Verfasst von: Manuel | 15.01.2011

10 Jahre Wikipedia

Im Internet etwas nachzuschlagen war um die Jahrtausendwende ja noch ein echtes Abenteuer: Google gab es zwar seit 1998 schon, spuckte aber je nach Suchanfrage Webseiten von sehr unterschiedlicher Verlässlichkeit aus. Ohne den Abgleich mehrerer Quellen brauchte man sich gar nicht erst ein Bild machen, von dem man überhaupt reden konnte.
Günstigenfalls kannte man ein paar Webseiten für bestimmte Spezialbereiche, über die man sich informieren konnte, aber wenn man Informationen aus einem anderen Gebiet brauchte, musste man von neuem im Dunkeln tappen.

Dass sich im Januar 2001 ein kleines, ambitioniertes Projekt anschickte, dem Abhilfe zu schaffen, bekamen die meisten Netznutzer noch einige Zeit gar nicht mit, geschweige denn, dass man das ernstgenommen hätte.

Ich bin irgendwann anfang 2003 auf die Wikipedia gestoßen, als ich im Rahmen eines Leistungsnachweises in der gymnasialen Oberstufe zum Thema Fusionskraftwerke recherchiert habe. Mir fiel auf, dass in den vorderen Suchergebnissen immer wieder dieselbe Seite hochkam, die mir auch von früheren Besuchen schon bekannt vorkam. Das war die deutsche Wikipedia (die übrigens am 16. März 2001 gegründet wurde), und sie beeindruckte mich durch zahlreiche Querverweise, die nicht alle dasselbe Themengebiet behandelten, sondern quer durch sämtliche Bereiche gingen.

Das Prinzip, mittels eines Wikis viele an der Erstellung von Inhalten zugleich teilnehmen zu lassen und grundsätzlich jeden einzuladen, dient heute zurecht als Musterbeispiel für Schwarmintelligenz: Trotz schwankender Qualität gilt die Wikipedia heute als voller Erfolg, denn neue Informationen werden minutenschnell hinzugefügt und schon jetzt stellt das Online-Lexikon das größte je geschaffene Nachschlagewerk dar. Über drei Millionen Artikel zählt die englische, je über eine Million die deutsche und französische – die zweit- und drittgrößte – Ausgabe.
Der durchschlagende Siegeszug bewog die altgediente Encyclopædia Britannica dazu, online Beiträge von Lesern anzunehmen, und den deutschen Brockhaus dazu, sein Drucklexikon ganz einzustellen.

Bis die Wikipedia tatsächlich die Summe des Wissens der Menschheit zur Verfügung stellt, wie sie es vorhat, werden sicher noch mehr als 10 Jahre ins Land gehen. Für die enormen Errungenschaften bedanke ich mich und gratuliere herzlich zum Geburtstag!

Auch Spreeblick gratuliert.


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