Verfasst von: Manuel | 19.08.2014

Paul Celan und die Gruppe 47

Im Oktober 1948 erschien Paul Celans erster Gedichtband „Der Sand aus den Urnen“ beim Verlag A. Sexl in Wien. Darin enthalten waren unter anderem das Gedicht „In Ägypten“ sowie die „Todesfuge“. Dem Gedichtband wurde jedoch insgesamt kein großer Erfolg zuteil, auch die „Todesfuge“ blieb zunächst allgemein unbekannt.

Die „Todesfuge“ wird gemeinsam mit anderen Gedichten aus „Der Sand aus den Urnen“ in einem zweiten Gedichtband, „Mohn und Gedächtnis“, im Dezember 1952 bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erneut veröffentlicht. Möglich ist das nur, weil deren Cheflektor kurz zuvor persönlich auf Celan trifft, als dieser eine bemerkenswerte Lesung vor der gewichtigen Gruppe 47 hält. Ingeborg Bachmann, deren Liebesverhältnis mit dem Lyriker zu dieser Zeit noch ein Geheimnis ist, hat zuvor über die Schriftsteller Milo Dor und Reinhard Federmann auf Hans Werner Richter persönlich eingewirkt. Nachdem Celans Einladung durch die Deutsche Verlags-Anstalt, Mitorganisatorin der Tagung, nie abgegangen ist, „keineswegs aus Gründen, sondern infolge schlechter Organisation“1, erzielt sie eine Einladung von Richter höchstsselbst, an der Frühjahrstagung 1952 teilzunehmen:

Sehr geehrter Herr Celan,
ich würde mich freuen, wenn Sie an der Tagung der „Gruppe 47“ teilnehmen würden. Die Tagung findet in Hamburg vom 23.-25. Mai statt. Der 22. Mai ist der Anreisetag. Falls Sie kommen, melden Sie sich bitte beim Nordwestdeutschen Rundfunk, Büro Ernst Schnabel (Intendant). Sie erfahren dort alles Nähere.
Herzlichen Gruss
Hans Werner Richter2

Paul Celan reist mit dem Zug aus Paris an. Auf der 10. Tagung der Gruppe 47, im Erholungsheim des NWDR in Niendorf an der Ostsee, liest er von seinen Gedichten unter anderem „Ein Lied in der Wüste“, „Schlaf und Speise“, „In Ägypten“ und die „Todesfuge“.3 Diese Lesung wird zu einem Fiasko. Zwar ermöglicht ihm der Kontakt zu Willi Koch, dem Cheflektor der traditionsreichen Deutschen Verlags-Anstalt, die Veröffentlichung seines zweiten Gedichtbandes im folgenden Dezember, doch vor den deutschen Literaten fällt der Dichter mit seinen Werken haltlos durch.

Dieses historische Scheitern ist ein doppeltes Menetekel. Einerseits für Paul Celan, der sich den weiten Weg in froher Hoffnung gemacht hat, der heute zu den bedeutendsten Lyrikern deutscher Sprache zählt und mit der „Todesfuge“ das wohl wichtigste deutsche Gedicht des 20. Jahrhunderts vorträgt. Die Gesellschaft, vor der er auftritt, ist für ihr Gespür für gute Literatur bekannt, doch Celan wird auf ihrer Tagung gnadenlos verrissen. Andererseits für die Gruppe 47, die bis dahin eine zuverlässige Talentschmiede gewesen ist, die einigen der bedeutendsten Schriftsteller ihrer Zeit mit der Gelegenheit einer Lesung den Karrierestart ermöglichte. Sie greift mit ihrer Schmähung beispiellos daneben. Der Schriftsteller und Tagungsteilnehmer Rolf Schroers sieht sich in einem Brief an Celan veranlasst, sich vom „misstönenden Geschrei der Tafelrunde“ zu distanzieren.

Wie konnte es zu diesem Debakel kommen?

Im Nachhinein rechtfertigt Organisator Hans Werner Richter die harschen Äußerungen gegenüber Celan mit dessen Art, seine Gedichte vorzutragen. In der Tat ist Celans Vortragsweise für die deutsche Tradition ungewöhnlich:

In Richters Worten:

Seine Stimme klingt mir zu hell, zu pathetisch. Sie gefällt mir nicht. Wir haben uns das Pathos längst abgewöhnt. Er liest seine Gedichte zu schnell. Aber sie gefallen mir, sie berühren mich, obwohl ich die Abneigung gegen seine Stimme nicht überwinden kann.4

Walter Jens erinnert sich an größere Härte:

Als Celan zum ersten Mal auftrat, da sagte man: „Das kann doch kaum jemand hören!“, er las sehr pathetisch. Wir haben darüber gelacht. „Der liest ja wie Goebbels!“, sagte einer. Er wurde ausgelacht, so daß dann später ein Sprecher der Gruppe 47, Walter Hilsbecher aus Frankfurt, die Gedichte noch einmal vorlesen mußte.5

Dieser „Einer“ mit dem Goebbelsvergleich, ist Hans Werner Richter – im engeren Kreis beim Mittagessen, allerdings in Celans Gegenwart, der ihn dafür konfrontiert.

