspricht die Realität dem: Der Riesenerfolg bei Frauen/Mädchen bleibt aus, Rollenspiel ist de facto ein Herrensport. Marketingsprachlich ausgedrückt: Ich vermute, eine große potenzielle Käuferschaft liegt unerschlossen brach und wartet darauf, angesprochen zu werden.

    Für diese Diskrepanz gibt es sicher verschiedene Ursachen, aber ich halte es nicht für abwegig, dass eine wichtige davon ist, dass Rollenspiel von Männern gemacht wird. Mit diesem Artikel möchte ich das veranschaulichen: Die DSA-Redaktion ist ein Herrenclub.

  4. @rillenmanni
    Welche Rahmenbedingungen mussten denn überwunden werden, damit drei Männer und zwei Frauen durch zwei Männer und keine Frau ersetzt werden konnten?

  5. Selbst 23% dürfte noch eine, gemessen an der Spielerschaft, vergleichsweise hohe Frauenquote sein.

    Und ist es schlimm, dass Rollenspiel ein männerdominiertes Hobby ist? Kann es nicht eher sein, dass das Hobby Rollenspiel für Frauen schlicht weniger attraktiv ist als für Männer, ähnlich wie Dutzende andere nerdige Hobbies auch? Dass Frauen bewusst an der Teilnahme gehindert werden sollen, scheint mir nahezu unvorstellbar.

  6. Ziemlich an den Haaren herbeigezogen.
    Hier werden einfach ein paar Fakten in den Raum geworfen, und augenzwinkernd mit „Na, fällt euch was auf?“ kommentiert. Was Du schreibst mag ja eventuell sogar richtig sein – aber dann ist es ein reiner Zufallstreffer (was soviel heißt wie: der Artikel ist für mich eher ein Beleg dafür, das es NICHT so ist wie Du hier schreibst).

    23% einer 13-köpfigen Redaktion… .
    Fällt euch was auf? …

    Möchtest Du mit diesem Artikel etwas bewirken? Oder etwas anprangern? Was möchtest Du? Ich habs nicht rausfinden können!

    Beim Thema „brachliegende weibliche Käuferschaft“ verhält es sich ähnlich: Du schreibst „ich vermute…“. Viele Leute vermuten seit vielen Jahren das viele Käuferschichten viel zu wenig angesprochen werden.
    Wenn dem so wäre gäbe ‚vermutlich‘ seit Jahren eine D&D-Pink-Edition, das Warhammer-Ponyhof-TT und ein Savage Worlds Tea Party Setting!
    Is aba nich so.
    Sorry, aber mehr als ein Stern is nich drin.

  7. »Beim Thema “brachliegende weibliche Käuferschaft” verhält es sich ähnlich: Du schreibst “ich vermute…”. Viele Leute vermuten seit vielen Jahren das viele Käuferschichten viel zu wenig angesprochen werden.
    Wenn dem so wäre gäbe ‘vermutlich’ seit Jahren eine D&D-Pink-Edition, das Warhammer-Ponyhof-TT und ein Savage Worlds Tea Party Setting!
    Is aba nich so.
    Sorry, aber mehr als ein Stern is nich drin.«

    Wenn ich den Sinn dieses Absatzes an der Grammatik vorbei richtig errate, ist er ein treffendes Beispiel für den Sexismus, den man wirklich mal untersuchen sollte. Es würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn solches Pink-Ponyhof-Gequatsche einen deutlich größeren Beitrag an der männlich dominierten Szene hätte, als es der Frauenanteil in der DSA-Redaktion hat. (Womit ich nicht sagen will, dass die Einstellung eines „Mannes statt einer gleich- oder besserqualifizierten Frau“ nicht auch ein Ausdruck von Sexismus sein könnte – nur kann ich mit meinem Wissensstand nichts zum Einzelfall DSA sagen ..)

  8. Es stellen sich mMn zwei Fragen:

    1.) Warum ist das so?

    und 2.) Henne oder Ei?

    Zu 1.)
    Warum eigentlich bezeichnet man DSA als „Männerrollenspiel“, wo es doch seit jeher deutlich machte, dass Krieger und Schmiede mitnichten nur von männlichen Stereotypen bekleidet werden? Auch genderspezifische thematische Stereotypen wurden zu häufig zurückgewiesen, als dass man von einer Verfestigung sprechen könnte – heutzutage belustigen den Leser die pädagogischen Ansätze, mit denen rollenspielerische „Jungbullen“ zu gruppenverträglichem Spiel angehalten werden sollten.
    Im Grunde müsste man im Zuge einer vergleichenden empirischen Erhebung feststellen, wie hoch der Frauenanteil in den Spielerschaften verschiedener Rollenspiele ist, um auf diese Weise besonders „maskuline“ und besonders „feminine“ Rollenspiele zu ermitteln, um dann Systeme, Mechanismen, Thematiken und Präsentation untersuchen zu können.

