Verfasst von: Manuel | 22.04.2011

Tanzverbot

Heute ist einer der drei Tage im Jahr, an denen in ganz Deutschland das eigentlich auf Länderebene geregelte Tanzverbot gilt.
Das Tanzverbot ist ein unnützer Eingriff in die persönlichen Freiheitsrechte der Menschen. Es ist rückschrittlich, verstößt gegen den Säkularismus und fördert langweilige Spießigkeit.

Es gehört dringend aus dem Gesetz gestrichen.

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Responses

  1. Absolut Deiner Meinung – vor allem vor dem Hintergrund, dass die Gesellschaft, in der das mal common sense war, mittlerweile eine ganz andere ist. Was soll der große Anteil an Nicht-Katholiken oder -Evangolen damit anfangen können? Eben!

  2. Darf ich das so 1:1 übernehmen? Quelle wird natürlich genannt…

  3. Wort!

  4. @Kotzendes Einhorn
    Sehr gerne. Meine Blogtexte stehen unter CC-Lizenz.

  5. [...] Genau so geschrieben von Manuel bei Zivilschein. [...]

  6. vielleicht etwas spät, aber weil ich grade mal wieder so durch dein blog les.
    ich kenn einen wirt, der macht fast nur in der nacht von freitag auf samstag umsatz. samstag abend ist da nie was los und unter der woche hat er nur pro forma auf und hängt rum. am freitag ist der laden knallvoll, das hat regionalhistorische gründe in der dortigen kneipenszene.
    jedenfalls geht dem ein wochenumsatz verloren. das ist schon heftig! weil wenn keine musik gespielt wird kommt niemand. muss man sich auch mal überlegen.

  7. … Ach, aber Weihnachten und Ostern mitfeiern wollen, oder wenigstens die Feiertage mitnehmen, was?

    Das kann doch wirklich kein ernsthafter Kommentar sein, wenn man an EINEM Abend von 365 bis 366 Tagen im Jahr mal NICHT in die Disse kann …

  8. @notizbuchfragmente
    Also damit ich gesetzliche Feiertage wahrnehmen darf, soll ich mir von Christen vorschreiben lassen, was ich da zu tun und zu lassen habe? Und das soll im Gegensatz zu meinem ein ernsthafter Kommentar sein?
    Weißt du, was Laizismus ist?

  9. Naja, aber die Weihnachtsfeiertage sind ja auch MEHR als Christlich motiviert … Oder irre ich mich da?

  10. Doch nochmal in einem neuen Posting – ja, ich weiß, was Laizismus ist – wir sind aber nicht in Frankreich, insofern ist die Argumentation für die Katze. ;) Übrigens finde ich es jedes Mal immer wieder interessant zu sehen, dass Christen Intoleranz gegenüber den armen, bedrängten Atheisten vorgeworfen wird – umgekehrt ist man aber nicht bereit, an DREI Tagen im Jahr auf Disco, etc. zu verzichten.

    Nebenbei KÖNNTE man ja in Erwägung ziehen, einfach ne Party zu Hause zu schmeißen … KÖNNTE, wohlgemerkt. Und wenn man ne Mitbringparty macht, wäre diese ganze Heulerei schon unnötig. :)

  11. Laizismus steht nicht in unserer Verfassung, anders als das in Frankreich ist. Zu den Prinzipien, nach denen die Bundesrepublik gebaut ist (oder werden sollte), gehört er dennoch.

    Ich habe übrigens keinen Bock auf Disco und gehe äußerst selten tanzen. Es geht mir doch gar nicht darum, was ich konkret machen will. Es geht mir um die Freiheit, mein Recht auf Persönlichkeitsentfaltung wahrzunehmen.
    Dasselbe gönne ich doch Christen ebenso wie Juden, Muslimen, Taoisten und Mormonen auch. Wenn eure Regeln das von euch verlangen und ihr das ehrt, geht halt nicht tanzen, macht eure Musik leise, entzündet Kerzen oder was auch immer. Dass mir, der ich mit eurer Religion gar nichts am Hut habe, aber per Gesetz Vorschriften gemacht werden, diese Regeln auch zu ehren, finde ich jedoch höchst anmaßend.

    Und ja, Ostern und Weihnachten sind keine originär christlichen Feierlichkeiten. Das zeigen unchristliche Brauchümer (Osterhase, Ostereier) ebenso wie die Divergenzen im Datum der Feierlichkeiten zwischen verschiedenen Kirchen (die hauptsächlich in verschiedenen Regionen verbreitet sind): Das Christentum hat ohnehin vorhandene Feierkulturen (bei uns eben Tagnachtgleiche, Wintersonnenwende) um Jesu’ Lebensdaten herum für sich in Beschlag genommen und mit christlichem Brauchtum besetzt.

  12. WOW. Jetzt haste mir was fundamental neues erzählt. ;) Dass im Mittelalter (nicht um Jesu Lebensdaten HERUM, da gab es das Christentum ja noch gar nicht ;) im Zuge der “Heidenmission” Feiertage umgedeutet wurden, ist unbestritten – allerdings hat man sich aus Gründen der Abgrenzung auf einige Termine (Ostertermin!) dann irgendwann geeinigt.

    Dsa ändert aber nichts an der Tatsache, dass auch Atheisten an den Weihnachtsfeiertagen und am Pfingstmontag frei haben – und ich gönne denen das auch, überhaupt keine Frage. ;) Aber man kann halt nich immer nur die Sahne vom Kuchen mitnehmen und sich dann beschweren, wenn man auch mal abwaschen soll.

