Verfasst von: Manuel | 30.01.2011

Silvester 2010 am Brandenburger Tor

Den Jahreswechsel 2010/2011 habe ich in Berlin verbracht, und weil zwei meiner Freunde nur für ein paar Monate in Deutschland sind, habe ich dafür keine Privatparty aufgesucht, sondern bin mit ihnen gemeinsam nach Berlin Mitte gefahren, wo am Brandenburger Tor die „Silvesterparty der Superlative“ stattfand. Das Feuerwerk über dem Brandenburger Tor als Beispiel dafür wie „Deutschland Silvester feiert“ zählt für sie zu den ikonischen Bildern der jährlichen Fernsehbeiträge aus aller Welt zum Jahreswechsel, und daher waren sie viel enthusiastischer und besser informiert als ich. Mir sind Gestalten wie Loona oder Paul Potts ohnehin viel zu egal, um mich für sie zu interessieren.
Wir kamen – obwohl noch Stunden vor Mitternacht – bis zur Kreuzung Friedrichstraße / Unter den Linden. Von dort an war „die Feiermeile“ abgesperrt und durch die Polizei bewacht. Unser Versuch, über den Reichstag an den Absperrungen vorbeizubringen, führt uns nur vor Absperrung auf Absperrung, aber letztlich kamen wir wenigstens über den Tierpark auf die Straße des 17. Juni, die sehr voll war und beidseitig von Buden und Bierzelten flankiert wurde.

Entsprechend waren wir ziemlich eingeengt und bewegungsbeschränkt, als das neue Jahr über uns hereinbrach. Daher hatte ich Zeit, mein Handy ein bisschen in den Nachtimmel zu recken:



Nach dem Feuerwerk wandten wir uns zurück, um den Weg einzuschlagen, über den wir gekommen waren. Als wir gegen 0:30 auf der Höhe des Brandenburger Tors waren, konnten wir sehen, dass die Sperren mittlerweile aufgehoben worden waren. Offenbar gingen viele Zuschauer bereits wieder. Das war prima, denn der S-Bahnhof Potsdamer Platz war auf der anderen Seite und am Tor vorbeizugehen konnte uns einigen Weg sparen. Ich lotste meine Kollegen also auf die Bühne zu, um uns daran vorbeibringen zu können, als gerade ein paar Clowns auf der Bühne „You’ll Never Walk Alone“ zusammenhampelten, die ich im Nachhinein nur als die Hermes House Band identifizieren konnte. Als wir uns durch die Menschenmenge hindurch bis zur Bühnenmitte vorgearbeitet hatten, etwa fünf Meter vom Bühnenrand entfernt, begann einer der absurdesten Momente meines Lebens.

David Hasselhoff. Der Mann, der 1900 höchstpersönlich die Mauer eingerissen hat. Der Knight Rider. Der Baywatch-Bademeister. Springt in Lederhosen auf die Bühne und hoppelt zu „Crazy for You“ herum.
Ich kam gut zwei Minuten nicht mehr aus dem Lachen heraus. Dann bekam ich Hunger auf Hamburger.

Nach dem Hoff kam dann noch Leslie Mandoki auf die Bühne und präsentierte sein neustes Lied. Ja, der von Dschinghis Khan.
Nach diesem legte dann ein DJ weiter Tanzmusik auf, was sich vom vorhergehenden Programm eigentlich nur darin unterschied, dass nun kein Vorturner mehr auf der Bühne stand, der die Lippen zum Text bewegte. Ich nahm meine Gefährten und schlitterte auf den Berliner Straßen davon, um mich von alldem zu erholen.

Ich schreibe das hier nicht auf, um damit anzugeben.
Ich will mir das nur selbst beweisen können, wenn ich in ein paar Monaten nicht mehr glaube, dass mir das wirklich passiert ist.


Responses

  1. Leslie Mandoki live zu sehen, kann tiefe spuren hinterlassen. Lucky you, dass Du das überstanden hast :)) Grüße von der Kasse4!


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