    Zu 2.) Was war zuerst? Henne oder Ei? Gibt es so wenige Redakteurinnen, weil es so wenige Spielerinnen gibt? oder gibt es so wenige Spielerinnen, weil DSA von männlichen Redakteuren gemacht wird?
    Wie sieht der Frauenanteil in der Spielerschaft aus? Wie hoch ist der Anteil von Spielerinnen, die sich über die eigene Gruppe hinaus vernetzen – in Cons, Rollenspielclubs, Internetforen und Chats? Wie hoch ist der Frauenanteil unter den „Bastlern“? Wie viele Frauen schreiben Rollenspielblogs, veröffentlichen hausgemachte Zusätze (Regeln/Hintergrund/Abenteuer/usw.)? Wie hoch ist der Frauenanteil in Teilnehmerschaft von Wettbewerben? Die Teilnehmerliste des aktuellen Simia-Pokals ist ja kürzlich erst online gegangen, und zum Ulisses-DSA-Autorenwettbewerb wird es auch eine Liste der eingegangenen Beiträge geben – mal schauen, wie viele Frauen daran teilnehmen werden.
    Und abschließend, um auch eine meiner Hypothesen ins Spiel zu bringen: In welchem Alter beginnen Männer bzw. Frauen üblicherweise mit dem Rollenspiel? Und auf welche Weise werden Männer und Frauen mit dem Hobby bekannt gemacht? Ich vermute nämlich (aufgrund einiger natürlich nicht wissenschaftlich-repräsentativer Gespräche), dass Männer und Frauen unterschiedliche Einstiegsalter und -gelegenheiten haben.

  9. „Wenn ich den Sinn dieses Absatzes an der Grammatik vorbei richtig errate, ist er ein treffendes Beispiel für den Sexismus, den man wirklich mal untersuchen sollte. Es würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn solches Pink-Ponyhof-Gequatsche einen deutlich größeren Beitrag an der männlich dominierten Szene hätte, als es der Frauenanteil in der DSA-Redaktion hat.“

    Nein paule, Du hast den Sinn leider nicht richtig erraten! Aber immerhin weiss ich jetzt, das es nicht die Frage als solche oder um einen (zu erratenden?) Sinn geht, sondern nur um politisch korrektes rumgelaber – von dem ich mich aber bereits im vorhinein mit meinem Pink-Ponyhof-Gequatsche distanziert habe.
    Befürchtet hatte ich das bereits nach dem Lesen des Eingangsposts. Dank Deiner Antwort bin ich mir aber nun sicher.

    ps: Wenn schon nicht politisch korrekt, so liefere ich Dir um der grammatikalischen Korrektheit willen noch ein „es“ nach.

  10. Das „es“ ist mir so egal wie die politische Korrektheit. Deine Aussage im letzten Absatz ist nicht verständlich – die lauten Phrasen schon. Nenn das pc, wenn’s dir hilft .. „is aba nich so“ ;)

  11. cg hat es mit dem Henne-Ei-Problem doch auch schon geschildert: Die Rahmenbedingungen sind derart, dass in dem Pool aus RedaktionskandidatInnen, aus dem geschöpft werden kann, schlicht und ergreifend kaum Innen schwimmen. Dieser Pool ist der AutorInnen-Pool.
    Wenn nun nach neuen Redaktionellen gesucht wird, dann besieht man sich den Pool und bewertet mE nach folgenden Kriterien:
    1) Sind die AutorInnen eng mit unseren Arbeiten verbunden? Diese Verbundenheit geht über kurz- bis mittelfristige hohe Aktivitätspegel hinaus, durch die mitunter auch nur die beiden folgenden Punkte getestet werden.
    2) Zuverlässigkeit: a) Wie flink können sie schreiben? b) Sind sie inhaltlich flexibel (Einarbeitung in „ungeliebte“ Thematiken)?
    3) Wie gut passen sie ins soziale Gefüge? Als schwierig geltende Personen zB haben geringere Chancen.
    4) Quer dazu: Haben sie ausreichend Zeit bzw wollen sie überhaupt stärker involviert werden? Aktive Teilnahme an der Redaktion kostet sehr viel Zeit und Nerven, die sich gern auch von anderen Aktivitäten/Verantwortlichkeiten fressen lassen. Das erklärt, weshalb es in der aktuellen Redaktion auch ein paar „nur noch Beratende“ =) gibt.

    Wir können die Kriterien verkürzen: Es sind diejenigen zwei Personen neu hinzugekommen, für welche die Mitglieder der Kernredaktion mehrheitlich die Hand ins Feuer legen würden.

    Wenn ich gefragt worden wäre, welche zwei Neuen berufen werden würden, hätte ich drei Kandidaten genannt. Lars und StefanU wären zwei davon gewesen. Es wäre keine In darunter gewesen.

