Verfasst von: Manuel | 16.04.2009

The Matrix Revolutions

„Everything that has a beginning has an end. I see the end coming. I see the darkness spreading. I see death… and you are all that stands in his way.“

Auch Matrix Revolutions ist durchaus sehenswert und er hat mich befriedigt. Wer die Vorgänger kennt, sollte ihn sich schon allein ansehen, um die Geschichte als Trilogie erlebt zu haben – ein würdiger Abschluss ist er allemal.
So bombastisch, revolutionär und superb, wie er hätte sein können – und man eigentlich hat hoffen dürfen -, ist er allerdings nicht: Wer einen „krönenden Abschluss“ oder nie zuvor gekannte Spektakel erwartet, ist in diesem Film falsch; dazu fehlen einige entscheidende Dinge: ein Blick auf die Geschehnisse nach dem momentan dargestellten Schluss (der noch etwas offen wirkt), mehr Hintergrund, einige weitere „Aha“-Erlebnisse, Überraschungen irgendeiner Art…
Zudem gehen die drögen Kriegsszenen in Zion nach einer Weile auf den Keks. Vorrangig, weil diese sich doch teilweise stark wiederholen und ihr Potenzial nicht wirklich ausreizen: Wieso wurde „Kid“ (aus der Animatrix) so verheizt? Wo bleibt ein tieferer Blick darauf, wie sich Zion eigentlich erhält, wie es etabliert werden konnte, wie sein Leben aussieht?
Und wo wir schon von „verheizt“ sprechen: Morpheus empfinde ich zwar durchaus als Bereicherung für diesen Film, aber er hat gegenüber den Prequels stark abgebaut. Weder an die Coolness aus Teil eins noch an die persönliche Tiefe von Teil zwei wurde hier angeknüpft. In den Szenen in der Matrix wurde er zeitweise fast zum Statisten degradiert.

„I do not resent my karma – I’m grateful for it.“

Den Kritiken kann ich indes nur teilweise Recht geben – oftmals wird einfach nicht wirklich durchschaut, worum es eigentlich ging. Aber einen Film wegen anscheinend weniger gelungenen Offensichtlichkeiten verreißen ist immer noch besser, als dem Publikum keinen Grund zu geben, die Tiefgründigkeiten zu sehen, indem man ihn totschweigt.

„You must be able to see it Mr. Anderson, you must know it by now.“

Wer übrigens die „Animatrix“ (speziell die beiden Filme zur „Second Renaissance“) kennt, ist entscheidend im Vorteil beim Verstehen der Geschichte, beispielsweise des Schlussdialogs.

„Why do you persist?“ – „Because I choose to.“

Trotz seiner Schwächen und seiner Rolle als schlechtester Teil der Trilogie kassiert Matrix: Revolutions immer noch 7/10 Dragonball-Erdbodenkrater.

Alternative Hasspredigten genehm?
Im Agitpopblog-Trilogientest werden die Matrix-Forsetzungen leidenschaftlich zerrissen.
Auch bei den fünf Filmfreunden wird kein gutes Haar an den Sequels und auch nur wenige am ersten Teil gelassen.
xkcd bedauert, dass nie Fortsetzungen des ersten „Matrix“-Films gemacht wurden.
Einzig Klapowski auf Zukunftia.de erbarmt sich in einem späten Review im Herbst 2009 und vergibt für die drei Teile der Trilogie je 6/6, 5/6 und 4/6 Gummiohren und 5/6 für die gesamte Trilogie.


„You played a very dangerous game.“ – „Change always is.“

So. Und nachdem die „Sarah Connor Chronicles“ ja scheinbar gut laufen und zudem geradezu unglaublich gut funktionieren, frage ich mich zunehmend, wo denn nun die Matrix-Serie bleibt, auf die ich schon seit dem Abschluss der Trilogie warte.
Die Idee erscheint mir durchaus machbar – gerade, wenn man sie nach „Revolutions“ oder lange vor den Filmen (vor der „Versklavung“ der Menschen) ansetzt. Selbst im ersteren Fall stellt sich allerdings die Frage nach den Protagonisten: Obwohl sein Tod nicht gezeigt wird und ich nach der letzten Szene zuerst überzeugt war, dass dieser auch nicht eingetreten ist, frage ich mich mittlerweile, ob Neo überhaupt noch lebt; seine „Aufgabe“ (ein entscheidendes Stichwort der Filmreihe) ist erfüllt, zudem wurde mehrfach (weit außerhalb von üblichem Hollywood-Romantik-Geschnulze) gesagt, dass Neo ohne Trinity einfach nicht „kann“. Sein letzter Einsatz wirkt entsprechend todesmutig. Und auch des Orakels letzte Ankündigung wirkt mehr wie ein Blick in die sehr ferne Zukunft.

Advertisements

Responses

  1. […] damit nur die Marke von 7/10 Klonkriegern, bringt die Reihe aber dennoch besser zu Ende als etwa “Revolutions” die Matrix-Trilogie. Den Download gibts hier, ebenso wie den offiziellen Bonuscontent von Yahtzee […]

  2. […] Queste erwarten. “Die Schlacht der fünf Heere” ist eher ein Kriegsfilm, so etwa wie “Matrix Revolutions” einer ist. Viel Kritik hat Peter Jackson bereits eingefahren, weil er ein relativ dünnes Buch in […]


Das muss kommentiert werden!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: