Verfasst von: Manuel | 04.02.2011

Guido Westerwelle: „Gewalt gegen friedliche Demonstranten ist inakzeptabel.“

Nur um das eben festzuhalten: Am Mittwoch, den 2. Februar 2011 lief in der ARD ein Brennpunkt zu den Unruhen in Kairo (der zur Stunde noch in der Mediathek abrufbar ist). Zum Ende desselben wurde Bundesaußenminister Guido Westerwelle zur Lage und zum Verhalten der Bundesregierung dazu interviewt.

In diesem Interview äußerte der Vizebundeskanzler folgenden bemerkenswerten Satz:

Wir sind unzweideutig der Auffassung: Die Anwendung von Gewalt gegen friedliche Demonstranten, das Niederknüppeln von friedlichen Demonstrationen, das ist in keiner Weise akzeptabel.

Klare Worte, die sehr spät kommen, viele stuttgarter Demonstranten aber aufhorchen lassen sollten: Setzt der FDP-Vorsitzende jetzt endlich durch, dass die Verantwortlichen für die Wasserwerfer-, Reizgas- und Pfeffersprayeinsätze auf S21-Demos zur Rechenschaft gezogen werden? Werden die Prügelpolizisten, die mit Knüppeln auf friedliche Demonstranten im hohen wie im minderjährigen Alter eingeschlagen haben, nun für ihre Gewalttaten verfolgt? Treten die Politiker, die diese bürgerfeindlichen Einsätze mitgetragen und monatelang verteidigt haben, jetzt zurück?
Dürfen die Opfer der übertriebenen Gewalteinsätze womöglich sogar auf Entschädigungen für ihre – teilweise bleibenden – Verletzungen hoffen?

Oder sind die Anwendung von Gewalt gegen friedliche Demonstranten und das Niederknüppeln von friedlichen Demonstrationen nur im nahen Osten in keiner Weise akzeptabel, solange sie durch den deutschen Staat an protestierenden deutschen Bürgern vollzogen werden aber in Ordnung?
Das wäre dann vielleicht immer noch unzweideutig. Aber auch doppelbödig.


Responses

  1. und doppelmoralisch. Danke für den Artikel.

  2. […] Lest bitte auf Zivilschein weiter, besser könnte ich es auch nicht ausdrücken. […]

  3. Der einwurf ist korrekt – aber, wie wir heute in den nachrichten lernen durften: Nach neuester Umfrage wächst die Zahl derer, die CDU und FDP im Schwabenlande wählen würden, bereits wieder. DAS ist die Realität, genauso wie der Mann, der einen Außenminister spielt. Erstere/s finde ich entetzlicher.

  4. […] Der Blog Zivil­schein brachte heute sehr treff­lich auf den Punkt, was ich auch gedacht hatte, als ich das ARD-Spezial zu Ägyp­ten geschaut und hier […]

  5. […] David Cameron gibt den englischen Guido Westerwelle: […]

  6. In den korrupten Merkelimperium, in der Ära der Diktatur der Spekulanten ist nicht damit zu rechnen, dass ein ähnlicher Aufstand wie in Ägypten, so friedlich verlaufen würde. Für die Mappusschläger und andere uniformierte staatliche Schlägerbanden wäre Feuer frei. Es würde sehr viele Tote geben. Bei der Verteidigung des etablierten Bonzentums wird es kein Pardon gegeben.
    Das Merkeltum kann mit Demokratie nichts anfangen, aber es hat endeckt – man kann gut von deren Schmierung leben. Das werden die sich niemals nehmen lassen.


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