    Wenn ich gefragt worden wäre, welche zwei Neuen berufen werden sollten, hätte ich einen Er (nicht mich) und eine Sie genannt; jedoch wohlwissend, dass ich die „Sie“ aus Wunschdenken heraus genannt hätte, in dem Wissen, dass sie die neue Rolle ohnehin abgelehnt hätte (siehe Kriterium 4 oben).

    Tatsächlich fallen mir spontan nur drei aktive Autorinnen ein. Und diese drei fallen wegen der og Kriterien nicht in die engere Auswahl. Wenn sich neben diesen drei Autorinnen nun aber mindestens dreißig Autoren tummeln, dann ist es schlicht und ergreifend wahrscheinlicher, dass die beiden neuen Redaktionellen eben Typen sind.

    Damit wären wir dann beim allgemeinen Faktum angelangt: Deutlich mehr Männlein als Weiblein betätigen sich im Rollenspiel (eben nicht nur DSA). –> Deutlich mehr Männlein als Weiblein betätigen sich mit Schreibtätigkeiten, ob das nun für die eigene Spielrunde oder für ein größere Publikum ist.

    Dein Text unterstellt, dass bei der Auswahl der Redaktionellen der Schniepel-Test gemacht würde: „Wenn Du einen Schniepel hast, darfst Du vielleicht mitmachen. (Weil: Frauen sind irgendwie … anders, unheimlich.)“ Weshalb ich mich beim Lesen Deines Textes ein wenig aufgeregt habe, ist, dass Du in die Abläufe bei DSA zwar keinen wirklichen Einblick zu haben scheinst, aber dennoch mal eben so eine brisante These aufgestellt hast.

  12. Ui, ganz schön viele Gedanken dazu. Vielen Dank für eure Debattenbeiträge!

    Eine generelle Bitte – nichts Verbindliches – habe ich aber, Jungs: Könnt ihr, insofern ihr selbst für DSA tätig seit, bitte eure Anonymität fallen lassen? Hier lesen auch Außenstehende mit, und denen können wir beim Verständnis sehr helfen, wenn wir die Diskussion transparent halten.

    @vaxr

    Und ist es schlimm, dass Rollenspiel ein männerdominiertes Hobby ist?

    Lass mich einfach mal ein Rollenspieler sein, der antwortet: Ja.
    Ich finde, dass macht Rollenspiel an sich ärmer (weil eine weibliche Perspektive darauf fehlt) und es nimmt uns Männern eine Möglichkeit, über unsere Hobbys mit Frauen zu interagieren.

    Kann es nicht eher sein, dass das Hobby Rollenspiel für Frauen schlicht weniger attraktiv ist als für Männer, ähnlich wie Dutzende andere nerdige Hobbies auch? Dass Frauen bewusst an der Teilnahme gehindert werden sollen, scheint mir nahezu unvorstellbar.

    Die Frage hat man sich über Politik auch gestellt. Und vor erst wenigen Jahren auch über Computerspiele. Siehe mein Posting oben: So wie Rollenspiel funktioniert, halte ich das für etwas, mit dem Frauen sehr viel anfangen können müssten.
    Ich kann mir viel besser vorstellen, dass Frauen an der Teilnahme gehindert werden, als dass sie sie nicht wollen (von „bewusst“ habe ich übrigens nie was gesagt – ganz bewusst).

    @cg

    1.) Warum ist das so?

    und 2.) Henne oder Ei?

    Dein Beitrag ist ein guter Anstoß, Chris. Mein Artikel macht eigentlich schon zwei Schritte zu viel. Ich hätte wohl sogar noch früher ansetzen sollen: Dabei, wieviele weibliche Rollenspieler es überhaupt gibt und warum das so ist. Falls es in nächster Zeit niemand anders tut, hole ich das mal nach.

    Zu deinem 1.) Ich nenne DSA ein Männerrollenspiel, weil es (und das ist ja nichts besonderes) vor allem von Männern gespielt wird. Am Inhalt lässt sich das schwerer festmachen als bei anderen Mainstreamrollenspielen, klar.
    Eine verlässliche Bearbeitung zur Sache kenne ich aber nicht, du scheinbar auch nicht… gibts in der Rollenspieltheorie nichts Genderspezifisches?

    Zu 2.) Die Teilnehmerlisten zu den Abenteuerwettbewerben werden wirklich interessant zur Sache sein.
    Ich weiß auch nicht, was ihr dafür tut, dass mehr Spielerinnen bloggen/basteln/inoffizielle Materialen schaffen/mitdiskutieren/schreiben/etc. Ich glaube aber, dafür könntet ihr mehr tun.
    Deine Thesen zum Einstieg ins Rollenspiel interessieren mich, führen hier aber etwas vom Thema ab. Das ist jetzt rückwärts beschwert, weil es eigentlich genau das ist, worüber wir zuerst reden müssten, doch das sollte dann lieber nicht in diesem Kommentarstrang laufen. Ein anderer kommt aber demnächst bestimmt.

