Verfasst von: Manuel | 05.12.2010

Licky weeks

Weil gerade eine Menge Leute über Googlesuchen zum Themenkomplex hierherfinden, die zwar frühere Zivilschein-Artikel, darin aber kaum was Hilfreiches zu lesen kriegen werden: WikiLeaks findet man zur Zeit hier (siehe Lawblog).

Eine Liste von Alternativen, WikiLeaks zu erreichen, ist unter wikileaks.info verfügbar.
Diese sieht zur Stunde aus wie folgt:

Real mirrors on different IP Addresses

  • wikileaks.info – Mirror hosted in Switzerland [62.2.16.94]

  • wikileaks.se – Mirror hosted in Sweden [88.80.6.179]

  • nyud.net – Mirror hosted in the United States [129.170.214.192]

Important Wikileaks Links

Für aktuelle weitere Adressen lohnt sich eine Twittersuche nach #iamwikileaks.

Wikileaks sorgt für Transparenz und Demokratie. Das kann man daran sehen, dass Bürger davon profitieren und Politiker davor Angst haben.
Haben Bürger Angst und der Staat Macht, herrscht Tyrannei. Haben aber Bürger Macht und der Staat Angst, dann herrscht Demokratie.

Wie ohnmächtig und furchtsam sich unsere Politiker fühlen, kann man an dem Dreisatz sehen, nach dem von den amerikanischen wie auch von den deutschen derzeit durchgehend argumentiert wird:

1. Die enthüllten Informationen waren sowieso nie geheim, das Ganze ist also nicht weiter der Rede wert.

2. Selbst die geheimen Informationen sind nicht weiter relevant oder neu, daher hat ihre Enthüllung keinerlei Bedeutung oder Auswirkungen.

3. Es ist absolut unverantwortlich, wie skrupellos WikiLeaks mit diesen streng geheimen, sensiblen Informationen umgeht! Das ist ein Verbrechen, dagegen muss dringend vorgegangen werden!

Regierungen und Staaten, das sollte man aber nicht vergessen, haben anders als ihre Bürger keine Privatsphäre. Im Gegenteil sind sie ihren Bürgern umso nützlicher, je weniger sie geheim halten und je stärker sie überwacht werden. Dass diejenigen, die die Bürger „westlicher Demokratien“ mit Verwanzung, Fingerabdrücken, Nacktscannern, Kameraüberwachung, Wasserwerfer- und Pfefferspray-Einsätzen, Biometrie, DNA-Proben, Vorratsdatenspeicherung und mehr unterdrücken, jetzt ins Schwitzen geraten, weil etwas von ihrerm heimlichen Gemauschel ans Licht kommt, hat daher mindestens einen entscheidenden Vorteil: Sie kommen etwas näher an die Erkenntnis, dass Datenschutz mehr als eine lästige Hürder bei der Gesetzgebung ist, weil man durchaus Dinge zu verbergen haben kann, die an sich kein Verbrechen darstellen.
Tritt diese Erkenntnis ein, ist das doch schon etwas. Wenn nicht, erfahren wir immerhin ein bisschen mehr über die Menschen, die unsere Gesetze schreiben.

Further Reading: Was uns die „Cablegate“-Veröffentlichung und der Skandal darum sagen kann, hat auch der Gurkenkaiser in sechs Thesen formuliert.


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