Toni Richter, die Ehefrau des Organisators, spricht beschwichtigender, auch sie sieht keine Verantwortung bei den deutschen Nachkriegsliteraten:

Das traurigste Ereignis war die Lesung von Paul Celan, ein Mißverständnis, das an der Art seines Vortrages lag. Ich denke, keiner der Heimkehrer aus dem Kriege in der Gruppe kannte den Namen und das Schicksal von Paul Celan, noch hatten sie von der Tradition der jüdisch-rumänischen Gedicht-Rezitation im rhythmisch hohen Ton gehört. Da war auch die Stilfrage „Littérature pure“ oder „engagée“ müßig. Celan fragte in den Raum, ob denn Rimbaud hier unbekannt sei, auch dieser löste Verse in musikalische Schwingungen auf.6

Günter Grass, der 1952 noch nicht in der Gruppe 47 ist, aber später mit Celan verkehrt, kommentiert zurückblickend:

Er war ein miserabler Interpret seiner Gedichte. Das hat wahrscheinlich dazu beigetragen, dass er bei der Gruppe 47, wo man nun besonders ausgenüchtert war, nicht verstanden wurde. Denn davon hatten sie nun alle die Nase voll!7

Tatsächlich ist das immer gleiche Ritual in der Gruppe 47 fehleranfällig: Niemandem liegt der Text vor, nur aufgrund einer einzelnen Lesung des Autoren selbst wird das Urteil der Zuhörenden gebildet, das sofort im Anschluss ausgesprochen wird.
Ein Gedicht wie „Ein Lied in der Wüste“ oder eben die „Todesfuge“ stampft man dennoch nicht brutal in den Boden, nur weil man die Art, wie sie vorgetragen werden, nicht gewohnt ist. Das stellt vielmehr nur einen Vorwand dar.

Ein echter Grund für die starke Abneigung gegen Celans Lyrik dürfte in den grundverschiedenen Literaturvorstellungen liegen, die ihn von denen der meisten Tagungsteilnehmer unterscheiden.
Schon die Hauptprotagonisten und Gründungsmitglieder der Gruppe 47, Hans Werner Richter und Alfred Andersch, Walter Kolbenhoff und Wolfdietrich Schnurre hegen ganz bestimmte Konzeptionen. Ab 1950 wird auch ein „Preis der Gruppe 47“ vergeben. Die beiden ersten Preisträger sind: Günter Eich und Heinrich Böll. Das ist Kahlschlagliteratur. Auch Walter Jens und Günter Grass (der 1958 zum Preisträger wurde) sind nicht gerade absolute Poeten.

An die Gründungstagung der Gruppe 47 erinnert sich Hans Werner Richter klar:

Und nun beginnt etwas, was keiner in dieser Form erwartet hatte: Der Ton der kritischen Äußerung ist rau. Die Sätze kurz, knapp, unmissverständlich. Niemand nimmt ein Blatt vor den Mund. Jedes vorgelesene Wort wird gewogen, ob es noch verwendbar ist, verbraucht in den Jahren der Diktatur, der großen Sprachabnutzung. Jeder Satz wird, wie man sagt, abgeklopft. Jeder unnötige Schnörkel wird gerügt. Verworfen werden die großen Worte, die nichts besagen und nach Ansicht der Kritisierenden ihren Inhalt verloren haben: Herz, Schmerz, Lust, Leid. Was Bestand hat vor den Ohren der Teilnehmer sind die knappen Aussagesätze.

Das ist eine Poetik, die der von Celan entgegengesetzt ist.

Der Literaturhistoriker Helmut Böttiger urteilt:

In der Gruppe 47 und in ihrem Umfeld erlebte man zum ersten Mal, dass Literaturtreffen zu „Events“ werden konnten. […] Hier war zum ersten Mal das Fernsehen dabei, hier wurden neue Formen der Präsentation erprobt, hier ließen sich Autoren öffentlich von Moderatoren befragen – etwas, was damals noch sehr ungewohnt und gewöhnungsbedürftig war. Der Literaturbetrieb erlebte eine unvorhergesehene Konjunktur.8

Auch eine solche Eventkultur würde einem stillen Gemüt wie Celan eher nicht einfallen.