    @Praesi
    Ich finde auch einige Dinge, die als „politisch korrekt“ verkauft werden, problematisch. Aber bist du ganz sicher, dass verächtlicher Machismo eine gute Alternative dazu darstellt?

    @rillenmanni
    Danke für die Versachlichung, und vielen Dank auch für deine ausführliche Erklärung.
    Ich hätte mich vielleicht auch selbst weniger knapp halten sollen, aber diese langen Texte bergen immer die Gefahr, dass man sich für was umfangreiches ins Zeug legt, was das keiner durchliest. ;)

    Dein Text unterstellt, dass bei der Auswahl der Redaktionellen der Schniepel-Test gemacht würde: “Wenn Du einen Schniepel hast, darfst Du vielleicht mitmachen. (Weil: Frauen sind irgendwie … anders, unheimlich.)” Weshalb ich mich beim Lesen Deines Textes ein wenig aufgeregt habe, ist, dass Du in die Abläufe bei DSA zwar keinen wirklichen Einblick zu haben scheinst, aber dennoch mal eben so eine brisante These aufgestellt hast.

    Nein, mein Text unterstellt das nicht. Besonders deutlich ist er da aber zugegeben auch nicht. Um mich mal selbst zu interpretieren:

    Dass unter Aussteigern die Geschlechter ziemlich gleich verteilt sind, aber ausgerechnet zwei Männer zur Verstärkung herangeholt werden, könnte Zufall sein. Dass die ohnehin schon schwache Frauenquote von nicht mal 30% damit unter ein Viertel absackt aber nicht.
    Das hat Struktur.

    Der erste Satz ist keine Alibidistanzierung. Der steht da, weil ich in den Auswahlprozess keinen Einblick hatte, weil ich nicht mal den Autorenpool, aus dem ausgewählt wurde, kenne, weil ich dem konkreten Schritt, der hier vollzogen wurde, wirklich nichts vorwerfen kann.
    Der zweite Satz zoomt quasi aus diesen paar Monaten Zeitverlauf heraus auf DSA von „Aventuria“ bis heute, und sieht, dass dieser konkrete Schritt einer von sehr vielen unter dem Gebot „Thou shalt be male“ ist, dem nur sehr wenige andere Schritte widersprachen.
    Dieses Gebot finde ich problematisch, und darauf will ich hinaus. Die konkrete vorliegende Personalentscheidung und der Vorgang dahin: Kein Thema.

  13. Wer Politik machen möchte, macht Politik. Wer Computerspiele spielen möchte, spielt Computerspiele. Und: Wer Rollenspiel betreiben möchte, betreibt Rollenspiel. Deine Hypothese, dass Frauen sich doch eigentlich viel mehr für Rollenspiel interessieren MÜSSTEN, weil es doch eigentlich genau das richtige für sie sein MÜSSTE wirkt auf mich eher ziemlich paternalistisch. Wenn Frauen spielen möchte, tun sie es auch – das hat sich bisher in allen Lebensbereichen gezeigt.

    Solche Hypothesen („Die DSA-Redaktion wird bewusst ‚männlich‘ gehalten“) aufzustellen ist leicht, sie mit einzelnen Anekdoten zu „beweisen“ ebenfalls. Diese Hypothesen glaubhaft zu verifizieren, dürfte wiederum um einiges schwieriger sein… wo sind die Beweise?

    Dass es faktisch gesehen z.B. beim Durchschnittsgehalt immer noch Unterschiede gibt, ist in der Tat ein gesellschaftliches Problem – aber eines, dass sich über die Jahre immer weiter von selbst lösen wird. Natürlich handelt es sich bei letzterem lediglich um eine Vermutung meinerseits.

    Wie sah das eigentlich nochmal Mitte der 90er aus, als Vampire groß war? War nicht der allgemeine Konsens, dass es überdurchschnittliche viele weibliche Vampire-Spieler gab (bzw. immer noch gibt)?
    Ich vermute ja eher (bzw. rate einfach mal ins Blaue), dass das eigentliche Problem kein strukturelles ist – das Problem dürfte sein, dass das Pen & Paper an sich nicht salonfähig ist. Ganz im Gegensatz zu Computerspielen, die gerade bei den unter dreissig jährigen inzwischen großflächige Akzeptanz gefunden haben dürften. Wohlgemerkt, alles nur Vermutungen.

  14. @Marcus

    Dass es faktisch gesehen z.B. beim Durchschnittsgehalt immer noch Unterschiede gibt, ist in der Tat ein gesellschaftliches Problem – aber eines, dass sich über die Jahre immer weiter von selbst lösen wird.