    Was mich bei solcherlei Aussagen aufregt, ist, dass dem Christentum (bzw. “den Christen”, wobei außer acht gelassen wird, ob es sich um katholische, protestantische (und WELCHE), freikirchliche, etc. Gläubige handelt) immer wieder Intoleranz vorgeworfen wird (wenn nicht gar Unterdrückung), und man aber andererseits nicht bereit ist, sich selbst für ein, zwei Tage (und um mehr geht es ja hier nicht).

    Darum geht es mir – ich sehe diese ganze “Heulerei” nicht ein. De fakto ist die Sonntagsruhe abgeschafft worden (je nachdem wo du wohnst, kannst du ja praktisch jeden zweiten Sonntag irgendwo einkaufen gehen), viele Feiertage sind heutzutage nicht mehr “frei”.

    Insofern würde ich dafür plädieren, dass man sowas aus Höflichkeit einfach mal akzeptiert. Ich könnte das nachvollziehen, wenn es darum ginge, im gesamten Monat ein Tanzverbot auszusprechen – aber es geht hier um drei Tage im Jahr. :)

    Daher.

  13. Dass im Mittelalter (nicht um Jesu Lebensdaten HERUM, da gab es das Christentum ja noch gar nicht ;) im Zuge der „Heidenmission“ Feiertage umgedeutet wurden, ist unbestritten – allerdings hat man sich aus Gründen der Abgrenzung auf einige Termine (Ostertermin!) dann irgendwann geeinigt.

    Und deshalb soll ich mir heutzutage vom Christentum vorschreiben lassen, was ich an meinen freien Tagen tue? Wann darf das Mittelalter denn endlich mal aufhören?

    Dsa ändert aber nichts an der Tatsache, dass auch Atheisten an den Weihnachtsfeiertagen und am Pfingstmontag frei haben – und ich gönne denen das auch, überhaupt keine Frage. ;) Aber man kann halt nich immer nur die Sahne vom Kuchen mitnehmen und sich dann beschweren, wenn man auch mal abwaschen soll.

    Da predigst du zu den Bekehrten: Ich heiße Christen doch herzlich willkommen, meine tradierten Feiertage für ihre religiösen Feierlichkeiten umzudeuten. Aber die Sahne vom Kuchen der Heiden mitzunehmen ohne auch mal zu akzeptieren, dass Andere ihren Kuchen lieber beim Tanzen essen, geht doch etwas weit.

    Darum geht es mir – ich sehe diese ganze „Heulerei“ nicht ein.

    Also wenn Christen praktisch den ganzen Kulturbetrieb um Ostern und Weihnachten 24/7 mit Religionsgedöns vollleiern, dann ist das halt der Abwasch, den jeder zu machen hat, aber wenn ich mit meinen gesetzlich zugesicherten freien Tagen machen möchte, was ich will statt was die Kirche sagt, dann ist das “Heulerei”?
    Du bist ein überheblicher Spinner.

    Insofern würde ich dafür plädieren, dass man sowas aus Höflichkeit einfach mal akzeptiert.

    Ich akzeptiere dein Bedürfnis, am Karfreitag nicht tanzen dürfen zu wollen, vollumfänglich. Ich halte das für albern, aber ich habe vollen Respekt dafür als Teil der Religionsausübung – als Demokrat beanspruche ich ja nicht nur freie Persönlichkeitsentfaltung für mich wie für jeden, sondern auch Religionsfreiheit für jeden wie für mich.

    Wenn du als “Gegenleistung” für diese Feiertage aber mir vorschreiben willst, dass ich mich deinen Religionsvorschriften beuge, stehst du vor dem Problem, dass das nunmal keine rein kirchlichen, sondern von einem eigentlich säkularen Staat gesetzlich vorgeschriebenen Feiertage sind, die auch historisch schon vor der Kirche da waren. Zur Güte schlage ich ja auch gerne vor, dass wir alle am Karfreitag arbeiten gehen müssen und die Feiertage dafür irgendwohin verlagert werden, wo die Kirche sich bislang noch nicht so ausbreitet – zum Beispiel in die Tage nach dem 1. Mai.
    Du kannst dann mit Freuden weiter am Karfreitag nicht tanzen, meinetwegen auch den ganzen Mai nicht oder wann immer dir beliebt, wenn nur endlich diese rückständigen Vorschriften für Nichtchristen aufgehoben werden.

    Bonusgag für alle, die mitlesen: notizbuchfragmente hält das hier für eine Auseinandersetzung zwischen Atheisten auf der einen und Christen (die aber dringend zwischen ganz vielen Strömungen differenziert werden müssen!) auf der anderen Seite.

  14. Schade, dass diese Diskussion, die durchaus das Potential hatte, interessant zu werden, mit den niveaulosen Worten “Du bist ein überheblicher Spinner” von der Fahrbahn abkommt.

  15. Mhm … Ich fürchte, du hast – warum auch immer – meinen letzten Kommentar nicht richtig verstanden.

    @ Fred: Danke. ;)

  16. @fred
    Wenn mein Ton nicht deinen Ansprüchen an Blogkommentare genügt, tut mir das leid.
    Aber wenn jemand sein Gastrecht missbraucht, um mich in einer Diskussion wiederholt überheblich anzumachen, nehme ich mir als Gastgeber heraus, das beim Namen zu nennen. Wenn du dich mal durch die Kommentarsektionen hier klickst, wirst du schon feststellen, dass das eine Ausnahme ist.

    Wald, hineinrufen, herausschallen, sich betten, liegen und so weiter…

    @notizbuchfragmente
    Ich bin mir ziemlich sicher – Stichwort “Feierkulturen um Jesu Lebensdaten herum” – dass ich deine Kommentare richtiger verstehe als du meine. Also schieß ruhig los.
    Oder, wenn du Rückfragen zum Verständnis hast: Nur zu!


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