Paul Celan selbst schreibt noch aus Frankfurt nur eine Woche später in einem Brief an seine spätere Frau Gisèle de Lestrange:

Die Wirkung war eindeutig. Hans Werner Richter, der Chef der Gruppe, Initiator eines Realismus, der nicht einmal erste Wahl ist, lehnte sich auf. Diese Stimme, im vorliegenden Falle die meine, die nicht wie die der andern durch die Wörter hindurchglitt, sondern oft in einer Meditation bei ihnen verweilte, an der ich gar nicht anders konnte, als voll und von ganzem Herzen daran teilzunehmen – diese Stimme musste angefochten werden, damit die Ohren der Zeitungsleser keine Erinnerung an sie behielten.
Jene also, die die Poesie nicht mögen – sie waren in der Mehrzahl – lehnten sich auf. Am Ende der Sitzung, als man zur Wahl schritt, haben sich sechs Personen an meinen Namen erinnert.9

Jene Wahl „am Ende der Sitzung“ gilt dem Preis der Gruppe 47 des Jahres 1952, und mit sechs Stimmen ist Celan immer noch drittplatziert.10 Er geht nach Auszählung des Votums an Ilse Aichinger für die Erzählung „Spiegelgeschichte“. 1953 erhält den Preis Ingeborg Bachmann für vier Gedichte aus „Die gestundete Zeit“. Das allerdings ist keine Kahlschlagliteratur. Es zeigt, dass die Gruppe 47 durchaus ein Potenzial zu Flexibilität hatte. Günther Grass sieht das ganz konkret:

Wenige Jahre später wäre die Lesung von Paul Celan ein Erfolg gewesen!

Helmut Böttiger ist der Ansicht:

Mit dem Auftreten von Aichinger, Bachmann und Celan begann etwas Neues.11

In den unvereinbaren Poetiken von Celan und der Tagungsmehrheit liegt also auch nicht der entscheidende Grund für das Fiasko. Die eigentliche Ursache ist vielmehr in den Personen selbst zu finden, in den tieferliegenden Unterschieden zwischen Paul Celan und den deutschen Neorealisten.

Aufschlussreich ist bereits ein Blick auf die Tagungsorte bis dato:

    06.-07.09.1947 im Haus von llse Schneider-Lengyel am Bannwaldsee bei Füssen
    08.-09.11.1947 im Haus von Hans und Odette Arens in Herrlingen bei Ulm
    03.-04.04.1948 in der Jugendherberge in Jugenheim an der Bergstraße
    September 1948 auf dem Gut der Gräfin Degenfeld in Altenbeuern/Hinterhör (Oberbayern)
    28.04.-01.05.1949 im Rathaus von Marktbreit bei Würzburg
    14.-16.10.1949 im Cafe Bauer in Utting am Ammersee
    Mai 1950 im ehemaligen Augustinerinnenkloster in Inzigkofen
    04.-07.05.1951 im Haus für internationale Begegnungen in Bad Dürkheim (Pfalz)
    Oktober 1951 in der Laufenmühle im Welzheimer Wald
    23.-25.5.1952 im Erholungsheim des NWDR in Niendorf an der Ostsee

Die Gruppe 47 begann augenfällig wirklich als kleine Gruppe von miteinander Bekannten, als – das muss an sich nicht schlecht sein – eine Art Seilschaft. Man war für die ersten beiden Zusammenkünfte darauf angewiesen, dass Interessenten mit einem hinreichend großen Privatanwesen teilnahmen und auch bereit waren, dieses zur Verfügung zu stellen. Noch im zweiten Jahr musste man mit den Räumlichkeiten einer Jugendherberge vorlieb nehmen, konnte aber diese auch schon finanzieren. Schon bald war die Gefolgschaft arriviert genug, um bei Würzburg in einem Rathaus oder einem Haus für internationale Begegnungen in der Pfalz zu gastieren. Dass im Mai 1952 der Nordwestdeutsche Rundfunk sein Urlaubsressort für die Tagung zur Verfügung stellt, ist ein vorläufiger Höhepunkt, aber nicht der letzte: Die Tagung im folgenden Oktober findet auf Burg Berlepsch bei Göttingen statt, die beiden des Folgejahres in Schlössern in Mainz und bei Tübingen. In fünf Jahren sind Hans Werner Richter und die seinen zu Prominenten geworden, deren arme Tage hinter ihnen liegen. Paul Celan wohnt in dieser Zeit erst in Bukarest, dann in Wien und schließlich in Paris, wo er sich allerdings noch immer mit Übersetzungsarbeiten über Wasser halten und mehrmals umziehen muss.