    Und wie soll das gehen? Wenn Frauen mehr Gehalt wollen, dann kriegen die das auch?
    Und wenn wir alle einfach nur warten, dann lösen sich die gesellschaftlichen Probleme ganz von selbst, daher ist es paternalistisch, sie auch nur anzusprechen?

    Dein Kommentar stützt meinen Eindruck, dass Rollenspiel in dem Feld noch ganz am Anfang steht und das ganze Thema noch nicht mal wahrgehabt wird.

  15. Paternalistisch ist es, Vermutungen darüber abzugeben, was andere eigentlich gerne mögen müssten, und sich dann zu überlegen, wie er bei der Verwirklichung helfen kann. In dem Fall „zum Besten der Frauen“.

    Die Frage ist doch: Gibt es wirklich ein Problem – oder wird künstlich eines erzeugt? Ich nehme an, du meinst es nur gut – aber glaubst du nicht, dass „die Frauen“ selbst für sich sprechen können?

    Ich lasse mich gerne davon überzeugen, wenn es ein Problem gibt – aber von der Existenz speziell im Rollenspielbereich, ganz speziell in der DSA-Redaktion, bin ich mangels Beweisen nicht überzeugt.
    Wo sind die Frauen, die fälschlicherweise übergangen worden sind? Bisher diskutieren hier scheinbar nur Männer?

    Gruß, Marcus

  16. Ach so: Warum sich das Problem vermutlich von selbst löst? Ich glaube ja, dass es sich da um einen langsamen Prozess handelt. Eine vollkommene Gleichstellung von jetzt auf gleich ist unrealistisch – diese Änderung kann nur über mehrere Generationen erfolgen, und zwar dadurch, dass sich das Denken der Menschen langsam ändert. Und ich habe sehr wohl den Eindruck, dass es für die heutige Jugend z.B. viel selbstverständlicher ist, dass Frauen und Männer gleich behandelt werden. Schauen wir mal, wie das in zehn, vielleicht zwanzig Jahren aussieht, wenn die heutige Jugend die Führungspositionen bezieht.

  17. Und ich habe sehr wohl den Eindruck, dass es für die heutige Jugend z.B. viel selbstverständlicher ist, dass Frauen und Männer gleich behandelt werden.

    Das ist dann aber nichts, was von selbst passiert, sondern das Ergebnis sehr harter Arbeit für die Gleichberechtigung.

    Paternalistisch ist es, Vermutungen darüber abzugeben, was andere eigentlich gerne mögen müssten, und sich dann zu überlegen, wie er bei der Verwirklichung helfen kann. In dem Fall “zum Besten der Frauen”.

    Was ich hier mache, geht aber in die andere Richtung. Das hier ist doch nicht: „Hömma, Mädels, ihr müsst doch ma endlich dieset Rollenspieldingens spielen!“ Ich sehe, dass Rollenspiel ein vornehmlich von Männern betriebenes Hobby ist, und ich frage mich, warum das so ist. Das Rollenspielen sieht für mich nicht so aus, als ob es die Ursache sein kann, deshalb sehe ich da Verantwortung bei den Machern.

    Ich nehme an, du meinst es nur gut – aber glaubst du nicht, dass “die Frauen” selbst für sich sprechen können?

    Du sprichst mir ab, über das Thema sprechen zu können, weil ich keine Frau bin? Wenn keine Frauen kommen und selbst sagen, dass sie sich ausgeschlossen fühlen, dann ist das auch nicht so?

    Ich lasse mich gerne davon überzeugen, wenn es ein Problem gibt – aber von der Existenz speziell im Rollenspielbereich, ganz speziell in der DSA-Redaktion, bin ich mangels Beweisen nicht überzeugt.

    26 Jahre DSA. Sieben männliche Chef-/Kernredakteure. Eine Restredaktion, die zu jedem Zeitpunkt männlich dominiert war. Das ist sicher nur meine Meinung.

    Wo sind die Frauen, die fälschlicherweise übergangen worden sind? Bisher diskutieren hier scheinbar nur Männer?

    Ich gehe mal davon aus, dass das jetzt kein Versuch ist, mit dem Fehlen von Frauen zu beweisen, dass Frauen nicht ausgegrenzt werden.
    Aber wenn mein Artikel in den Kreisen, in denen er weitergereicht wird, nicht auch auf diskussionswillige Frauen trifft, kann ich dich beruhigen: Wir Männer sind hier ganz unter uns. Zivilschein wird ebenso wie DSA vor allem von Männern gelesen und diskutiert.

  18. „26 Jahre DSA. Sieben männliche Chef-/Kernredakteure. Eine Restredaktion, die zu jedem Zeitpunkt männlich dominiert war. “

    Absolut, ich stimme dir da zu. Aber das beweist in keinster Weise, dass dies gesteuert ist. Es beweist, dass die DSA-Redaktion von Männern dominiert wird. Davon abgesehen kannst du Vermutungen äußern, mehr nicht.

