Verfasst von: Manuel | 09.02.2011

Elsterhochwasser im Januar 2011

Nach den starken Schneefällen im Winter 2010/2011 führte die folgende Schneeschmelze in Verbindung mit erneut großen Regenmengen zu Hochwasserständen vieler brandenburger Flüsse. Zusammen mit der Elbe waren hiervon auch Pulsnitz und Schwarze Elster schwer betroffen – nachdem erst im vorherigen Herbst ein Rekordhochwasser das südliche Brandenburg auf eine harte Probe gestellt hatte.

München an der Elster bei normalem WasserstandIm direkten Vergleich sollen die Pegelstände vom Oktober 2010 zwar nicht ganz erreicht worden sein, an einzelnen Stellen sah die Situation dennoch dramatischer aus.
Ich war am 16. und 17. Januar, kurz vor dem Höchststand des Januarhochwassers der Schwarzen Elster, in Falkenberg und München bei Uebigau unterwegs, um Fotos von der Lage zu machen.

In München, wo die Elster von einer Straßenbrücke überquert wird, stand das Wasser weit über dem (auf dem obigen Bild erkennbaren) Normalpegel. Zum Vergleich mit dem Herbsthochwasser 2010 siehe die ebenfalls hier aufgenommenen Fotos von damals.

Südöstlich, flussaufwärts der Elsterbrücke, sind die Uferpflanzen wieder einmal im Wasser versunken. Die Deiche bieten wenig Spielraum.

Neben der Mühle bleibt nicht mehr viel trockenes Land bis zur Elster.

Unter der Elsterbrücke selbst bleibt nur wenig mehr als eine Handbreit für den angeschwollenen Wasserspiegel.

Wiederum waren auch viele Keller der Region geflutet, die umliegenden Felder und Wiesen überschwemmt – ein Resultat des nach oben drückenden Grundwassers. Sehr anfällig waren auch diesmal die Felder nördlich hinter Falkenberg, zwischen denen der Hörsteweg einen Zugang vom Schwarzen Weg (neben der Hörste) zum Baggersee Kiebitzer bietet.

Der Hörsteweg, der über mehrere Meter einer kleinen Senke ebenso unter Wasser steht wie das benachbarte Feld

Ein südlich am Hörsteweg liegendes Feld steht komplett unter Wasser, ganze Baumgruppen versinken im Nassen.

Aus der Nähe ist erkennbar: Auch die Masten der hier durchführenden Stromleitung sind nicht mehr trockenen Fußes erreichbar.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Hörstewegs versinken weitere Strommasten und Bäume im Wasser.

Der Zugang vom Hörsteweg zum Parkplatz am Naherholungsgebiet Kiebitz ist aufgrund der Überschwemmung gesperrt, die zu seinen beiden Seiten gelegenen Wiesen bilden einen einzelnen Teich.

Die gesamte Wiese zwischen Parkplatz und Hörsteweg ist praktisch ein Sumpf. Dieselbe Wiese bietet jeden August zum Strandfest dutzenden Autos von überallher einen sicheren Ort zum Parken.

Der Kiebitzer selbst war außergewöhnlich weit über die Ufer getreten. Hier zeigte sich aufgrund der besonderen Wetterlage ein ungewöhnliches Phänomen: Durch die kalten Winterwochen war die Seeoberfläche noch gefroren, doch das von unten drückende Grundwasser hob die Oberfläche dennoch an, neu nachkommendes Wasser erweiterte bei den milden Tagestemperaturen das Ufer und vereinigte sich mit dem Schmelzwasser des Sees – um dann nachts bei Minusgraden wieder mit diesem zu gefrieren.

Weit über die Ufer getretener - und dennoch oberflächlich gefrorener - Baggersee; die Schilfbüschel markieren den eigentlichen Uferverlauf.

Hölzerne Sitzbank, die Wasser für gewöhnlich nur von abtropfenden Handtüchern kennt, nun jedoch mittendrin steht

Eisdecke und nachgekommenes Schwemmwasser markieren mit dazwischenliegenden Büscheln klar erkennbar den eigentlichen Uferverlauf

Großflächige Uferüberschwemmung, die wiederum ganze Bäume vereinnahmt; nur wenige Schritte verbleiben zwischen Wasser und Strandpromenade.

Eine weitere für gewöhnlich trockenstehende Sitzbank und ein eiserner Müllkorb im Nassen; letzterer konnte sich im ob des Wassers lockeren Boden nicht mehr halten und ist umgekippt, danach im bei nächtlichen Minusgraden zu Eis werdenden Schwemmwasser festgefroren.

Ein weiterer Blick auf die Bank und den Müllkorb im eisigen Wasser vor der gefrorenen Seeoberfläche

Uferbirken im Nassen, ein weiterer Müllkorb ist noch mit einer Mülltüte versehen und damit im Grunde nutzbar - vorausgesetzt, man könnte ihn durch das umliegende Eiswasser erreichen.

Eine Rinderweide hinter dem Kiebitzer ist wegen ebenfalls großflächiger Überschwemmungen als solche nicht mehr zu gebrauchen. Die beiden weißen Punkte auf der Wasserfläche sind übrigens Schwäne, die sich an Rindes statt einen netten Tag auf der kurzfristig schwanenfreundlichen Wiese machen.

Aus dem Zug heraus konnte ich zudem Überschwemmungen in Wald und Wiese beim nahgelegenen Holzdorf filmen:

Reporter der Torgauer Zeitung dokumentierten derweil filmisch das Hochwasser der Elbe in der Nachbarregion Torgau:

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Responses

  1. [...] Im September 2010 wurde die Region um die Schwarze Elster von einem schweren Hochwasser getroffen. Im Januar 2011 wiederholte sich die Notsituation bei einer weiteren Flut. [...]


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