Als der sensible Poet Celan zum einzigen mal eines der Literaturevents der Gruppe 47 betritt, kommt er sicher nicht nur Richter still und in sich gekehrt vor. Eine weniger sachnüchterne Literatur ist für die Gruppe 47 nichts Unmögliches, das belegen die Erfolge von Aichinger und Bachmann. Dichterinnen, die empfindlich wirken, denen auf der Bühne die Stimme versagt, passen ins Bild der Literaturgrößen. Paul Celan stellt für die gewohnte Geschlechterbinarität seiner Zeit eine Art Uncanny Valley dar: Er wirkt auf die Gruppe 47 zu männlich, als dass sie sein unmännliches Verhalten akzeptieren könnte.

Vor allem trennen die Biografien. Böttiger urteilt über die Gruppengründer:

Und auch die Anfänge der Gruppe 47 waren von jener deutschen Sprache durchdrungen, die der Nationalsozialismus bis ins Detail geprägt hatte.12

Deutlicher wird das in Hans Werner Richters eigenen Worten:

Was bei allen ebenfalls unbemerkt zum Ausdruck kommt, ist die nur auf die Aussage zielende Sprache der „Landser“, die Reduzierung der Sprache auf das Notwendige, eine Abkehr vom Leerlauf der schönen Worte und eine Hinwendung zu ihrem unmittelbaren Realitätsbezug. Sie haben es alle gelernt in der Masse des Volkes, in der sie gelebt haben, jahrelang, tagaus, tagein, in den Kompanien, in den Kasernen, in den Lagern und Gefangenenlagern.13

Die Hauptfiguren der Gruppe 47 waren Landser. In der Masse des Volkes, in den Kompanien, in den Kasernen. Paul Celan ist ein Jude, dessen Heimat von der Wehrmacht besetzt und dessen Eltern in ein Vernichtungslager deportiert und von der SS umgebracht wurden. Der auf zwei Jahre in Arbeitslagern zurückblickt. Ein Flüchtling. Ein Staatenloser.
Vor dem Hintergrund der erst wenige Jahre zurückliegenden Gräueltaten Nazideutschlands sitzen hier Täter und ein Opfer einander gegenüber. Das Verarbeiten der erlebten Untaten steht bei diesem noch ganz am Anfang, eine Aufarbeitung der eigenen Rollen bei jenen noch in weiter Ferne.

Die Disposition wird unter den Teilnehmern durchaus bewusst, wenn auch nicht reflektiert. Wenn Richter sagt (siehe oben), „Wir haben uns das Pathos längst abgewöhnt. Er liest seine Gedichte zu schnell“, dann eröffnet er ein einschließendes Wir (der fortschrittlicheren „Landser“) und ein ausschließendes Er (für Celan). Bei einem im Umgang mit Menschen so gewieften Mann wie Richter sagt seine Wortwahl mehr als das, was er mit ihr zu sagen beabsichtigt. Martin Walser zitiert später, Richter hat „1953 im Herbst in Bebenhausen“ dem Autoren Albert Vigoleis Thelen gegenüber

sofort die Kritik an sich gerissen und gesagt – ich zitiere das ungern: „Dieses Emigrantendeutsch brauchen wir nicht.“ (…) Solche Szenen von äußerster Peinlichkeit hat es in diesem Spontaneitätszirkus auch gegeben!14

Walter Jens‚ Äußerung (siehe oben), „daß dann später ein Sprecher der Gruppe 47, Walter Hilsbecher aus Frankfurt, die Gedichte noch einmal vorlesen mußte“, lässt noch tiefer blicken: Damit Celans Gedichte legitim genug für den etablierten Anspruch vorgetragen werden, „müssen“ sie noch einmal von einem Deutschen, einem Sprecher der Gruppe, vorgelesen werden.

In so einem Zusammenhang werden Verse wie „der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau / er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau“ missgünstig aufgenommen – unabhängig davon, wie sie vorgetragen werden, und auch nicht vorrangig wegen verschiedener Poetiken.