    „Wir Männer sind hier ganz unter uns. Zivilschein wird ebenso wie DSA vor allem von Männern gelesen und diskutiert.“

    Was gerade in Anbetracht der Thematik schade und irgendwie ironisch ist! :)

  19. Dass alle Chefredakteure Männer waren, stimmt auch nicht ganz. Jedenfalls dem Wiki-Aventurica-Artikel über Britta Neigel zufolge, in dem steht, dass sie von 1997 bis 2002 Co-Chefredakteurin war. Das wäre immerhin eine Frau neben den sieben Männern.
    Warum sie das niedergelegt hat, steht da leider nicht.

  20. Sonst habt Ihr keine Probleme? Na dann is ja alles klar. Leider muss man den Quatsch lesen, damit man weiß wie die Leute ticken. Jetzt weiß ich’s. Und Tschüss!

  21. Och bitte, „verächtlicher Machismo“?
    Ich habe eher das Gefühl Du willst (!) den Sexismus, Machismo, den Schniepeltest usw. sehen bzw. finden.
    Wenn man es denn unbedingt will kann man es auch so sehen. Und zugegeben, mein „Pink-Ponyhof-Gequatsche“ ist wohl ein guter Kristallisationspunkt dafür. Jedoch bedient sich Deine Aussage „So wie Rollenspiel funktioniert, halte ich das für etwas, mit dem Frauen sehr viel anfangen können müssten.“ der gleichen ollen Rollenklischees wie mein Pink-Ponyhof! Nur nicht so offensichtlich.
    Du subtiler Macho, Du ;-) .

    Eine aus zusammengesuchten Versatzstücken abgeleitete Gesetzmäßigkeit funktioniert nicht. Die von Dir genannten Fakten zweifle ich alle nicht an. Ich sehe aber bisher keinerlei „Anfangsverdacht“ für einen sexistischen Zusammenhang! Du siehst „Struktur“ – ich seh da nix. Ich sehe auch nicht, das Frauen in irgendeiner Weise am Rollenspielen gehindert werden!
    Die Unterstellung eines „Thou shalt be male“-Gebotes schlägt in die gleiche Kerbe. Das stammt doch jetzt von Dir – oder?
    Du hast mMn keine schlüssigen Belege für das Vorhandensein einer frauenfeindlichen / sexistischen Einstellung der Redax, also drehst Du den Spieß und die Beweislast um und wirfst solche Thesen wie o.g. „Tsbm-Gebot“ ins Rennen.
    Nimm das, Redax, und widerlege es doch wenn es nicht stimmt.

  22. @ Manuel
    Mal ganz abgesehen von der laufenden Diskussion: Ich fänd‘ es interessant, wenn du – vielleicht in einem neuen Beitrag – mal schildern könntest, wie Rollenspiel deiner Meinung nach funktioniert und was Frauen daran aus theoretischer Sicht besonders schätzen müssten.

  23. Ich finde es ja sehr schade, dass im Ulisses-Blog keine Kommentare zugelassen sind.
    Ich glaube aber, inzwischen ganz gut nachvollziehen zu können, warum man das für eine richtige Entscheidung hält.

    @Praesi

    Ich sehe aber bisher keinerlei “Anfangsverdacht” für einen sexistischen Zusammenhang! Du siehst “Struktur” – ich seh da nix.

    Sexistische Strukturen gibt es in der Gesellschaft wirklich ziemlich überall. Dass die ausgerechnet in der DSA-Redaktion keine Chance haben sollen, wäre eine enorme Ausnahme. Gerade wenn man sich ansieht, wie die Geschlechterverhältnisse tatsächlich aussehen, kann man das wohl vergessen.
    Mitglieder (vielleicht ehemalige) könnten sicher das eine oder andere Beispiel beisteuern, Zeit genug für eine Distanzierung hat die DSA-Geschichte ja. Ich bin sicher, da gibt es Spannendes zu erörtern.

    Ich sehe auch nicht, das Frauen in irgendeiner Weise am Rollenspielen gehindert werden!

    Ja, das überrascht mich nicht. Wie gesagt, wir müssen wohl erstmal darüber reden.

    @Marcus
    Ist vorgemerkt. Wie gesagt, wenn das die Tage nicht von anderen aufgegriffen wird, geh ich das Thema selbst nochmal grundlegender an.

  24. Also kann man quasi sagen, in der DSA-Redaktion ist so gut oder schlecht wie im Rest der Welt?

    Ich will Dir nicht zunahe treten – aber Du siehst Probleme wo keine sind! Oder, was ich für wahrscheinlicher halte: Du willst sie sehen!

    Warum willst Du Redakteuren / Spielern / der Gesellschaft und einfach Allen und Allem sexistische Strukturen aufbügeln? Ich finde das ein bisschen paranoid. Das sind ziemlich seltsame Schlüsse die Du hier ziehst.

    In ALLEN Internetblogs stehen Dinge, die 99,999999 Prozent der Weltbevölkerung nicht interessieren. Warum sollte das hier anders sein?

    Damit bin ich dann ‚raus hier.

    Nix für ungut,
    Praesi

  25. Da ja darüber geredet wurde hier ganz brühwarm die Quoten beim Autorenwettbewerb:
    Etwa 15% der Teilnehmer sind Frauen.

    Also ist die Redax gar nicht so schlecht dran mit ihrer „Quote“. ;-) Davon ab hat eigentlich rillenmanni schon alles gesagt, ich habe beispielsweise bei der Auswahl der neuen Redaxleute nur geguckt, wen ich am geeignetsten finde. Und da kamen Stefan und Lars raus. Ihr Geschlecht ist mir dabei herzlich egal. Aber wenn sie nun mal die beiden besten für den Job sind (besser als die 20 Männer und 5 Frauen, die vielleicht sonst noch grundsätzlich da wären), dann nehmen wir sie. Denn ich habe den Eindruck wir nehmen den Einfluss des Geschlechts in dieser Hinsicht deutlich weniger ernst als du. Ich habe zumindest noch wenig Unterschied in der Zusammenarbeit erlebt, wenn ich mit weiblichen oder männlichen Kollegen zu tun hatte.

    Achja, was mich schon die ganze Zeit irritiert und was bisher noch niemand angemerkt hatte: Wie kommst du darauf, dass 2 von 4 gegangenen Redakteuren weiblich seien? Tyll, Florian und Mark sind echte Kerle. Nur Katharina ist eine Frau.

  26. Quendan = Uli Lindner

  27. @Quendan
    1. Danke für die Transparenz. Sowohl beim Pseudonym als auch beim Einblick in den Autorenwettbewerb.
    15% klingen ja doch etwas ernüchternd. Hoffentlich ist da künftiger Redax-Nachwuchs dabei. ;)

    2.

    Denn ich habe den Eindruck wir nehmen den Einfluss des Geschlechts in dieser Hinsicht deutlich weniger ernst als du.

    Den Eindruck hab ich auch und ich halte das für ungeschickt. Ich nehme aber an, ihr seht zumindest irgendeinen Einfluss bei euch. Mich interessiert, wie du den beschreiben würdest – siehe meine Antwort auf Chris: Ich würde die Tage in einem anderen Kommentarstrang Gelegenheit dazu geben wollen.

    3. Die etwas komische „zwei Männer, zwei Frauen“-Sache war ein Korrekturfehler. Ich hatte zuerst fälschlich Michelle Schwefel mitrechnen wollen und an dieser Stelle vergessen, sie rückwirkend wieder rauszurechnen. Danke für den Hinweis, ist berichtigt.

  28. Ich weiß auch nicht, was ihr dafür tut, dass mehr Spielerinnen bloggen/basteln/inoffizielle Materialen schaffen/mitdiskutieren/schreiben/etc. Ich glaube aber, dafür könntet ihr mehr tun.

    Streng genommen müsste man all diese Handlungen unter Gender-Aspekten untersuchen. Gott, man müsste allein schon die Struktur eines Rollenspiels unter Gender-Aspekten untersuchen. Wie sind die Zielsetzungen von Rollenspielen? Wie ist die Kommunikationsstruktur? Welche Lösungsmöglichkeiten werden angeboten?
    Oder auch zum Wettbewerb: Ist ein Wettbewerb ein passendes Medium? Ist die Themenwahl Dungeon gut gewählt?
    Damit geht es schon los.

    Und dann kann man auch irgendwann die Frage nach der Antwort stellen: Wie kann man das Rollenspiel für Frauen attraktiver machen? Und die zweite Frage: wie reagiert die männliche Kundschaft auf mögliche Frauenförderungen?

    Anmerkung des Blogbetreibers: WordPress versteht leider keinen BB-Code, sondern nur html. Für Quotes lässt sich daher nur „blockquote“ (in spitzen Klammern) verwenden.

  29. Ich meine, dass hier der klassische „Was am meisten Echo erzeugt, ist am besten“-Denkfehler auftritt, der vielen Bloggern unterläuft. Natürlich möchte man Rückmeldung auf das haben, was man schreibt, aber allein die Anzahl der Kommentare sagt nichts darüber aus, wie gut das ist, was man verfasst hat. Ein Artikel, bei dem jeder nicht weiter nachdenken muss, sondern spontan „So ist es!“ schreiben kann („Die da oben wollen uns nichts Gutes“) – der macht es einfach zu sagen „toll geschrieben“. Ebenso ist es mit den positiven Bewertungen. Wenn man sich an ein schwieriges Thema heranwagt, bei dem die Leser sich selbst und ihre Weltanschauung überprüfen müssen, dann erzeugt man Widerspruch und Ablehnung. Wie sollte es anders sein bei kontroversen Themen?