Hans Weigel erinnert sich zur Rezeption der „Todesfuge“, „daß nachher einige Kollegen höhnisch vor sich her skandierten: ‚Schwarze Milch der Frühe …'“15 und Milo Dor, dass Hans Werner Richter angemerkt habe, Celan hätte „in einem Singsang vorgelesen wie in einer Synagoge“.4 Paul Celan schreibt andererseits nach der Tagung in einem Brief an seinen Wiener Freund Klaus Demus:

Mein guter Klaus, es ist so schwer zu sagen, was ich von all dem halten soll – es war aufregend und dennoch beinah ganz ohne Niveau. Inge hat mich wieder sehr enttäuscht. […] Ihre Gedichte, nicht die meinen, blieben die gültigen […] Und dieser Erfolg hat nun keineswegs rein literarische Ursachen. […] Ich war dort oben beleidigt worden: H.W. Richter […] sagte nämlich, meine Gedichte seien ihm auch darum so zuwider gewesen, weil ich sie im „Tonfall von Goebbels“ gelesen hätte. Nach der Lesung der Todesfuge! Und so etwas muß ich erleben!16

Paul Celan nähert sich der Gruppe 47 nie wieder an. Sein Kontakt zu Hans Werner Richter bleibt sporadisch.

Auf der Tagung macht Ingeborg Bachmann nach ihren Lesungen Paul Celan einen Heiratsantrag. Celan lehnt ab. Beide begegnen sich in den folgenden Jahren nicht mehr, ihre ganze Kommunikation trocknet aus. Im Dezember 1952 erscheint bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart sein zweiter Gedichtband „Mohn und Gedächtnis“, der ihn einem größeren Publikum zugänglich und unter anderem die „Todesfuge“ weithin bekannt macht. Im selben Monat heiratet er Gisèle de Lestrange, die er im Herbst 1951 kennen gelernt hat. 1955 erwirbt er die französische Staatsbürgerschaft und sein Sohn Eric Celan wird geboren.


  1. Herzzeit: Ingeborg Bachmann – Paul Celan. Der Briefwechsel. Hrsg. von Bertrand Badiou, Hans Höller, Andrea Stoll und Barbara Wiedemann. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 2009, S. 48 []
  2. Herzzeit: Ingeborg Bachmann – Paul Celan. Der Briefwechsel. Hrsg. von Bertrand Badiou, Hans Höller, Andrea Stoll und Barbara Wiedemann. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 2009, S. 49 []
  3. Herzzeit: Ingeborg Bachmann – Paul Celan. Der Briefwechsel. Hrsg. von Bertrand Badiou, Hans Höller, Andrea Stoll und Barbara Wiedemann. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 2009, S. 268 []
  4. Arnold, Heinz Ludwig: Die Gruppe 47. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2004, S. 75 []
  5. Arnold, Heinz Ludwig: Die Gruppe 47. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2004, S. 76 []
  6. Toni Richter: Die Gruppe 47 in Bildern und Texten, Kiepenheuer & Witsch, Köln 1997, S. 49 []
  7. Böttiger, Helmut: Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb. München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2013, S. 148 []
  8. Böttiger, Helmut: Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb. München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2013, S. 16 []
  9. Brief aus Frankfurt vom 31. Mai 1952 in: Paul Celan – Gisèle Celan-Lestrange: „Briefwechsel“. Erster Band: Die Briefe, S. 21-23, zitiert nach: Arnold, Heinz Ludwig: Die Gruppe 47. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2004, S. 77 []
  10. Böttiger, Helmut: Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb. München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2013, S. 140 []
  11. Böttiger, Helmut: Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb. München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2013, S. 148 []
  12. Böttiger, Helmut: Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb. München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2013, S. 13 []
  13. zitiert nach: Arnold, Heinz Ludwig: Die Gruppe 47. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2004, S. 39 []
  14. Böttiger, Helmut: Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb. München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2013, S. 155 []
  15. Felstiner, John: Paul Celan. Eine Biographie, S. 98 []
  16. zitiert nach Böttiger, Helmut: Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb. München: Deutsche Verlags-Anstalt, 2013, S. 140 []
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Responses

  1. Interpretation: “Sprachgitter”

    Bereits kurz nachdem er im Mai 1948 Ingeborg Bachmann zu ihrem 22. Geburtstag in Wien das Gedicht “In Aegypten” widmete, zog Paul Celan Ende Juni nach Paris, wo er im Herbst 1951 Gisèle de Lestrange kennen lernte. Diese heiratete Celan im D…

  2. Interpretation: “Köln, Am Hof”

    Der Dichter Paul Celan pflegte von 1948 bis 1952 ein Liebesverhältnis zu der fünf Jahre jüngeren Schriftstellerin Ingeborg Bachmann. Während Bachmann in Wien lebte, wohnte er in Paris. Dem Verhältnis zwischen den beiden bekam sein Misserfolg vor der Gr…

  3. Den Artikel finde ich prima!


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