    Und wenn die Kommentare dazu unterirdisch ausfallen, ist das auch kein Wunder: Das Internet ist hektisch, entweder ich kommentiere sofort oder nie. Sofort kann ich bei einem komplexen Thema aber am besten kommentieren, wenn ich viel Ahnung habe, mich auf einen Teil beschränke oder einfach alles pauschal ablehne. Vorsichtige Naturen schweigen also lieber, weil sie also erst genauer nachdenken müssen, was sie davon halten sollen. Und bis sie dann etwas zu schreiben hätten, wird die nächste Sau durchs Bloggerdorf getrieben (Nostalgieformulierung, seit 2005 im Einsatz).

    Zu der statistischen Argumentation: Ich halte die in dieser Form nicht für wasserfest. Ich weiß nicht, wieviel statistischen Hintergrund der Autor hat, aber Durchschnittswerte zu nennen und daraus zu schließen, das sei ein Indiz für Diskriminierung, ist (bei 33 Leuten!) nicht sehr seriös. Tatsächlich gibt es das sog. Simpson-Paradoxon. Das hat unmittelbar mit einem Fall zu tun, wo die allgemein schlechteren Chancen von Frauen als Diskriminierung gewertet wurden. (Das soll nicht heißen, dass hier ein Simpson-Paradoxon vorliegt; es widerlegt jedoch, dass man aus einem Durchschnitt Diskriminierung ableiten kann.)

    Was ich mir in solchen Fällen wünschen würde, wäre ein ordentlicher Signifikanztest. Der wird am Ende gerade nicht sagen „Diskriminierung!“, sondern kann sagen, dass dieses Ergebnis bei jener Grundannahme so unwahrscheinlich ist, dass man die Annahme verwirft.

    Ich meine aber außerdem, dass man in diesem Zusammenhang eine Reihe von Thesen diskutieren sollte:

    1. Die Bienenkönigin-These, in etwa: Frauen unterstützen sich nicht gegenseitig, sondern behindern sich. Wenn eine es von ihnen schafft, hochzukommen, sorgt sie dafür, dass die anderen es nicht schaffen.

    2. Die Zweite-Reihe-These: Viele Frauen haben nicht die Ambitionen, ganz oben stehen zu müssen. Bei ihnen ist Dabeisein wichtiger als der Wettbewerb. Man vergleiche das mit der Analyse von männlichen und weiblichen Computerspielern (PDF). Da sind Männer vorwiegend wettbewerbsorientiert; ihnen ist das „gewinnen können“ wichtig. Interessant sind in diesem Zusammenhang auf die Beiträge des Religionswissenschaftlers Michael Blume. Er hat bereits mehrmals erwähnt (in etwa), dass für Frauen Religion als Gemeinschaft wichtig ist und Frauen deswegen (aus meiner Erinnerung heraus, kann mich irren) häufiger religiös sind, obwohl sie (scheinbar) paradoxerweise unterdurchschnittlich in den Führungsebenen vertreten sind. Außerdem gibt es einen Beitrag von ihm darüber, warum wohl Gott in vielen Religionen (scheinbar) männlich besetzt ist. Ungefähre These: Die Männer mussten irgendeinen Vorteil davon haben, sich in die Gemeinschaft zu integrieren, und damit sie nicht vor den anderen wie Schlaffis da standen, hat man wenigstens den (Haupt-)Gott männlich gemacht. Sie brauchten das also!

    3. Die Selbsterhaltungs-These: Organisationen neigen dazu, sich selbst zu erhalten, unabhängig davon, ob sie noch benötigt werden oder nicht. Jeder Wandel ist schwer. Daher verwundert es nicht, wenn eine von Anfang an eher männlich geprägte Rollenspielgemeinschaft sich nur langsam weiblichen Spielern öffnet.

    Wiki Aventurica ist bezüglich der Redakteure übrigens mit Vorsicht zu genießen. Ich habe in einem Forum sehr abfällige Kommentare von jemandem gelesen, der die Unvollständigkeit der Personenlisten kritisierte. Wiki Aventurica stellt immer nur den Stand da, den die Mitarbeiter kennen. Zwar arbeiten auch einige DSA-Schreiberlinge mit, aber (und das ist vielleicht gar nicht das Schlechteste) man hat den Fokus bei der Wiki-Arbeit offenbar bisher mehr auf die Dokumentation der Spielwelt gelegt als auf die genaue Auflistung, wer welchen Rang hat oder hatte.

    Das alles sind natürlich nur erste Überlegungen. Aber wenn man schon soweit Anlauf nehmen muss, ist es klar, dass man nur im Glücksfall (gerade genug Zeit und Konzentration) zu so einem Thema kommentieren kann.


Das muss kommentiert werden!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: